Artikel

Die Artikel-Übersicht auf GameStar.de mit Previews, Hintergrund-Berichten, Reports, Kolumnen, Interviews, Kinofilm-Kritiken und mehr.
Seite 1 2 3 4 5

Report: 10 Fortsetzungen, die wir uns wünschen...

Bei vielen Spielen wäre ein weiterer Teil wirklich nicht nötig gewesen. Bei manchen hingegen schon. Zeit, ein wenig zu träumen ...

Von GameStar Redaktion |

Datum: 14.05.2008


10 Fortsetzungen, die wir uns wünschen... : Spiele ereilt gelegentlich dasselbe Schicksal wie so manchen Entdecker, Künstler, Revoluzzer oder Erfinder: Oft erlangen sie erst nach ihrem Tod Berühmtheit, ergattern post mortem einen Platz auf dem Podest der größten Größen aller Zeiten. Gut, es wäre vielleicht vermessen, Vincent van Goghs Malereien, Gregor Mendels Vererbungsgesetze oder Franz Kafkas Schriftwerke mit Computerspielen zu vergleichen. Dennoch gab es in den letzten zwei Jahrzehnten einige Programme, die Maßstäbe gesetzt, Herausragendes geleistet oder sich schlicht einen Platz in unserem Herzen erkämpft haben -- und dafür trotzdem nicht (oder zu spät) mit Aufmerksamkeit belohnt wurden.

Was passiert, ist ebenso tragisch wie unvermeidbar: Fehlt dem Entwickler das Geld, stirbt unweigerlich die Hoffnung auf eine Fortsetzung. Die Marke scheidet dahin. Wir haben für Sie in die Vergangenheit (und unsere Erinnerung) geschaut, das Spielearchiv durchforstet und zehn Klassiker ausgegraben, die eingegangen sind, obwohl sie sich über die Jahre einen unbestreitbaren Kultstatus ergattert haben. Und die aus vielerlei Gründen eine Fortsetzung verdient hätten. Diese Gründe legen wir dar. Zudem wagen wir einen Blick in die Kristallkugel: Wie wahrscheinlich ist es, dass diese Spiele tatsächlich noch einen weiteren Serienteil bekommen?

No One Lives Forever

10 Fortsetzungen, die wir uns wünschen... : Shooter sorgen selten für Lachanfälle, sind sie aufgrund ihrer Thematik (Weltkrieg, Horror, Science- Fiction) eher ernsterer Natur. Im Jahr 2000 räumte der Entwickler Monolith mit diesem Vorurteil auf und ließ das ebenso bunte wie witzige No One Lives Forever auf die Spieler los. Das 60er-Jahre-Szenario, eine kesse Agentin als Heldin und herrlich überzeichnete Widersacher (unter anderem eine korpulente Wiener Opernsängerin) persiflierten das Spionage-Szenario samt früher James Bond-Filme. Auch sonst lieh sich der Shooter vieles von 007, etwa die exotischen Schauplätze (Marokko, Berlin, die Alpen) und natürlich das Q-typische Spezialzubehör. So knackte Cate Archer mit einem Schweißbrenner- Feuerzeug Vorhängeschlösser oder lenkte Wachen mit einem Roboterpudel ab. Unser Favorit waren jedoch die explodierenden Lippenstifte -- stilvoller kann man als Geheimagentin wohl kaum die Welt retten.

10 Fortsetzungen, die wir uns wünschen... : Dauerfeuer war nur selten von Cate gefragt. Dauerfeuer war nur selten von Cate gefragt. Was oberflächlich klingt, war in Wahrheit ausgesprochen taktisch. So musste Cate nicht nur Überwachungskameras ausweichen oder Feinde mit einer Münze in dunkle Ecken locken, sondern auch ihre Waffen mit passender Munition (etwa Dumdum-Geschossen) bestücken. Zwar gab es 2002 eine (mäßig erfolgreiche) Fortsetzung, die konnte dem ersten No One Lives Forever aber nur bedingt das Wasser reichen. Und über den dürren Ableger Contract J.A.C.K. breiten wir an dieser Stelle den Mantel des Schweigens. Es wird also wieder Zeit für einen humorvollen Shooter, der witzige Ideen mit spielerischem Anspruch zu kombinieren weiß!

Outcast

10 Fortsetzungen, die wir uns wünschen... : Ulukaï, Okasankaar, Faé Rhân, Daokas -- eigentlich wäre für Outcast ein offizielles Wörterbuch praktisch gewesen. Trotz oder gerade wegen der Flut an bizarren Begriffen hat das Action-Adventure anno 1999 eine für das Genre bislang beispiellose Tiefe und Atmosphäre erzeugt. Religion, gesellschaftliche Strukturen, Politik -- die Autoren haben ganze Arbeit geleistet, um eine stimmige, lebendige Welt zu simulieren. Gut, anfangs bekam man davon nicht viel mit, stolperte stattdessen mit dem Helden Cutter Slate (gesprochen von Manfred »Bruce Willis« Lehmann) noch recht planlos durch die hübschen Voxel-Umgebungen des Planeten Adelpha. Mit der Zeit entwickelte sich durch Quests, teils ausufernde Dialoge und eben diese Fülle an skurrilen Details jedoch eine packende Geschichte um die Rettung gleich zweier Welten -- eine Geschichte, bei der man nicht nur wegen des dramatischen Finales traurig war, dass der Abspann nach etwa 30 Spielstunden Schluss machte.

10 Fortsetzungen, die wir uns wünschen... : Damals enorm hüsch: die Voxel-Landschaften. Damals enorm hüsch: die Voxel-Landschaften. Der Entwickler Appeal trug für Outcast nicht nur inhaltlich, sondern auch technisch dick auf, verpasste der Bevölkerung bereits neun Jahre vor Assassin's Creed ein KISystem mit realistischen Tagesabläufen und ließ den Soundtrack vom Moskauer Symphonie-Orchester nebst Chor einspielen. Interessiert hat es trotzdem zu wenige Menschen; weltweit ging Outcast rund 400.000 Mal über die Ladentheke. Der im Jahr 2001 angekündigte Nachfolger The Lost Paradise wurde aus Geldnöten nie fertig gestellt. Dabei wär's so schön gewesen, mal wieder in eine derart stimmige Welt einzutauchen.

Diesen Artikel:   Kommentieren (67) | Drucken | E-Mail
Sagen Sie Ihre Meinung (» alle Kommentare)
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten!
» Zum Login

Sie sind noch nicht in der GameStar-Community angemeldet?
» Zur kostenlosen Anmeldung
Erster Beitrag  |  » Neuester Beitrag
1 2 3 ... 7 weiter »
Avatar Simon667799
Simon667799
#1 | 11. Jun 2008, 16:14
Für Freelancer 2 würde ich 150 euro zahlen =(
rate (6)  |  rate (0)
Avatar GEMS1
GEMS1
#2 | 11. Jun 2008, 16:14
ach ja...outcast....ich habs neulich ertsmal wieder gespielt...jetzt reicht mein cpu ja aus (die die es gespielt haben wissen was ich meine^^)...
rate (3)  |  rate (1)
Avatar Vego
Vego
#3 | 11. Jun 2008, 17:17
oh man outcast 2 war einer meiner Hoffnungen^^ Teil 1 war einfach eine super story mit schönem Humor :D
rate (3)  |  rate (1)
Avatar AvalonAsh
AvalonAsh
#4 | 11. Jun 2008, 17:18
Mir fehlt da Magic Carpet!
Ein ähnlich schnelles, ransantes Actionspiel mit Taktikeinfluss hat es seitdem nicht mehr gegeben und jede einzelne spielerische und technische Marktentwicklung seit dem letzten Teil würden eine Neuauflage begünstigen. Als Teil 1 rauskam steuerte man Shooter noch per Pfeiltasten auf dem Keyboard. MC war das erste mal, dass ich die Kombi Maus-Tastatur benutzt habe. Die Grafik ginge heute ohnehin noch extremst viel cooler, obwohl das Ding 1994 schon bewegten Wellengang und verformbares Terrain hatte. Vor allem aber mit den heutigen CPU Reserven für die KI ließe sich so viel machen. Die Dörfer könnten sich viel natürlicher verhalten und mir mit ein paar Rollenspieleinlagen auch Quests geben, die mich in ihrer Gunst steigen lassen. Duelle mit Gegnerischen Teppichfliegern wären in einem Spiel nach heutigem Stand unglaublich fetzig und geil anzusehen.

Bitte, bitte, macht endlich dieses Spiel

Ansonsten nehm ich statt Freelancer lieber ein Freespace 3 (habs nicht so mit Frachtern) und ach ja, es gibt schon ein besseres Master of Orion und das heisst Galactic Civilizations 2 - aber davon mag GameStar ja irgendwie nix hören. Denn außerhalb der rose Nostalgiewolke sieht MoO2 heute nicht mehr so super aus vergleicht man es mit dem aktuelleren Kollegen (und ich die beiden ersten Teile intensivst geliebt!). Es unterliegt weit in den Belangen: Wirtschaftssystem, Diplomatie, Forschungsbäume, Balance von Rassen und Fähigkeiten sowie Schiffsbaukasten, Atmosphäre und Umfang. Nur die Spionage ist bei beiden Spielen nicht gut gelungen und die taktischen Rundenkämpfe allein heben MoO2 auch nicht so weit heraus - dafür ist derjenige, der den ersten Zug hat, zu stark im Vorteil. Oft sind die Kämpfe so einfach unausgewogen. GC2 bietet diese Kämpfe zwar nicht, dafür aber sogar eine Kampagne und zahlreiche Editoren für die vielen Modder in seiner sehr aktiven und gut gepflegten Community.
rate (1)  |  rate (0)
Avatar Draidis
Draidis
#5 | 11. Jun 2008, 17:19
Master of Orion, damals war ich geschockt. 100MB für ein spiel ... wo soll ich die den hernehmen :) War aber großartig!
rate (1)  |  rate (0)
Avatar AvalonAsh
AvalonAsh
#6 | 11. Jun 2008, 17:22
Ohja, 100MB war hart. Und dabei blieb das Introvideo sogar noch auf der CD. Aber dafür hatte das Spiel ja damals auch schon Super-VGA - wenn auch nur mit 256 statt damals langsam zeitgemäßeren 65.000 Farben. Man waren das Zeiten ;)
rate (0)  |  rate (0)
Avatar hoodie
hoodie
#7 | 11. Jun 2008, 17:26
Hammer! Outcast! SS2!! und jaaaaa AvalonAsh: MAGIC CARPET!!! *sabber* Ich krieg echt Tränen in den Augen ob der geilen Zeit, die da hinter mir liegt... *schnief*
rate (1)  |  rate (0)
Avatar der_rofler
der_rofler
#8 | 11. Jun 2008, 17:49
mhmm, von allen spielen die ich gut fand gab es auch (mehr oder minder gute) fortsetzungen. oder es wurde schon die fortsetzung angekündigt wie bei mafia oder starcraft
rate (0)  |  rate (0)
Avatar Draculea
Draculea
#9 | 11. Jun 2008, 18:03
hach ja
was würde ich für ein Freelancer 2 geben :)
rate (1)  |  rate (0)
Avatar Wallenstein
Wallenstein
#10 | 11. Jun 2008, 18:49
Ein Artikel, der mir die Tränen in die Augen treibt.

Danke, GameStar. *thumbsup*
rate (4)  |  rate (2)
1 2 3 ... 7 weiter »


PROMOTION
 
top Top
Suchen
GAMEPRO MEDIA © IDG Entertainment Media GmbH - alle Rechte vorbehalten GAMEPRO MEDIA