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| Donnerstag, 18.03.2010 Specials - Reports Die Heldin Salonfähig gemacht durch Lara Croft, die bis heute das Rollenvorbild für alle Action-Heldinnen ist: taff, kampftüchtig und schlagfertig, also im Wesentlichen ein Mann mit Brüsten. Obwohl Heldinnen eine tragende Rolle spielen, entwickeln sie selten große Charaktertiefe. Frauen, die den Spieler begleiten, zeigen meist eine facettenreichere Persönlichkeit, wohl weil sie dem Helden als Gesprächspartner und mitunter als romantic interest dienen. Vom Spieler gesteuerte Heldinnen dagegen dürfen sich nicht verlieben, sie sind für (männliche) Spieler Identifikations- und Sexobjekt zugleich. Es dürfte kein Zufall sein, dass fast alle Actionspiele mit Heldinnen statt der Ego-Ansicht eine Verfolgerperspektive wählen, ob auf Lara oder Scarlett (Venetica), auf Jade (Beyond Good & Evil) oder Rayne (Bloodrayne), auf Violett (Velvet Assassin) oder Rubi (Wet). Die Begleiterin: Dass einem Actionhelden immer eine Frau zur Seite zu stehen hat, ist eine Hollywood-Tradition, die auch in Spielen beherzigt wird: Gordon Freeman hat seine Alyx, der Prinz aus Persien seine Farah oder Elika, Chris Redfield seine Sheva. In dieser Konstellation entwickeln einige Spiele starke, vielseitige Frauenfiguren mit ausgeprägter Charakterzeichnung. Weil Liebesbande oder zumindest dezente Flirt-Spannung zum Handlungskonzept gehören, dürfen die Charaktere auch Emotionen und Zweifel zeigen. Begleiterinnen sind oft selbstbewusst und eigenständig (etwa Alyx), mitunter sogar ambivalent und zerrissen, etwa Bastila aus Knights of the Old Republic. Das macht sie zu glaubwürdigeren Persönlichkeiten als die meisten Heldinnen, die ihrer Rolle nach eher Spieler-Marionetten darstellen. Die Gegenspielerin: Wenn Frauen in Spielen als Gegner oder Hauptbösewicht auftauchen, wie Alexis Sinclair im Uralt-Shooter Sin oder Amanda Evert in den neueren Tomb Raider-Titeln, dann meist deshalb, weil es nach wie vor Seltenheits- und deshalb Überraschungswert hat, und weil es auf (auch sexuell) reizvolle Weise mit der Frage spielt, wer wen dominiert. Im Normalfall triumphiert am Ende der Mann über die Frau. Diese Fallhöhe ist dann am größten, wenn sich eine vermeintlich wohlgesinnte Begleiterin als Femme Fatale und Verräterin entpuppt, wie in Resident Evil 4 oder Dead Space. Solche Wendepunkte sind fast immer dramaturgische Effekthascherei, die wenigsten Spiele machen sich die Mühe, die Motive nachvollziehbar zu erklären. Mitunter dienen Frauen auch als reguläre Gegner oder Monster, in dem Fall fast immer stark sexualisiert, etwa wenn in Silent Hill Zombie-Krankenschwestern auf den Spieler zustöckeln oder ihn in Wolfenstein Leder- Soldatinnen anspringen. Man darf sich fragen, welcher Gedanke wohl dahinterstecken mag, aufreizende Frauen niederzuschießen. Das Opfer: Das klassische Motiv von der Prinzessin in Not ist auch in Computerspielen inzwischen aus der Mode; wenn es dennoch eingesetzt wird, dann ironisch verdreht wie im Knobelspiel Braid. Trotzdem setzen Spiele nach wie vor auf die nicht unerhebliche Motivation, die daraus entspringt, einer (sympathischen) Frau zu Hilfe zu eilen wie in der Monkey Island-Serie oder sie zu rächen wie in Prey oder dem Konsolen-Shooter The Darkness. Die Opferrolle in Spielen ist immer eindimensional, die Frau fällt unverschuldet bösen Mächten in die Hände. Tatsächlich zeigen Spiele Frauen zu selten als Opfer, vor allem zu selten als Opfer der Gewalt, der Gesellschaft und der archaischen Rollenbilder, die sie zum Thema haben. Fast nie bekommen Spieler zu sehen, dass Leid und Probleme etwas anderes sein können als Pech, nämlich Konsequenzen aus Handlungen, Entscheidungen und Umständen. Das Accessoire: Um zu sehen, in welchem Maße die Spielebranche Frauen als Hingucker und schmückendes Beiwerk betrachtet, genügt ein Blick auf viele Spieleschachteln, Artworks oder in die Galerien auf GameStar.de. Der »Babes«-Faktor gehört zum Repertoire jeder Marketing-Abteilung. Insbesondere in Krawall- Rennspielen wie Juiced 2 oder einigen Need for Speed-Titeln, in manchen Rollenspielen und in Macho-Shootern haben Frauen keine andere Rolle, als gut auszusehen und dem Spieler zuzujubeln, ihn anzuschmachten oder zumindest in Ruhe zu lassen. Google-Anzeigen
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FKFlo
#1 | 16. Nov 2009, 18:00
Klasse Text^^
Pers. muss ich sagen spiele ich auch viel lieber einen weiblichen Charactar^^
White Saturn
#2 | 16. Nov 2009, 18:12
Wie üblich ein sehr schöner Artikel von Schmidt. Sehr vorbildlich ist in dieser Hinsicht Dragon Age. Das Spiel bietet nicht nur sexy männliche Helden zum anbaggern sondern sogar erlaubt sogar Homosexualität.
Darkan*
#3 | 16. Nov 2009, 18:19 Zitat von FKFlo: Klasse Text^^ Pers. muss ich sagen spiele ich auch viel lieber einen weiblichen Charactar^^ Ja, weil du dann das ganze Spiel über was zu Gaffen hast? ^^
Joeamarsh
#4 | 16. Nov 2009, 18:25 Zitat von Darkan*: Zitat von FKFlo: Klasse Text^^ Pers. muss ich sagen spiele ich auch viel lieber einen weiblichen Charactar^^ Ja, weil du dann das ganze Spiel über was zu Gaffen hast? ^^ is doch logisch^^
Kleinkariert
#5 | 16. Nov 2009, 18:37
Oh ja ich erinnere mich noch an das gute alte Fallout, bei dem zwischen männlichem und weiblichem Charakter noch kleine spielerische unterschiede gab, die es im dritten Teil überhaut nicht mehr gab.
Kleines Beispiel: Als Mann konnte man in Fallout 2 mit anderen Frauen schlafen. Hat man das oft genug getan bekam man den "Gigolo Perk". Später konnte man sogar zum Pornostar werden und somit nach einer Nacht mit der Frau eines Mafiabosses den Code zum Tresor bekommen. Hatte man im Spiel noch keine "sexuelle Erfahrung" ist die Dame nach dem Sex direkt eingeschlafen und man konnte somit nicht an den Code des Tresors rankommen :) Als Frau hingegen konnte man dafür öfter seinen Körper "verkaufen", musste aber z.B. um am Boxtunier teilnehmen zu können, erstmal den Trainer überreden können, da der nichts von Frauen im Ring hält.
OldestVisitor
#6 | 16. Nov 2009, 18:43
In manchen Generes sind nun mal Männer die Zielgruppe und das mit großem Abstand und natürlich sieht man große Brüste lieber wie einen leeren Ausschnitt als Mann. Männer gefällt sowas, und weiter?
Im übrigen haben Frauen auch eine ganz andere gesellschaftliche Stellung in Deutschland, in Sachen Moral trotz allem Gleichheitsgeschwätz. Wer das nicht erkennt der lässt grundlegendes auser Acht. z.B. Unfall: 100 Tote, darunter auch viele Frauen und Kinder....na was an dieser alltäglichen Meldung gemerkt??? Richtig, klingt fast so das es schade ist, das es nicht nur Männer getroffen hat, oder wie sonst kann man so eine Formulierung erklären?
Major Zer0
#7 | 16. Nov 2009, 18:53 Zitat von White Saturn: Wie üblich ein sehr schöner Artikel von Schmidt. Sehr vorbildlich ist in dieser Hinsicht Dragon Age. Das Spiel bietet nicht nur sexy männliche Helden zum anbaggern sondern sogar erlaubt sogar Homosexualität. Das wusst ich garnicht, ich finds dumm, dass spiele sich immer mit realpolitischen dingen messen und anpassen müssen. Soll ich dann bei dragon age in die richtige stadt gehen wo homoehe erlaubt ist oder wie? Die sollen am teppich bleiben, spiel ist spiel. Außerdem wenn sich schon über sexismus in spielen beschwert wird, sollte man die schuld beim entwickler und nie beim spieler suchen.
rbue
#8 | 16. Nov 2009, 18:57 Zitat von OldestVisitor: [...] z.B. Unfall: 100 Tote, darunter auch viele Frauen und Kinder....na was an dieser alltäglichen Meldung gemerkt??? Richtig, klingt fast so das es schade ist, das es nicht nur Männer getroffen hat, oder wie sonst kann man so eine Formulierung erklären? Man muß sie so verstehen, wie sie gemeint ist. Der "normale Mensch" ist immer männlich bis zum Beweis des Gegenteils. Deshalb wird pauschal von 100 Toten geredet und deshalb wird gesagt, daß auch Mitglieder von Randgruppen darunter sind. Im Satz Zitat von : Diese Fallhöhe ist dann am größten, wenn sich eine vermeintlich wohlgesinnte Begleiterin als Femme Fatale und Verräterin entpuppt, ... stehen spoiler. Kann man das bitte ändern. Für mich ist es leider zu spät. .
GradCelsius
#9 | 16. Nov 2009, 19:06
Finde Gemma Atkinson aus Command & Conquer: Alarmstufe Rot 2 weit hübscher als diese Polygon-Damen.
Hier einige Bilder von Gemma: [url]http://www.wallpaperbase.com/celebs-g emmaatkinson.shtml[/url]
White Saturn
#10 | 16. Nov 2009, 19:15 Zitat von Major Zer0: Das wusst ich garnicht, ich finds dumm, dass spiele sich immer mit realpolitischen dingen messen und anpassen müssen. Soll ich dann bei dragon age in die richtige stadt gehen wo homoehe erlaubt ist oder wie? Die sollen am teppich bleiben, spiel ist spiel. Außerdem wenn sich schon über sexismus in spielen beschwert wird, sollte man die schuld beim entwickler und nie beim spieler suchen. Ich finde erwachsene Spiele sind weit mehr als Holzbauklötze und ein wichtiges Stück gerade unserer Kultur. Das heisst aber auch die sie mit der selben Verantwortung umgehen müssen wie andere Kulturgüter. Ich bevorzuge durchaus Spiele die mehr sind, als "nur am Teppich". Davon abgesehen thematisiert Dragon Age keine Diskussionen über Feminismus oder Homosexualität. Die Elemente sind vorhanden und natürlich wie es Mana oder Magie gibt.
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