Zum Thema » Filmkritiken auf GameStar.de Unser Kanal zu aktuellen Kinofilmen » Alle Kino-Trailer Videos zu kommenden Filmen In den Trailern zu Pacific Rim (Kinostart: 18. Juli) war die Szene bereits zu sehen: Ein hochhausgroßes Monster und ein ebenso gigantischer Roboter stehen sich in den Straßenschluchten von Hong Kong gegenüber. Die von zwei Piloten gesteuerte Mensch-Maschine zieht mit einer Hand ein ganzes Frachtschiff wie einen Knüppel hinter sich her. Dann holt der Stahlkoloss aus und pfeffert dem Biest das Schiff um die Ohren.

Nacherzählt klingt diese Szene natürlich lächerlich und irgendwo ist sie das auch. Doch während Pacific Rim auf der Leinwand flackert, verdrängt man als Zuschauer derartige Einwände, denn in dem genannten Abschnitt kommt alles zusammen, was den Film zum perfekten - vielleicht sogar bislang besten - Popcorn-Kino des Jahres macht: computergenerierte CGI-Technik auf höchstem Hollywood-Niveau, eine dramatische Kampfsituation vor einer clever gewählten Kulisse (Hong Kong bei Nacht mit seinen hunderten Neon-Reklametafeln) und vor allem die richtige Portion Selbstironie.

Hier haut ein riesiger Roboter einem riesigen Monster ein riesiges Schiff ins Gesicht. Das ist albern, aber es macht Spaß.

Die Story

Seit einigen Jahren kämpft die Menschheit jetzt schon gegen die Kaiju. Das sind gewaltige Monster, die aus einer Dimensionsspalte im Pazifik in unsere Welt gelangen und die Küsten angreifen. Konventionelle Waffen wie Panzer und Jets haben sich schnell als nutzlos erwiesen, also riefen die Nationen der Welt das Jaeger-Programm ins Leben.

An strategisch wichtigen Schlüsselpositionen errichteten die Menschen Basen, von denen sie riesige Kampfmaschinen - Jaeger genannt - gegen die Kaiju ausschicken. Gesteuert werden die laufenden Megawaffen von jeweils zwei Piloten, deren Geister verschmelzen, denn nur synchron können sie die enorme psychische Belastung der Jaeger-Kontrolle ertragen.

Pacific Rim
Jeder Jaeger-Mech muss von zwei Piloten gesteuert werden. Im Cockpit von »Gipsy Danger« sitzen Raleigh Becket (Charlie Hunnam) und Mako Mori (Rinko Kikuchi).

Zunächst scheint der Plan auch aufzugehen: Die Jaeger bezwingen die Kaiju reihenweise. Doch irgendwann wendet sich das Blatt, die fremden Lebensformen passen sich an und fünf Jahre später steht das Jaeger-Programm vor dem Aus. Stattdessen sollen gewaltige Mauern die Küstenstädte der Menschen schützen. Als auch dieser Plan ins Wasser fällt, sammelt Marshall Pentecost (Idris Elba) seine verbleibenden Piloten ein und bereitet einen verzweifelten Gegenschlag vor.

Godzilla trifft Neon Genesis Evangelion

Kaiju-Filme haben in Asien eine lange Tradition. Godzilla, ihr berühmtester Vertreter, ist auch bei uns weitläufig bekannt. Auch Regisseur Roland Emmerich durfte sich 1998 an einer US-Adaption des Stoffes versuchen - und spektakulär gescheitert. Riesige Monster sind für uns also spätestens seit den Marvel-Filmen kein seltener Anblick im Kino, gewaltige Kampfroboter seit den Transformers-Filmen auch nicht mehr. Die Kombination beider nach Vorbild von Neon Genesis Evangelion ist dagegen eher neu.

Pacific-Rim-Regisseur Guillermo del Toro lehnt sich also bei seiner Themenwahl nicht allzu weit aus dem Fenster. Kein Wunder, schließlich soll diese millionenschwere Hollywood-Produktion ein breites Publikum erreichen, und da darf es eben nicht zu komplex werden. Die Idee mit den zwei Piloten für jeden der Jaeger-Mechs geht allerdings überraschend gut auf. Die Charaktere sind zwar durchweg eindimensional angelegt, aber dadurch auch schnell in ihre Stereotype einzuordnen und überschaubar. So bleibt genug Zeit für die Actionszenen, das eigentliche Highlight von Pacific Rim.