Testtagebuch, Teil 1: Die ersten Tage

Windows 8 ist nicht nur der Nachfolger von Windows 7, sondern vereint auch erstmals die verschiedenen Windows-Produktlinien für Desktop- und Mobilgeräte. Entsprechend erscheint mit Windows 8 RT noch eine Variante, die für die bei Smartphones und Tablets verbreiteten ARM-Prozessoren und nicht für die bei Desktop-PCs üblichen x86-CPUs angepasst ist. Außerdem bricht die bislang als »Metro UI« bezeichnete Windows-8-Oberfläche mit vielen Windows-Traditionen. Und Microsoft integriert erstmals tiefgreifende Cloud-Anbindung, also das Speichern von Daten auf Servern im Internet, in das Betriebssystem, das am 26. Oktober 2012 erscheinen soll.

Update 18.10.: Wir haben unser Windows 8 Tagebuch mit den Erfahrungen aus der fertigen Enterprise-Edition von Windos 8 aktualisiert, die Microsoft als 90 Tage laufende Version mittlerweile zum Ausprobieren für jedermann anbietet. Wir verwenden für unseren Alltagstest die deutsche 64-Bit-Variante, die mit 3,3 GByte zu Buche schlägt (32-Bit-Version: 2,5 GByte). Der Download besteht aus einem ISO-Image, mit dessen Hilfe sich eine DVD brennen lässt. Windows 7 erledigt das mit Bordmitteln per Doppelklick auf das ISO-Image oder per Rechtsklick und »Datenträgerabbild brennen«. Die nötige Seriennummer findet sich ebenfalls auf der Download-Seite.

Windows 8 im Testtagebuch : Windows 8 setzt auf die von Windows Phone bekannten Kacheln und bricht auf den ersten Blick radikal mit gewohnten Windows-Traditionen. Windows 8 setzt auf die von Windows Phone bekannten Kacheln und bricht auf den ersten Blick radikal mit gewohnten Windows-Traditionen.

Wir entscheiden uns aber für die modernere Installation von einem USB-Stick. Zwar verwehrt uns die Download-Seite von Windows 8 aus unerfindlichem Grund den Zugang zu dem dafür nötigen Tool (»Der Zugriff unterliegt in Ihrer Region Einschränkungen«). Das Programm zum Erstellen eines bootfähigen USB-Sticks samt Windows-8-Installation entspricht aber dem von Windows 7, sodass wir auch problemlos dieses verwenden können. Einfach die ISO-Datei und einen leeren, mindestens 4,0 GByte großen USB-Stick auswählen, schon erstellt das Tool ein Windows-8-Installationsmedium – was bei unserem nicht sonderlich schnellen Feld-, Wald- und Wiesen-USB-Stick etwa fünfzehn Minuten dauerte.

Installation

Windows 8 im Testtagebuch : Windows 8 wird auch auf Microsoft eigenen Surface-Tablets laufen. Windows 8 wird auch auf Microsoft eigenen Surface-Tablets laufen. Für den Test von Windows 8 nutzen wir einen mit Intel Core i5 2500K, AMD Radeon HD 7870 sowie 8,0 GByte RAM ausgestatteten PC. Die Installationsfestplatte ist eine Samsung SSD 830 mit 128 GByte, die es bereits für unter 100 Euro gibt. Bei den immer noch stetig fallenden SSD-Preisen erwarten wir, dass bis in ein, zwei Jahren sehr viele Windows-8-PCs mit einer SSD ausgestattet sein werden.

Achtung: Falls Sie Windows 8 selbst ausprobieren wollen, empfehlen wir Ihnen ebenfalls eine separate Festplatte und nicht die Installation neben ihr bestehendes Windows oder gar ein Update desselben. Wer ganz sicher gehen will, zieht das SATA-Kabel seiner Windows-7-Festplatte vor der Installation von Windows 8 auf einer separatne Platte – bei ausgeschaltetem PC.

Nach dem Start vom USB-Stick (Boot-Reihenfolge im Bios gegebenenfalls anpassen) beginnt die Installation nach wenigen Sekunden mit der Auswahl von Sprache, Zeitzone und Eingabesprache. Danach verlangt Windows 8 nach dem Bestätigen der Lizenzbedingungen. Schließlich wählen wir noch die SSD als Festplatte, und die Installation startet.

Nachdem das Setup gestartet ist, legen Sie zunächst die Installationssprache, die Uhrzeit samt dem Währungsformat und das Tastaturlayout per klassischem Drop-Down-Menü fest. Mit einem Klick auf »Weiter« bestätigen Sie Ihre Eingaben.

Wer sich jetzt auf die von Windows 7 gewohnte Wartezeit einstellt, wird positiv überrascht: Vom Start der Installation über die wenigen Eingaben plus einem Neustart vergehen nur knapp zehn Minuten – danach ist Windows 8 das erste Mal hochgefahren und bereits benutzbar! Das ist neuer Rekord, denn die Installation von Windows 7 dauert bei gleicher Hardware mehr als doppelt so lang. Beim wichtigen Ersteindruck punktet Windows 8 also – eine so rasante Windows-Installation mit so wenig Nutzereingaben gab es bislang nicht.

Start in die Cloud

Nach dem Hochfahren finden wir einen ersten, zugegeben kleinen Anhaltspunkt, warum Windows 8 sich so schnell installiert: Das Anlegen eines Benutzers erfolgt nicht mehr während der Installation, sondern nach dem ersten Start. Und noch etwas ist neu: Wir können uns sofort mit einem vorhandenen Microsoft-Konto anmelden. Wer also schon einen (Zwangs-)Account bei Windows Live etwa wegen Windows Messenger, Games-for-Windows-Live-Titeln wie Batman: Arkham City oder auch seiner Microsoft Xbox 360 besitzt, kann sich sofort damit einloggen.

Dann synchronisiert Windows 8 zum einen persönliche Einstellungen wie Hintergrundbild und Designs, Favoriten und Verlauf und auch Benutzernamen und Passwörter für diverse Web-Seiten oder Dienste mit anderen Win-8-PCs, an denen Sie sich anmelden. Zum anderen erhalten Sie Zugang zum kostenlosen Online-Speicher »Sky Drive« (auch für Windows 7, Android und iOS erhältlich) und auch für den Microsoft-Store benötigen Sie ein entsprechendes Konto. Wenn Sie die gleiche Email-Adresse wie für das Microsoft-Konto auch bei Facebook, Twitter & Co verwenden, erhalten Sie außerdem automatisch Zugang zu den Kontakt- und Statusinformationen Ihrer Kontakte.

Windows 8 im Testtagebuch : Sind Sie mit einem Live-Konto angemeldet, sehen Sie etwa Ihre Kontakte und eingegangene Mails in der entsprechenden dynamischen Kachel. Sind Sie mit einem Live-Konto angemeldet, sehen Sie etwa Ihre Kontakte und eingegangene Mails in der entsprechenden dynamischen Kachel.

Ein rein lokales Konto zum Testen von Windows 8 lässt sich aber ebenfalls einrichten, wir versuchen es aber gleich mit unserem vorhandenen Windows-Konto. Prompt bekommen wir eine Mail (nicht an die Hauptadresse des MS-Kontos, sondern vernünftigerweise an unsere alternativ angegebene Adresse) sowie eine SMS (an unsere bei Microsoft hinterlegte Nummer), in der Microsoft fragt, ob wir unseren neu aufgesetzten Test-PC als vertrauenswürdig einstufen und ob wir ihm den Zugang zu unserem Microsoft-Konto erlauben wollen – wer bereit ist, die genannten Informationen anzugeben, dem bietet diese Funktion auf jeden Fall etwas mehr Sicherheit gegen einen Account-Diebstahl.