»Hey, I'm swinging here!«

Subtil eingestreute Comedy-Elemente kennt der versierte Marvel-Fan schon von anderen Werken der Reihe, wie beispielsweise Iron Man oder Thor . Webb's Spider-Man ist zwar kein zynischer Robert Downey Jr., aber Andrew Garfield hat die Sympathien der Zuschauer sofort auf seiner Seite. Stand Tobey Maguire noch erstaunt vor dem Spiegel und wunderte sich über seinen plötzlich gestählten Körper, so erlebt Andrew Garfield seine Wandlung zum Superhelden wesentlich dezenter.

Marc Webb lässt sich gehörig viel Zeit dabei, seinen Helden vorzustellen und es dauert eine Weile, bis die Action wirklich los geht. Auch lassen sich gewisse Parallelen zu Raimis Version nicht von der Hand weisen. Erstaunlicherweise wird der Film dabei trotz der beachtlichen Länge von 136 Minuten nie langweilig. Vielmehr ist es ein Genuss, Spider-Man so ausführlich und menschlich vorgestellt zu bekommen. Nie hat man das Gefühl, das alles doch eigentlich schon gesehen zu haben.

Und wenn dem Armen beim Tippen die Laptop-Keys an den Fingern kleben bleiben oder er aus Versehen die Passagiere eines ganzen U-Bahn Wagons flachlegt, ist die Komik gekonnt eingestreut. Auch Garfields schlagfertige Dialoge bringen des Öfteren zum Schmunzeln. Da hangelt man sich gerne mal durch Häuserschluchten und jagt im Weg stehende mit einem lässigen 'Hey, I'm swinging here!' zu Seite. Als wäre es ganz selbstverständlich.

Erst der Mensch und dann der Held

The Amazing Spider-Man (3D) : Spider-Mans Eskapaden in der U-Bahn gehören zu den witzigsten Szenen im Film. Spider-Mans Eskapaden in der U-Bahn gehören zu den witzigsten Szenen im Film. Webbs Spider-Man ist in erster Linie ein Mensch, erst dann ein Held. Andrew Garfield spielt seinen Peter Parker vielschichtig und voller Emotionen. Mehr als einmal steht er mit Tränen in den Augen da, was seine Präsenz nie schmälert, sondern stets weiter nach vorne bringt. Man möchte die Leistung des Jungstars, der sich hiermit ohne Frage direkt in die A-Liste Hollywoods katapultiert hat, fast schon als brillant bezeichnen. So gut ist er.

Man könnte zwar meinen, dass eine Spider-Man-Interpretation nicht unbedingt zu einer denkwürdigen Charakterdarstellung einlädt, aber dem ist nicht so. Stattdessen überzeugt Garfield auf ganzer Linie. Durch schlagfertige Dialoge, perfekte Mimik und wahre Gefühle. Und das, ohne jemals blank zu ziehen. Einen Blick auf gestählte Oberarme darf man zwar zwischenzeitlich erhaschen, Garfield's Parker strahlt aber vor allem durch mentale und emotionale Präsenz, nicht durch zur Schau gestellte Muskeln.

Exodus - Götter und Könige (25. Dezember 2014)
Regisseur Ridley Scott erzählt die Geschichte von Moses (gespielt von Christian Bale) neu. Er wächst in der Pharaonenfamilie von Ägypten auf. Obwohl sie nicht blutsverwandt sind, stehen er und sein Bruder Ramses sich sehr nahe. Doch während Ramses Pharao wird, hat Moses Visionen von Gott und führt schließlich das versklavte Volk von Israel in die Wüste. Mit Sigourney Weaver, Aaron Paul und Ben Kingsley.

Eigentlich ist The Amazing Spider-Man eine Ein-Mann-Show. Kaum eine andere Figur schafft es, mit Garfields Leinwandpräsenz mitzuhalten. Trotzdem sollen Nebendarsteller Rhys Ifans und Emma Stone nicht unerwähnt bleiben. Ifans ist ein herrlicher Antagonist, dessen aus Verzweiflung resultierende Zerstörungswut schon fast nachvollziehbar ist. Als Dr. Connors dann zum wahren Feind, dem Lizard, mutiert, kommen die Spezialeffekte wieder voll zur Geltung und uns begegnet ein faszinierendes Monster auf der Leinwand.

Garfields Freundin aus dem echten Leben, Emma Stone, hat zwar relativ wenig Screen Time, macht sich aber dennoch gut. Die Beziehung der beiden, die hier nur in ihren Anfängen gezeigt wird, legt schon mal den Grundstein für die Sequels, die ohne Frage folgen werden.

Fazit

Anne Facompre: »Ob man bereit ist, sich von Tobey Maguire als Spider-Man zu verabschieden, ist jedem selbst überlassen. Es sei jedoch gesagt, dass Andrew Garfield seinem Vorgänger in nichts nachsteht. Auch sind die beiden Interpretationen so verschieden, dass sie ohne weiteres nebeneinander existieren können. Ein Verfechten des alten oder neuen Spider-Man ist somit eigentlich überflüssig. Voller Action, Effekte, Humor und Emotionen kann wenig Negatives über Marc Webbs Werk gesagt werden. Fehler gibt es sicherlich auch hier zu finden, die sind aber so belanglos, dass sie das Kinovergnügen nicht schmälern. Wer noch sehnlichst auf The Dark Knight Rises und Prometheus wartet, kann sich zwischenzeitlich sicherlich schon mal sehr gut mit The Amazing Spider-Man die Zeit vertreiben.«