Interstate ’76

Die Grafik von Interstate ’76 war technisch schon zum Release 1997 nicht mehr wirklich auf der Höhe der Zeit. Der unverwechselbare Stil hingegen ist absolut zeitlos und einer der Gründe, warum das Action-Rennspiel kaum an Reiz verloren hat. Die anderen sind die coolen Figuren, der grandiose Funk-Soundtrack und das ungewöhnliche Setting.

Der Name verrät es bereits: Interstate spielt im Jahr 1976 – allerdings mit einer alternativen Geschichtsschreibung. Den USA ist das Öl ausgegangen und auf den endlosen Highways herrscht Krieg um die letzten Reste der wichtigen Ressource. Was im ersten Moment nach Mad Max klingt, ist dann doch nicht ganz so endzeitlich und vor allem nicht so abgedreht. Die Autos können zwar mit Waffen und weiteren Upgrades aufgestockt werden, sehen aber sehr nach dem aus, was man auf US-Straßen in diesen Jahren erwarten durfte. Interstate ’76 erzeugt mit seinen riesigen, einsamen Missionsgebieten in denen nur ganz selten Zeichen menschlicher Zivilisation auftauchen eher ein Gefühl der Endlosigkeit, in der der Spieler verloren gehen kann. Frei nach dem Motto: Ich und die Straße, bis in den Sonnenuntergang.

Dabei gibt uns die in vielen Zwischensequenzen erzählte Geschichte durchaus eine klare Richtung vor. Wir sind Groove Champion und jagen dem Mörder unserer Schwester Jade hinterher. Begleitet von Jades Partner Taurus und dem Mechaniker Skeeter legen wir uns unterwegs mit Banditen an, stocken unsere Benzinvorräte auf und liefern uns mit den korrupten Cops wilde Autobahn-Ballerien.

Interstate '76