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Report: Spiel vs. Wirklichkeit

Wie viel haben Spiele mit der Realität zu tun?

Fährt man nach Rennspielen rücksichtsloser? Wird man durch Shooter aggressiver? Die promovierte Psychologin Monica Mayer hat Spieler befragt, was sie aus der virtuellen Welt ins echte Leben übernehmen.

Von GameStar Redaktion |

Datum: 24.04.2010


Stanley rast mit über 200 Stundenkilometer durch die kleine Ortschaft. Er nimmt scharfe Kurven und hetzt über schmale Gässchen, die Verfolger knapp hinter ihm.

Er muss es unbedingt schaffen, nur Hundertstel von Sekunden trennen ihn noch von den nächsten Nachfolgern. Stanley ist höchst konzentriert, sein Adrenalinspiegel steigt, sein Herz rast. Wird er es schaffen?

Im Grund genommen ist es gar nicht so wichtig, ob er wirklich als erster das Ziel durchfährt. Wenn nicht, kann er das Spiel neu starten und einen weiteren Anlauf nehmen. Doch was passiert, wenn Stanley den Rechner ausschaltet, ins Auto steigt und im realen Leben fährt? Wird er sich genauso rücksichtslos verhalten, sein eigenes und das Leben von Passanten und anderen Fahrern gefährden?

Dem zugrunde liegt eine langwierige und passionierte Diskussion: Findet eine Übertragung von Spielinhalten ins wirkliche Leben statt oder nicht?

Spiel vs. Wirklichkeit :

These 1: Rahmung

Die Debatte beschäftigt die Wissenschaft, insbesondere in Deutschland, seit vielen Jahren. Einige Forscher (zum Beispiel Manuel Ladas und Tanja Witting) argumentieren, dass das Spiel stark »gerahmt« ist, d.h. dass die Spieler sich ständig bewusst sind, dass sie sich in einem Spiel befinden und unterscheiden können, wann sie ins wirkliche Leben zurück wechseln. Rahmung kann man sich erklären als die Antwort auf die Frage: »Was geht hier eigentlich vor?« Spieler beantworten diese Frage häufig anders als etwa ihre Eltern. Erstere sehen die Herausforderung der Spieldynamik (»Ich bin besser als der andere«), letztere sehen die realistische Gewaltdarstellung und denken: »Mein Kind tötet andere.« Die Interpretation des eigentlichen Geschehens fällt grundsätzlich verschieden aus. Die Theorie der Rahmung basiert auf der Beobachtung, dass Spieler allgemein eine Spielsituation von einer realen gut unterscheiden können.

These 2: Durchlässigkeit

Spiel vs. Wirklichkeit : Serious Games wie Global Conflicts: Latin America setzen auf den bewussten Lerneffekt durchs Spielen. Serious Games wie Global Conflicts: Latin America setzen auf den bewussten Lerneffekt durchs Spielen. Andere Autoren (zum Beispiel Manfred Spitzer, Dave Grossmann und Gloria Degaetano) weisen darauf hin, dass beide Situationen, die virtuelle wie die reale, von demselben Gehirn wahrgenommen werden. Das Gehirn lernt unentwegt, wenn man es ihm erlaubt. Es lernt auch von Computerspielen und kann im Spiel gelernte Strategien im wirklichen Leben anwenden, also virtuelle und reale Ereignisse ineinander fließen lassen. Neuronale Bahnen verhalten sich wie Spuren im Schnee: je mehr ein Weg benutzt wird, desto besser tritt er sich ein, und desto öfter wird er wiederholt verwendet werden. So verselbständigen sich eingeübte Verhaltensmuster und werden zunehmend automatisiert. Manfred Spitzer geht davon aus, dass Gewalt in gewalthaltigen Spielen »nicht nur passiv konsumiert, sondern aktiv trainiert« wird, was, wie die Lernforschung seit langem weiß, zu einem deutlich besseren Lernerfolg führt.

Die Relevanz

Die Beantwortung der Frage nach der Rahmung oder Durchlässigkeit von Spielinhalten auf das wirkliche Leben ist deshalb so wichtig, weil sie unter anderem darüber Auskunft geben soll, was junge Gehirne ertragen können, ohne zum Beispiel eine Aggressivitätssteigerung zu verursachen. Im Zentrum steht der Jugendschutz, es geht aber durchaus auch um die Frage, inwiefern erwachsene Menschen von Medieninhalten beeinflusst werden. Wenn man davon ausgeht, dass Spielinhalte eins zu eins auf das wirkliche Leben übertragen werden können, müsste man konsequenterweise alles verbieten, wo »Menschen« getötet oder verletzt werden. Dies ist in etwa der Stand der aktuellen »Killerspiel«-Diskussion.

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Avatar prichter
prichter
#1 | 24. Apr 2010, 10:02
Seh nix^^
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Avatar sn8per
sn8per
#2 | 24. Apr 2010, 10:05
ist ja geil, kein atikel da... :-(
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Avatar ciberglubsch
ciberglubsch
#3 | 24. Apr 2010, 10:05
Zurzeit ist nichts da bitte fixen.
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Avatar maloca08
maloca08
#4 | 24. Apr 2010, 10:07
Mh war eig ganz interissant wieso is alles wieder weg? :D

Also ich bin jedenfals der Meinung das man ein spiel nicht so schnell in die realität einbindet wenn man was in der birne hat :P
Mir ist sowas jedenfals noch nicht passiert und sollte es mir passieren würde ich mir ernsthaft sorgen machen ^^
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Avatar brainpinker
brainpinker
#5 | 24. Apr 2010, 10:27
Realismus in renn bzw sportspielen erhöhen den fun bei simulanten . Bei arcadespielern wie mir bewirkt es eher das gegenteil . Aber realismus in Weltkriegs shootern ist da schon ne andere sache , na egal wers braucht .
Ich finde aber das ein grossteil dieses realismus overkills auf die kappe der PC zeitschriften geht .
Da meistens nur noch nach eben diesen kriterien bewertet wird , wenn ein spiel aber nicht realistisch ist gibt es automatisch abzüge bei der bewertung .
Würde mich mal interesieren wie die Gamestar redakteure zu dem thema stehen .Und ob sie es überhaupt der mühe wert finden ein statement abzugeben !!??

MFG
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Avatar Slup
Slup
#6 | 24. Apr 2010, 10:36
Moar wer zur hölle hat das Foto von der armen frau verbrochen? Das Bild ist sowas von dermassen Schlecht, kein geld mehr für nen ordentlichen Fotograf gehapt?
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Avatar undergroundmax
undergroundmax
#7 | 24. Apr 2010, 10:38
Ich muss sagen, es gibt immer wieder kurze Momente, nach intensivem spielen, wo ich Reaktionen aus einem Game in die reale Welt mitnehme.
z.B. als ich intensiv BFBC2 gespielt habe, bin ich danach auf den Balkon, und in einiger Entfernung ist ein schwarzer Vogel vorbei geflogen, und meine erste Reaktion war "UAV" und ich hatte für einen Moment dsa Gefühl ich müsse darauf reagieren.

Etwas ähnliches ist mir passiert, als ich intensiv GTA4 gespielt habe. Als ich dann real gefahren bin, wollte ich für einen Moment beim rückewärts fahren eine 180° drehung machen, wie man das im Spiel machen kann.

Ich glaube schon das da eine Konditionierung stattfindet.
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Avatar Snoot
Snoot
#8 | 24. Apr 2010, 11:07
Ich muss sagen, ein sehr interessanter Bericht, in dem sich vieles aus den eigenen Erlebnissen nachvollziehen läßt. Ich hab zwar noch nie versucht den Kaffeepott neben dem Bildschirm anzuklicken, hatte aber eine entsprechende Erfahrung beim Auto fahren. In dieser Zeit hatte ich extrem viel Rennspiele gespielt. Als ich dann auf einer B-Straße einen anderen Wagen mit ca. 100khm überholt habe (der andere fuhr keine 60), is in Gegenrichtung aus einer Einfahrt ein anderer Wagen eingebogen, ohne zu prüfen, ob ihm evtl. zwei Autos entgegen kommen. Bremsen war nicht mehr. Bin dann intuitiv auf gut 5cm an den Wagen rechts ran gefahren und hatte keine 10cm Platz zu dem Wagen links. Das alles ging ohne überhaupt bremsen zu wollen und ohne dem üblichen Adrinalinschub, den man sonst in so einer Situation bekommt. Das war auf jeden Fall ein positives Erlebnis, wie man den "coolen Kopf" aus der Rennsim auch ins richtige Leben mitnehmen kann.
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Avatar däbbgothicfan
däbbgothicfan
#9 | 24. Apr 2010, 11:18
also ich seh alles
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Avatar GODzilla
GODzilla
#10 | 24. Apr 2010, 11:31
Also ich kenne bisher nur zwei mildere Formen, bei denen sich die virtuelle Erfahrung übertragen hat:

Einmal intern, also von virtuell zu virtuell, als ich nach übermäßigem Konsum eines Strategiespiels ständig versucht habe, auf dem Desktop die Kamera zu drehen oder mit einem Drehen am Mausrad rein zu zoomen. :D

Und dann extern, damals, als Need for Speed Underground veröffentlicht wurde. Ich hab's wie verückt gespielt. Wenn ich dann durch die Stadt gelaufen bin habe ich wie automatisch die Autos betrachtet und mir diese mit Tuning-Kits, Spoilern, Vinyls, anderen Farben usw. vorgestellt.

Das fand ich schon etwas gruselig im Nachhinein, weil ich es gar nicht unterdrücken konnte und es mir wochenlang so erging. O_o

Seitdem aber...nix. Man denkt manchmal an ein gutes Computerspielen und freut sich schon darauf, es später wieder zocken zu können, aber Einfluss auf Wahrnehmung oder Denkmuster haben PC-Spiele seit längerer Zeit nicht genommen.

So habe ich z.B. in der Realität noch nie zum Spaß die Handbremse gezogen, während ich das in meiner Lieblingsdisziplin in Rennspielen - der Rallye - ständig und intensiv betreibe. Driften - im Spiel oft und gerne, in der Realität nie.
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