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Filmkritik zu Verblendung

Altbekannt in neuem Gewand

Hollywood greift wieder in die Wiederverwertungskiste: Neuestes Objekt ist Larssons Verblendung. Regisseur David Fincher leistet sich neue Stars wie Daniel Craig, geht ansonsten aber sehr behutsam mit der Vorlage um. Wir meinen, dass die Samthandschuhe gar nicht angebracht gewesen wären.

Von Christian Mester |

Datum: 13.01.2012


Zum Thema » Filmkritiken auf Gamestar.de Unser Kanal zu aktuellen Kinofilmen » Blockbuster-Vorschau Kino-Highlights 2012 Advanced Warfare ab 54,99 € bei Amazon.de Da ist es also, das US-Remake der schwedischen Romanverfilmung Verblendung - jener ursprünglich mal als TV-Film gedachten Adaption, die unerwartet zum europaweiten Kinohit wurde. Der Überraschungserfolg führte sogar zu einem Einspielergebnis von 90 Millionen Dollar – eine Zahl, die die Hollywood-Bosse aufhorchen ließ. Dort erzielte der Verleih gerade einmal 10 Millionen Dollar. Doch muss man dazu wissen, dass das US-Publikum nur höchst ungern ausländische Filme sieht. Die Remake-Rechte für eine Anpassung waren schnell besorgt. Als deutscher Fan, der keine Probleme mit einem schwedischen Film hat, mag man so früh sicher kein Remake sehen wollen. Doch die Ansammlung bekannter und talentierter Leute, die für das Remake verantwortlich sind, macht neugierig.

Den Job des Regisseurs hat David Fincher übernommen, der mit Fight Club, Sieben und The Social Network bereits drei Klassiker geschaffen hat. Für die Rolle Blomkvists gewann er den aktuellen Bond -Darsteller Daniel Craig und für den Film selbst ein gewaltiges Budget, zehnmal so groß wie das der Vorlage. Am meisten durfte man auf die neue Hauptdarstellerin gespannt sein, denn Noomi Rapace aus dem Original hatte mit einer unvergesslichen Darbietung verblüfft. Einer Leistung, durch die sie Hauptrollen in Sherlock Holmes: Spiel im Schatten und dem diesjährigen Mega-Projekt Prometheus bekam. Ob ihre Nachfolgerin es ihr gleich tun könnte? Rooney Mara spielte zuvor die Hauptrolle im A Nightmare on Elm Street-Remake und das wenig auffällig.

Handlung

Für den schwedischen Star-Reporter Mikael Blomkvist (Daniel Craig) lief die letzte Entdeckung ins Leere: Die unlauteren Methoden eines Großindustriellen konnte er plötzlich nicht mehr nachweisen, weswegen man ihn der Verleumdung bezichtigte. Eine Niederlage, die ihn seinen Ruf und eine große Entschädigungssumme kostete. Da kommt ihm ein neuer Fall gerade recht, auch wenn dieser ihn in eine abgelegene Gegend führt.

Für den Unternehmer Henrik Vanger (Christopher Plummer) soll er auf dessen Anwesen einen alten Mordfall lösen. Vor rund 40 Jahren verschwand Vangers Schwester Harriet. Seitdem erhält Vanger jedes Jahr ein Bild mit einer eingerahmten Blume, vermutlich von ihrem Mörder. Zusammen mit der ebenso introvertierten wie begabten Hackerin Lisbeth Salander (Rooney Mara) durchwühlt Blomkvist die Familiengeschichte der Vangers, was zu düsteren Offenbarungen führt.

Verblendung
Für den Soundtrack sorgt Trent Reznor von den Nine Inch Nails. Er komponierte bereits die Musik zu The Social Network, für die er mit dem Oscar ausgezeichnet wurde
Sony Pictures Releasing GmbH

Alte Stärken

Sollte man die schwedischen Filme oder ihre Romanvorlagen noch nicht kennen, darf man die Reihe als Mischung aus Krimi und Charakterdrama sehen. In diesem ersten Teil dominieren beide Aspekte den gesamten Film. Zum einen dreht sich alles um den mysteriösen Mordfall der Harriet Vanger. Blomkvist wirbelt bei seinen Ermittlungen Staub auf und macht sich Feinde, die später sein Leben bedrohen. Auch in der neuen Verfilmung ist es spannend, der Aufdeckung des Falles zu folgen. Im Gegensatz zu vielen modernen Thrillern verläuft vieles auf traditionelle Weise. Anstatt unnötiger Action und Besuche in Stripclubs werden Akten gewälzt und Zeugen befragt.

Craig überzeugt in der Rolle des hartnäckigen Ermittlers, der einmal keinerlei Bond-Züge hat. Sein Blomkvist ist ein zurückhaltender Mensch, der Auseinandersetzungen scheut. Dem Darsteller gelingt es gut, den Ehrgeiz seiner Figur zu vermitteln. Da er zudem sehr sympathisch ist, wird das eigentlich unspektakuläre Durchforschen von Beweismitteln nie langweilig. Gerne folgt man ihm und ist gebannt, wie sich die Geschichte entwickelt.

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Avatar generalcartman
generalcartman
#1 | 13. Jan 2012, 14:36
irgendwie mag ich den daniel craig nicht :/ der ist mir immer zu trocken und steinhart... vor allem als james bond gefällt er mir deshalb nicht, aber das ist ja bekanntlich geschmackssache :)
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Avatar GoldenPlayer
GoldenPlayer
#2 | 13. Jan 2012, 14:51
Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum man 3 Jahre nach Erscheinen einer recht guten schwedischen Fassung ein Remake machen muss...
Aber naja, Hollywood zieht halt immer sein eigenes Ding durch!
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Avatar Gotha Mora
Gotha Mora
#3 | 13. Jan 2012, 14:55
Schwacher Abklatsch des Originals.
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Avatar PsyPiet
PsyPiet
#4 | 13. Jan 2012, 14:56
Die Amis sollten mal ausländische Produktionen schätzen lernen,
anstatt ein Remake nach ZWEI Jahren zu machen, damit auch "Einheimische" sich für die Geschichte interessieren!!!
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Avatar Vögelchen
Vögelchen
#5 | 13. Jan 2012, 15:01
"Vor rund 40 Jahren verschwand Vangers Schwester Harriet."
Schwester? Das war seine Großnichte.. haben die das echt geändert? :(
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Avatar tomsan
tomsan
#6 | 13. Jan 2012, 15:01
Zitat von GoldenPlayer:
Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum man 3 Jahre nach Erscheinen einer recht guten schwedischen Fassung ein Remake machen muss...
Aber naja, Hollywood zieht halt immer sein eigenes Ding durch!


Steht doch im errsten Absatz schon drin.
Lesen ;)
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Avatar Walez05
Walez05
#7 | 13. Jan 2012, 15:06
Lest die Bücher, ich glaub da kommt KEINE Verfilmung dran! Hab sie regelrecht verschlungen, obwohl ich kein Skandinavien-Krimi-Fan bin.
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Avatar C64
C64
#8 | 13. Jan 2012, 15:08
Dieser Kommentar wurde ausgeblendet, da er nicht den Kommentar-Richtlinien entspricht.
Avatar BeRse
BeRse
#9 | 13. Jan 2012, 15:23
tjo das ist wohl die teuerste "Film-Sychronisation" der Geschichte :D
die Bilder sind schon Top, aber ich find sowohl Mara als auch ganz besonders Craig schlechter als die Originale
gerade Craig als Enthüllungsjournalist kommt gar nicht gut rüber
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Avatar Aimiii
Aimiii
#10 | 13. Jan 2012, 15:31
Ich glaube auch das größte Problem des Remakes wird gerade in Europa sein, dass niemand an die Leistung von Noomi Rapace heranreichen wird. Hätte man die gute Dame doch einfach fürs Remake gleich mitverpflichtet^^.
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