Vollversion, System Builder oder Upgrade?

Vorab etwas Begriffsklärung: Unter einer Upgrade-Lizenz versteht Microsoft das Aktualisieren einer bestehenden Windows-XP-, Vista- oder 7-Installation auf Windows 8. Eine solche Lizenz ist aktuell auf DVD im Einzelhandel erhältlich und kostet 59 Euro. Alternativ können Sie die Upgrade-Lizenz auch per Download für günstige 29 Euro erwerben. Dieses Angebot hat nur bis zum 31.01.2013 Gültigkeit, danach sollen die Preise höher ausfallen. Beim Online-Kauf im Microsoft-Store benötigen eine Kreditkarte oder ein PayPal-Konto. Alternative Zahlrungmethoden wie etwa Online-Überweisung oder Bankeinzug stehen nicht zur Verfügung. Zudem muss der Download auf einem aktivierten Windows-System durchgeführt werden. Unter Mac OS X oder Linux steht das nötige Programm nicht zur Verfügung.

Obwohl zur legalen Nutzung einer solchen Version eine bestehende Windows-Lizenz vorhanden sein muss, haben schon mehrere Quellen im Internet berichtet, dass zumindest bei der DVD-Version auch eine Installation ohne zuvor vorhandenes Betriebssystem funktionierte. Auch der Aktivierungsvorgang klappte problemlos. Angeblich geht das auch mit der Download-Variante, allerdings konnten wir das bisher nicht überprüfen. Bislang bekommen Sie bei der Upgrade-Lizenz in jedem Fall Windows 8 Pro, die Standard-Variante folgt erst nächstes Jahr. Sollten Sie erst dann einen Umstieg planen, müssen Sie Windows 7 Pro oder Ultimate auf Windows 8 Pro aktualisieren, nur die Home-Varianten von Windows sind für den Umstieg auf Windows 8 Standard berechtigt.

Windows-8-Versionen im Vergleich : Die neue Startoberfläche erfordert Einarbeitungszeit, der Umstieg fällt dennoch leicht. Die neue Startoberfläche erfordert Einarbeitungszeit, der Umstieg fällt dennoch leicht.

Die System-Builder-Edition, häufig OEM-Version genannt, wird üblicherweise von PC-Herstellern zusammen mit einem neuen Rechner oder Notebook verkauft. Dabei handelt es sich um vollständige Windows-8-Lizenzen, die einem eine Installation erlauben, ohne vorher Eigentümer einer Vorgängerversion von Windows gewesen zu sein. Diese Varianten stehen auch Endkunden zur Verfügung und sind deutlich billiger als die Box-Vollversionen. Das liegt am fehlenden Support des Produkts seitens Microsoft. Sollten Sie also Probleme mit dem Betriebssystem haben, sind sie bei der Fehlerbehebung auf sich allein gestellt. Das stört allerdings nicht wirklich, da sich in zahlreichen Internetforen meist schneller Lösungen finden als über Microsofts Hotline. Ansonsten haben die System-Builder-Versionen keine schöne Packung und Sie sich müssen sich bereits vor dem Kauf zwischen 32 und 64 Bit entscheiden – nur bei den Upgrades und den Box-Vollversionen befinden sich beide Varianten auf dem Datenträger.

Windows-8-Versionen im Vergleich : Der klassische Desktop findet sich auch in Windows 8 wieder, wenn auch nur als App. Der klassische Desktop findet sich auch in Windows 8 wieder, wenn auch nur als App. Bezüglich der »Full-Retail«-Version von Windows 8 herrscht momentan eine gewisse Unklarheit. Diverse Quellen im Internet berichten, dass es vom neuen Windows keine echte Vollversion inklusive Support von Microsoft geben wird. Dafür sprechen die aktuellen Angebote von Händlern wie Alternate oder NewEgg, in denen sich lediglich die Upgrade- und System-Builder-Fassungen finden. Dagegen sprechen jedoch die im Rahmen des Windows-8-Launch-Events verkündeten Preise von Microsoft.

Ab dem 01.02.2013 kosten sowohl die Download-Version als auch die Box-Version von Windows 8 Standard 119,99 Euro. Die Pro-Version schlägt mit je 279,99 Euro zu Buche. Die Preise legen nahe, dass ab Februar also eine klassische Vollversion verfügbar sein könnte. Endgültig klären konnten wir diesen Sachverhalt aber bisher nicht. Im Rückblick auf den Windows-7-Launch halten wir dies aber für durchaus möglich, die Preisstruktur spricht jedenfalls dafür. Zu welcher Version also sollten Sie greifen? Wer bereits eine Windows XP, Vista oder 7 Lizenz besitzt, sollte auf jeden Fall zum derzeitigen Upgrade-Angebot greifen. Ansonsten lohnt sich auf jeden Fall der Griff zu den günstigeren System-Builder-Varianten. Der von Microsoft gelieferte Support bei einer regulären Vollversion rechnet in unseren Augen den teils enormen Preisaufschlag nicht.

32 oder 64 Bit?

Wie schon seine Vorgänger enthält jede Windows 8 -Kopie mit Ausnahme der System-Builder-Vollversionen die 32- und die 64-Bit-Fassung. Installieren sollten Sie in jedem Fall die 64-Bit-Variante. Nur so kann das System beispielsweise mehr als 4,0 GByte Arbeitsspeicher verwalten. Zudem sind kompatible Prozessoren bereits seit 2000 auf dem Markt, als AMD erstmals den Athlon 64 vorgestellt hat. Nur wer also auf eine noch ältere CPU setzt, muss auf die 32-Bit-Version zurückgreifen. Ein bei Spielern im Jahr 2012 eher unrealistisches Szenario.

Windows-8-Versionen im Vergleich : Der Athlon 64 war der erste für Spieler kommerziell verfügbare 64-Bit-Prozessor. Der Athlon 64 war der erste für Spieler kommerziell verfügbare 64-Bit-Prozessor. Besonders Multimedia-Anwendungen profitieren von einer 64-Bit-Optimierung, da im selben Takt dem Prozessor doppelt so viele Befehle zur Bearbeitung mitgeteilt werden können. Obwohl die Technik bereits lange Verwendung findet, nutzen erstaunlich wenige Spiele die 64-Bit-Erweiterungen. Sorgen um Kompatibilitätsprobleme müssen Sie sich dennoch keine machen. Der Befehlssatz ist vollständig abwärtskompatibel, Geschwindigkeitseinbußen müssen Sie ebenfalls nicht befürchten. Ein bestehendes 32-Bit-Windows lässt sich übrigens nur per Neuinstallation auf ein 64-Bit-System aktualisieren. Daher müssen Sie vor diesem Schritt unbedingt alle Ihre persönlichen Daten sichern.

Spiele-Kompatibilität

Eine für Spieler enorm wichtige Frage ist natürlich, ob unter dem neuen Betriebssystem die alten Lieblingstitel noch laufen. Beim Umstieg auf Windows 8 ändert sich hier wenig, pauschal lässt sich sagen, dass alles was unter Windows 7 lief, auch unter Windows 8 problemlos funktioniert. In Einzelfällen kann es natürlich trotzdem zu Problemen kommen, häufig finden sich jedoch Lösungen für solche Situationen.

Problematisch wird es ohnehin erst bei Spielen, die auf noch ältere Windows-Versionen als Windows XP optimiert sind. Wer also noch gerne Spiele aus der Windows 95/98-Ära spielt, sollte sich vorab kundig machen, wie es um die Kompatibilität der persönlichen Lieblingstitel steht. Nostalgikern legen wir daher ans Herz, eventuell eine Parallelinstallation von Windows 8 und XP in Erwägung zu ziehen. In diesem Fall müssen Sie unbedingt Windopws XP installieren, bevor Sie Windows 8 auf der Festplatte parken. Die meisten DOS-Spiele hingegen machen unter Windows 8 kaum Probleme, DOSbox und andere Tools helfen hier weiter.

Windows-Historie

Was kam eigentlich alles vor Windows 8? Unsere Bildergalerie zeigt Ihnen die wichtigsten Windows-Versionen der Geschichte und welche Bedeutung sie für die Nutzer und insbesondere die Spieler hatten.