Wer in Hollywood seinen Geldgebern rund eine Milliarde Dollar in die Kassen spült, genießt danach fast völlige Narrenfreiheit. So geschehen bei Christopher Nolan, der 2008 die Batman-Verfilmung The Dark Knight zum Megaerfolg geführt hatte. Nolan nutzte die Gunst der Stunde und machte sich daran, ein Projekt namens Inception zu verwirklichen - eine komplexe, aufwendige Science-Fiction Geschichte, die er nun mit fast 200 Millionen Dollar verfilmen konnte.

Die Story

In der nahen Zukunft ist Dominic Cobb (Leonardo DiCaprio) ein Gedankendieb, der beste Mann seines Fachs. Der geniale Wissenschaftler hat sich darauf spezialisiert, als so genannter Extractor in die Träume schlafender Menschen einzubrechen. Zusammen mit einem erfahrenen Team von Traumdieben kann er so an versteckte Informationen gelangen, die sein unfreiwilliger Patient anderenfalls nie offenbaren würde.

Zugleich ist Cobb ein Gejagter, der nie wieder zu seinen Kindern in die USA zurückkehren kann – bis sich ihm eine unwiderstehliche Gelegenheit eröffnet, seinen Namen rein zu waschen. Cobbs Mission: Statt Wissen zu klauen, soll er einer Idee ins Unterbewusstsein des Industrieerbens Robert Fischer (Cillian Murphy) einpflanzen. Das Verfahren wird Inception genannt und gilt nicht nur als fast unmöglich, sondern auch als sehr gefährlich. Warum, wollen wir an dieser Stelle nicht verraten. Cobb übernimmt den Job trotz des Risikos und macht sich mit seinem Team (Joseph Gordon-Levitt, Tom Hardy, Dileep Rao, Ellen Page, Ken Watanabe) auf eine Reise durch verschiedene Traum- und Zeitebenen, in denen sie sich letztendlich alle zu verlieren drohen.

A Nightmare in The Matrix

Wer bei Inception an der falschen Stelle für kleine Jungs geht, hat schnell verloren. Für einen Actionstreifen ist der Film ungewohnt komplex. Die Handlung, die die Protagonisten durch verschiedene Traumstufen mit unterschiedlichen Zeitebenen jagt, verlangt erfreulich viel Aufmerksamkeit. Trotzdem bleiben kaum Fragen offen, mit einer Ausnahme.

Das Geniale daran: Nolan verknüpft die Handlung mit der Psyche seiner Hauptfigur. Der Abstieg in die emotionale Unterwelt des Gedankendiebs wird so zum Erlebnis, das bis zum Ende hochspannend bleibt.

Ab in den Kaninchenbau

Vergleiche mit Die Matrix kommen spätestens dann auf, wenn Cobbs Partner (Joseph Gordon-Levitt) zum aufregend gefilmten Kampf in der Schwerelosigkeit ansetzt. Es gibt zwar keinen Agent Smith und die Filmemacher sträuben sich darüber hinaus davor, allzu plakative Action-Szenen in den Vordergrund zu stellen. Trotzdem kracht es unentwegt.

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Inception

Eine der Sequenzen erinnert dabei unweigerlich an alte Bond-Filme: Als es in und um eine verschneite Militärbasis zu Schießereien kommt, fehlen auch die wilde Verfolgungsjagd auf Ski und mit Schneemobilen nicht.

Fazit

Christian Mester (bereitsgesehen.de): In Inception gibt es kein simples Gut & Böse, keine obligatorische Love-Story, keinen Endgegner - der intelligentere Matrix also? Aber ja doch: Inception ist ein Film, der nahezu jeden begeistern und beeindrucken kann, da er eine fesselnde Geschichte besonders aufregend präsentiert. Großartige Talente vor und hinter der Kamera und ein originelles Konzept machen ihn zum vielleicht besten Film des Jahres. Andere Event-Titel wie etwa Iron Man 2, Das A-Team oder Knight & Day sehen dagegen reichlich blass aus.