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Report: Der Aufstieg der Facebook- und Browserspiele

Sozialer Sprengstoff

Kostenlos, dynamisch und enorm erfolgreich: Freundeskreise in sozialen Netzwerken haben Browser-Spiele zu einem explodierenden Wachstumsmarkt gemacht. Auch immer mehr große Marken wie Civilization oder FIFA zieht es nach Facebook.

Von Heinrich Lenhardt |

Datum: 08.08.2010


Der Aufstieg der Facebook- und Browserspiele : Facebook-Spiele wie Farmville schlagen spielend die Spielerzahlen von PC-Hits wie Modern Warfare 2, World of Warcraft oder Die Sims. Facebook-Spiele wie Farmville schlagen spielend die Spielerzahlen von PC-Hits wie Modern Warfare 2, World of Warcraft oder Die Sims.

Sid Meier, ruhmreicher Designer von Civilization- und Pirates-Ehren, begeistert sich für ein neues, rapide wachsendes Spielemarkt-Segment, in dem Innovationen und spannende Herausforderungen gedeihen. »Es ist ein Bereich, in dem wir immer noch die Regeln entdecken«, schwärmt Meier. »Dieser Aspekt erinnert mich an die frühen Jahre der Spieleentwicklung, als wir experimentieren und viele neue Dinge ausprobieren konnten.«

Zurück in die Zukunft

Die Zukunft hatten PC-Spieler immer mit technologischem Fortschritt verbunden; mit noch realistischer rendernden Grafikkarten, Speicherverdopplungen und immer mehr CPU-Kernen.

Der Aufstieg der Facebook- und Browserspiele : FarmVille symbolisiert den rasanten Aufstieg von Facebook als Spiele-Plattform. In guten Monaten hatte der unkomplizierte Bauernhof- Simulator über 80 Millionen aktive User. Zum Vergleich:Weltweit spielen »nur« 11,5 Millionen MenschenWorld ofWarcraft. FarmVille symbolisiert den rasanten Aufstieg von Facebook als Spiele-Plattform. In guten Monaten hatte der unkomplizierte Bauernhof- Simulator über 80 Millionen aktive User. Zum Vergleich:Weltweit spielen »nur« 11,5 Millionen MenschenWorld ofWarcraft. Die Zukunft für Sid Meier und immer mehr seiner Kollegen aber ist aus technologischer Sicht ein Rückschritt, mit Flash-Animationen statt 3D-Engines und einem Web-Browser samt Facebook-Konto als Plattform. »Social Games«, die Freundesbeziehungen auf sozialen Netzwerken als virales Gratis-Marketing-Mittel nutzen, haben sich zum heißesten Spiele-Wachstumsmarkt gemausert.

Sid Meier, der an dem Strategiespiel Civilization Network für Facebook arbeitet, ist damit nicht allein. Immer mehr gestandene Entwickler-Veteranen von Steve »Hitchhiker’s Guide« Meretzky bis Mike » Schlacht um Mittelerde « Verdu verdienen sich ihre Brötchen inzwischen in Social-Games-Gefilden. Brian Reynolds, der einst mit Meier Civilization 2 entwickelte, danach Big Huge Games gegründet und dort Rise of Nations erfunden hat, arbeitet seit einem Jahr für Zynga. Er sagt: »Ich kann mir gut vorstellen, dass Social Games einmal den größten Anteil am Spielemarkt haben werden.«

Das 80-Millionen-User-Spiel

Vor einem Jahr hatte der Boom seinen entscheidenden Urknall-Moment. Nach gerade einmal fünf Wochen (!) Entwicklungszeit wird im Juni 2009 das unkomplizierte Bauernhof-Aufbauspiel FarmVille von einer bis dato wenig bekannten Firma namens Zynga veröffentlicht.

Ein halbes Jahr später gibt es weltweit rund 80 Millionen Menschen, die Kartoffeln ernten, Kühe melken und Freunde dazu animieren, ebenfalls virtuelle Agrarflächen zu beackern. Selbst die Zahlen von Blizzards Erfolgstiteln verblassen gegen die Ausmaße dieser globalen Flutwelle. »Es gibt inzwischen mehr FarmVille- als Mario-Spieler« veranschaulicht Zynga-Vice-President Bill Mooney die neuen Machtverhältnisse.

Schwerter zu Pflugscharen

Zynga ist ein binnen zwei Jahren von 30 auf 900 Mitarbeitern gewachsenes Studio in San Francisco.

Der Aufstieg der Facebook- und Browserspiele : Die Facebook-Spiele-Charts im April 2010: Alle Top-10-Titel haben mindestens 20 Millionen aktive Spieler. Die Facebook-Spiele-Charts im April 2010: Alle Top-10-Titel haben mindestens 20 Millionen aktive Spieler. FarmVille mutet auf den ersten Blick wie ein unspektakulärer Enkel der 90er-Jahre-Spiele SimFarm und Harvest Moon an.

Man sät, wartet, erntet, verdient damit Gold und Erfahrungspunkte und erreicht wie in einem Rollenspiel höhere Charakterlevels. Nur dass man dadurch keine Kampffähigkeiten, sondern eine größere Auswahl an Saatgut und dekorativen Gegenständen freischaltet, die wiederum einen Extraschub Erfahrungspunkte einbringen. FarmVille nutzt vor allem die Benachrichtungsmechanismen von Facebook clever aus. Die Fortschrittsmeldungen von Spielern, oft mit dem Verschicken virtueller Bauernhof-Gegenstände verbunden, werden zum Grundrauschen in den Facebook-Kanälen – penetrant, aber wirksam.

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Avatar Dimi727
Dimi727
#1 | 08. Aug 2010, 11:42
Die games haben nur mehr spieler als normale Spiele, weil sie zugänglicher und kurzweiliger sind, sogar die oma meiner Freundin hat zugang zu Facebook...

Aber so anspruchslos wie diese "Spiele" sind, hoffe ich nicht,dass das die ZUkunft der Spiele ist..
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Avatar Spartacus 3000
Spartacus 3000
#2 | 08. Aug 2010, 11:48
Dieser Kommentar wurde ausgeblendet, da er nicht den Kommentar-Richtlinien entspricht.
Avatar Coolstyle
Coolstyle
#3 | 08. Aug 2010, 11:49
Irgendwie bin ich froh, an dem myspace, facebook und twitter gedöns vorbeigezogen zu sein, irgendwie vermiss ich diese platformen absolut nicht.
Zu den Games, vorallem Farmville: Ich finde das Spiel äußerst primitiv, hab mir paar videos auf youtube angeschaut und mir sind beim zuschauen schon Gehirnzellen abgestorben. Das I-Tüpfelchen ist ja, dass man sich für echtes Geld Pixels dazukaufen kann, da frag ich mich echt wieviel die Leute sich da kaufen und ob wirklich der Großteil der Menschen zu sabbernden Konsumzombies verkommen ist.

Tiefer gehts echt nicht mehr, aber das ist meine Meinung. Bei 80 Millionen Spieler dürfte hier anscheinend ein großer Markt für solche einfachen Spiele vorhanden sein, vorallem haben die fast keine Systemvorraussetzungen, eine hohe Zugänglichkeit und sind kostenlos anspielbar, Farmville könnte man vermutlich auf einem Taschenrechner spielen. Ich werde weiterhin einen weiten Bogen um diese Primitivspiele machen.

Das ganze ist ja nur eine Geldsache, einer machts vor, ist erfolgreich und alle ziehen nach um sich auch was vom Kuchen abzuschneiden.
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Dimi727
#4 | 08. Aug 2010, 11:55
Ja die games sind sau anspruchslos, meistens reichen ein paar klicks um alle optionen durchzuhaben..

Sie kosten lediglich Zeit, viel Zeit,wenn man vorankommen will,mehr nicht..
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Avatar dyx
dyx
#5 | 08. Aug 2010, 11:59
Die sind halt mit Facebook verbunden, das heißt Leute die bei Facebook sind spielen fast automatisch irgendeins dieser Spieler. Oder mehrere.
Bietet man so ein Spiel auf einer anderen Plattform an hat man wahrscheinlich direkt sehr viel weniger Nutzer. Aber möglicherweise immer noch in Millionenhöhe. Gibt ja auch genug Menschen die was spielen wollen aber sich keinen besonderen PC leisten können und nicht genug Bescheid wissen um sich Spieleklassiker zu holen. Oder dafür auch schwer Geld haben.

Das krasse ist halt auch, dass die jüngeren viel viel mehr mit dem Netz verbunden sind als meine Generation... dabei bin ich auch halbwegs mit dem Internet aufgewachsen. Aber die Kinder die jetzt so um die 14 rum sind hängen ja nur noch im Netz rum, tummeln sich auf diesen Plattformen, selbst die Mädels. Früher so vor 10 Jahren warn das nur Jungs die dann als Nerds belächelt wurden, Mädels wären nie auf die Idee gekommen den ganzen Tag im Netz zu verbringen.

Was ich aber auch noch seltsam finde ist dass die Entwickler es manchmal so darstellen als würden sie mit den Dingern den gleichen Markt abdecken wie mit vollwertigen Spielen. Was ja mal völliger Humbug ist, ich kann dem garnichts abgewinnen und wenn ich mal bei meiner Freundin guck sind 90% ihrer Freundesliste Frauen die sich sonst höchsten vor die Wii setzen würden.

Interaktion... mein Arsch. Die Leute reden doch garnicht miteinander, wo ist die Interaktion wenn jemand postet dass er ein Ei gefunden hat und einer auf Annehmen klickt?
Vllt braucht jemand was um einen Stall zu bauen, dann wird derjenige explizit beschenkt, unter Interaktion stelle ich mir aber trotzdem was anderes vor.
Naja, gesellschaftlicher Umgang durch den Monitor ist ja auch ganz ganz toll.
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Avatar Sriena
Sriena
#6 | 08. Aug 2010, 12:05
Facebook ist auch nicht mein Ding, schon wegen der starken offenlegung seiner Daten (so viel ich halt weis). Ich denke aber auch, das es nicht nur die Spiele sind, die es auf den Social Networks gibt, sondern generell Browsergames, denn die arbeiten auch nach dem Prinziep und sind nicht mit Facebook und Co. verbunden, wie Farm Ville. Ich denke mir, das auch dieser Markt irgendwann gesettigt ist und "rum probieren", tuhen die Entwickler doch immernoch, nur hat es sich von den Spielen "Intern", zu den Spielen "extern" (z.B. DLC`s) gewandelt.
Die "normalen" PC-Spiele werden nie aussterben aber die Entwickler haben nun eine weitere Plattform entdeckt, nämlich den Browser. ;-)
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Avatar Harlekin007
Harlekin007
#7 | 08. Aug 2010, 12:12
Wundert mich überhaupt nicht, is genau wie mit dem Jappywahn.
Wenn man sich aber mal die Leute anschaut wie die meisten davon drauf sind dann denk ich mir, sollen die hirnlosen Zombies lieber Kühe melken so haben wir wenigstens bei unsern Qualitativ hochwertigen spielen Ruhe vor den Vögeln.
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Avatar matzZz3
matzZz3
#8 | 08. Aug 2010, 12:13
Zitat von dyx
Das krasse ist halt auch, dass die jüngeren viel viel mehr mit dem Netz verbunden sind als meine Generation... dabei bin ich auch halbwegs mit dem Internet aufgewachsen. Aber die Kinder die jetzt so um die 14 rum sind hängen ja nur noch im Netz rum, tummeln sich auf diesen Plattformen, selbst die Mädels. Früher so vor 10 Jahren warn das nur Jungs die dann als Nerds belächelt wurden, Mädels wären nie auf die Idee gekommen den ganzen Tag im Netz zu verbringen.[/QUOTE:


Kann ich so Unterschreiben !
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Avatar Karash
Karash
#9 | 08. Aug 2010, 12:16
Das Social Networking könnte der Untergang des Gameing wie wir es kennen sein.

Sobald Sozialisierungspotential ein vollwertiger Produktfaktor ist und wir uns nichtmehr fragen "Wieviel Spaß macht dieses Spiel?" sondern "Wieviele Leute spielen das Spiel?" wird pompöses Marketing erfolgsrelevanter als qualitative, kundennahe Spieleentwicklung. Ab einer gewissen Spielerzahl ist das Potential, neue Leute über das Spiel kennenzulernen gleichwertig mit der Qualität des eigentlich Spiels.

Oder kurz: Auch ein langweiliges Spiel kann Erfolg haben, wenns nur genügend Leute spielen.
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Avatar Hatschi18
Hatschi18
#10 | 08. Aug 2010, 12:18
Zitat von Dimi727:
Ja die games sind sau anspruchslos, meistens reichen ein paar klicks um alle optionen durchzuhaben..

Sie kosten lediglich Zeit, viel Zeit,wenn man vorankommen will,mehr nicht..


Eigentlich bin ich deiner Meinung, doch habe neulich ein nettes Browsergame gespielt, welches mir sehr viel Spaß bereitet hat.
Google mal nach "GemCraft" ist ein Towerdefense-Spiel.

Spontan würde mir auch noch das neue Quake Spiel einfallen, welches hervorsticht. Ansonsten kann ich euch nur Recht geben.
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