Steam : Der Steam-Client konnte durch einen Fehler wichtige Ordner und Dateien zu löschen. Der Steam-Client konnte durch einen Fehler wichtige Ordner und Dateien zu löschen.

Update: Valve hat wie berichtet gestern ein Update für den Steam-Client veröffentlicht und in den Patch-Notes auch erklärt, einen »seltenen Fehler« behoben zu haben, der Dateien des Nutzers löschen könnte. Da dieser Fehler in einem Skript auftaucht, haben sich einige Nutzer nun die Lösung von Valve angesehen und sind davon nicht wirklich überzeugt. Das alte Skript hatte einfach alle Daten im aktuellen Verzeichnis gelöscht, wenn die Variable Steamroot nicht gesetzt war.

Die neue Version prüft nun vor dem Löschen, ob diese Variable existiert und löscht erst dann. Allerdings ohne weitere Prüfung, was dabei wirklich gelöscht wird, was theoretisch immer noch zu Problemen führen kann. Bei Github wird die Umsetzung an sich als amateurhaft bezeichnet und empfohlen, diese Funktionen nicht per Skript umzusetzen, sondern in den Client zu übernehmen und dort genau festzulegen, welche Steam-Ordner gelöscht werden. Es gibt aber auch Lob dafür, dass Valve überhaupt die »verrückte Linux-Welt« unterstützt und der Client mit vielen Distributionen problemlos funktioniert.

Update: Valve hat in einem Statement auf die vor allem unter Linux auftretenden Probleme reagiert und bestätigt, dass sich einige betroffene Nutzer gemeldet haben. »Bisher haben eine Handvoll Nutzer uns von diesem Problem berichtet, nachdem die ihre Steam-Installation manuell verschoben haben. Wir waren nicht in der Lage, das gemeldete Problem nachzuvollziehen, aber wir bauen einige zusätzliche Prüfungen ein, um sicherzustellen, dass das nicht mehr möglich ist, während wir weitere Untersuchungen anstellen. Falls diese Sache noch jemandem passiert ist oder jemand weitere Informationen dazu hat, sollten sie an linux@valvesoftware.com schreiben.«

Bislang ist nur bekannt, dass die Ursache wohl an einem Befehl in einem Bash-Script liegt, in dem der Befehl zum Löschen des Steam-Ordners steht. Dass es dabei Probleme geben könnte, scheint laut einem Entwicklerkommentar zu dieser Zeile nicht unbekannt gewesen zu sein. Er lautet laut PCWorld schlicht »scary« - beängstigend.

Originalmeldung: Valve unterstützt seit längerer Zeit Linux als Betriebssystem und arbeitet mit Steam OS sogar an einer eigenen Distribution. Viele Spiele, vor allem von Indie-Spielestudios, unterstützen inzwischen auch das freie Betriebssystem. Wie viele Windows-Nutzer wissen, wird der Steam-Ordner leicht sehr groß, wenn viele Spiele installiert sind. Die Linux-Version des Steam-Clients bietet aber im Gegensatz zur Windows-Variante keine Möglichkeit, beim Installieren das Verzeichnisses festzulegen. Daher haben einige Nutzer versucht, den Steam-Ordner mit Bordmitteln zu verschieben, um wieder Platz auf der Festplatte zu schaffen.

Das hatte teilweise katastrophale Folgen wie das komplette Löschen des Dateisystems oder wichtiger Verzeichnisse. Grund war anscheinend nicht ein Fehler der Nutzer, sondern ein Fehler innerhalb des Steam-Clienten. Nachdem der Ordner verschoben wurde und Steam gestartet wird, scheint der Client nach dem alten Steam-Ordner zu suchen und findet diesen nicht, auch wenn der Nutzer auf den neuen Ort verweist. Der Client versucht dann aus unbekannten Grund, den originalen Steam-Ordner zu löschen. Da er aber nicht existiert, betrifft dieser Löschbefehl dann wohl die tatsächlich vorhandenen Ordner, was bei einem Nutzer dazu geführt hatte, dass sein gesamtes Dateisystem samt einer 3 TByte großen externen Festplatte gelöscht wurde.

Ein anderer berichtet laut Neowin darüber, dass bei ihm »nur« das unter Linux sehr wichtige Home-Verzeichnis gelöscht wurde. Inzwischen wird laut Github an dem Problem gearbeitet. Es gibt aber auch eine Warnung, die Windows-Nutzer hellhörig machen sollte. Bei Steam selbst wird davor gewarnt, den Client einfach zu deinstallieren, wenn er sich in einem Unterordner wie Programme befindet. Hier empfiehlt Valve eine manuelle Änderung in der Registrierungsdatenbank und auch das Löschen der Steam-Dateien von Hand. Der Grund für die Warnung wird nicht genannt, dürfte aber wohl ebenso an einer zu eifrigen Löschroutine liegen.

Unsere Galerie zeigt den Werdegang von Steam – vom Serverbrowser für Counter-Strike hin zur wichtigsten Online-Plattform für PC-Spiele. (Bild: DiglidiDudeNG, Deviantart.com)