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Special: Das war 2012 | Seite 3

Der GameStar-Jahresrückblick

Communitys werden wichtiger und mächtiger

Angesichts des Free2Play-Booms sehen sich die klassischen Publisher dennoch zum Wandel verpflichtet. Spiele, so das Branchencredo, müssen von einmal verkaufter Schachtelware zu Dienstleistungen werden. Das hat den Vorteil, dass man stets auf die Vorlieben der Community eingehen und das Spiel so weiterentwickeln kann, wie die Fans es wollen. So bleiben die Spieler länger bei der Stange und wandern nicht zur Konkurrenz ab. Zugleich sieht die Branche Free2Play als Trumpf im Kampf gegen Raubkopien - ein reiner Online-Titel mit Anmeldepflicht lässt sich nun mal nicht illegal vervielfältigen.

Der Nachteil sind laufende Kosten für Server und Werbung, schließlich muss man immer neue Spieler anlocken, um den Bezahler-Anteil möglichst hoch zu halten. Das will finanziert werden, sei's mit Item-Verkäufen oder eben mit Auktionen. Ein Free2Play-Modell für Starcraft 2 lehnt Blizzard übrigens rundweg ab, kann sich aber vorstellen, Spielern zu gestatten, über die »Starcraft Arcade« genannte Handelsplattform selbst gebastelte Karten und Mods gegen Geld zu verkaufen. Da dürfte via Gebühr auch ein Scherflein für Blizzard herausspringen.

Nach einem neuen Geschäftsmodell suchen jedoch nicht nur die große Publisher, sondern auch kleine Indie-Studios. Letztere finden auch eines: 2012 ist das Jahr des Crowdfundings. Von den Spielern vorfinanzierte Projekte hat es bereits früher gegeben, 2011 etwa kamen über 15.000 Euro für ein Spiel zur Zeichentrickserie Saber Rider zusammen. Doch erst das LucasArts-Urgestein Tim Schafer katapultiert das Spendensammeln in den Branchenfokus, als er im Februar 2012 auf der Online-Plattform Kickstarter sagenhafte 3,3 Millionen Dollar für sein Double Fine Adventure sammelt. Das löst einen Crowdfunding-Boom aus, immer mehr Designer lassen den virtuellen Klingelbeutel kreisen.

Brian Fargo, seines Zeichens Interplay-Veteran und Schöpfer des Rollenspiel-Klassikers The Bard's Tale, bejubelt 2,9 Millionen Dollar für Wasteland 2. Die Rollenspiel-Profis von Obsidian (Neverwinter Nights 2), polstern ihr Project Eternity (Arbeitstitel) mit 3,9 Millionen Dollar, für das Fan-Werk Mech Warrior Online kommen sogar über fünf Millionen zusammen. Den Crowdfunding-Vogel schießt allerdings der Wing Commander-Vater Chris Roberts ab, der für sein neues Weltraum-Projekt Star Citizen bislang sieben Millionen Dollar angehäuft hat, Tendenz weiter steigend.

Um diese Fanfinanzierungs-Mammuts schwirren unzählige kleinere Spiele, meist finanziert mit Beträgen zwischen 10.000 und 200.000 Dollar. Einige davon sind bereits erschienen, etwa FTL oder Giana Sisters: Twisted Dreams. Mal dienen die Spendendollar als Starhilfe, manchmal zum Feinschliff. Ob am Ende wirklich ein gutes Spiel herauskommt und die Erlöse sinnvoll investiert werden, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Dennoch gibt das Crowdfunding den PC-Spielern erstmals direkt die Möglichkeit, Projekte wie FTL und Star Citizen zu unterstützen, die klassische Publisher nicht mit der Kneifzange anrühren würden, weil sie sich zu niedrige Verkaufserlöse versprechen.

Das ist eine riesige Chance und ein Fingerzeig für die Zukunft des PCs. Darin liegt allerdings auch eine Gefahr, ohne Publisher im Rücken strengen sich Entwickler womöglich weniger an. Der Obsidian-Autor Chris Avellone etwa verlautbart im Dezember, es sei doch egal, ob das über Kickstarter finanzierte Project Eternity ein Erfolg oder ein Flop werde -- schließlich sei es ja schon finanziert. Ganz anders die Situation auf den Konsolen, deren Hersteller ein wachsames Auge auf ihre Portfolios haben und nur Spiele mit guten Marktchancen zulassen. Genau das wollen die Macher der neuen Ouya-Konsole ändern, die allen Entwicklern offenstehen, ausschließlich Free2Play-Titel anbieten und 2013 erscheinen soll. Und finanziert wurde Ouya -- wie? Natürlich per Crowdfunding, 8,6 Millionen spendeten die Fans.

Das war 2012 : Daniel Matschijewsky, Redakteur

2012 ist für mich das Jahr der großen Comebacks. Max Payne etwa, den ich schon abgeschrieben hatte, der im dritten Teil aber eine derart beeindruckende Rückkehr hinlegte, dass mir der Wegfall New Yorks (und seiner Haare) schnell egal war. Auch an Far Cry 3 hatte ich nach dem mauen Vorgänger keinerlei Erwartung, wurde aber glücklicherweise eines Besseren belehrt - für den brillanten Bösewicht Vaas kann ich Ubisoft nicht oft genug danken. Das gilt auch für Black Ops 2 . Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ich ausgerechnet ein Call of Duty mal als Beispiel für greifbare Charaktere und eine packende Handlung hernehmen würde. Nachdem die Shooter-Serie in den letzten Jahren immer austauschbarer wurde, legt Black Ops 2 das für mich eindrucksvollste Comeback des Jahres hin.

Das Crowdfunding demonstriert vor allem eines klar: die Macht der Communitys. Die Entscheidung, ob ein Spiel erscheinen darf, findet nicht mehr ausschließlich in den Hinterzimmern der Publisher statt, sondern liegt zumindest teilweise auch bei den Spielern. Wenn es gelingt, sie für ein Projekt zu begeistern, dann wachsen dessen Erfolgschancen enorm -- Chris Roberts kann ein Liedchen davon singen. Auch Valve macht sich diese Gemeinschaftsenergie zunutze. Bereits seit Oktober 2011 dürfen Spieler über den Steam-Workshop selbstgebastelte Items und Levels veröffentlichen, was den teilnehmenden Spielen steten Inhalts-Nachschub beschert.

Im Juli kommt Steam Greenlight hinzu, ein Wahlsystem, das die User selbst entscheiden lässt, welche Indie-Titel auf Steam erscheinen sollen. Beides spart Valve internen Arbeitsaufwand und beglückt die Fans -- ein vorbildliches Community-Modell. Auch der polnische Entwickler CD-Projekt denkt an seine Anhängerschaft und spendiert The Witcher 2 im April eine Enhanced Edition mit neuen Quests und einem sehenswerten Render-Intro -- kostenlos, versteht sich.

Dass eine Community aber auch gewaltige Wut entwickeln kann, bekommt Bioware zu spüren: Am Finale von Mass Effect 3 entzünden sich heftige Fanproteste, die Spieler monieren Logiklücken und andere Probleme. Bioware verteidigt sich zunächst, reicht dann aber drei Monate nach dem Verkaufsstart einen Extended Cut getauften Gratis-DLC nach, der dem Ende mehr erzählerisches Fleisch verleiht.

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Avatar mrkhfloppy
mrkhfloppy
#1 | 12. Jan 2013, 11:09
Auch wenn wir klar in der Minderheit sind, aber Steam für Linux fehlt mir in allen Rückblicken und stellt für mich einen Jahreshöhepunkt dar.
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Avatar Cd-Labs: Radon Project
Cd-Labs: Radon Project
#2 | 12. Jan 2013, 12:19
Zitat von Jochen Gebauer:
450.000 Pfund will Peter Molyneux haben. 450.000 Pfund für ein Populous-Remake. Viel Geld ist das nicht, nicht für Peter Molyneux jedenfalls. Hätte ihm seine Bank bestimmt gerne geliehen. Aber hey, wofür gibt’s Kickstarter? Da kriegt man die Kohle zins- und risikolos – auch wenn man noch keine Ahnung hat, was genau man damit eigentlich anstellen will (Hallo, Jane Jensen). 2012 war das Jahr des Crowdfundings; ein Trend, den ich prinzipiell großartig finde. Eine originelle Idee von jungen und wunderbar idealistischen Leuten, die aus der Eingangstür gelacht würden, wenn sie damit bei einem großen Publisher vorstellig würden? Unterstütze ich gerne! Eine olle Idee von betuchten Leuten, die das Ganze problemlos selbst finanzieren können, aber keine Lust auf Zinsen haben? Sorry, Peter, von mir gibt’s keinen Cent.


Dieses Fazit zu GODUS, dass auch schon mal in einem Heft abgedruckt wurde, ist nicht mehr ganz zutreffend:
Ihr habt zu dem Thema sogar selbst eine News geschrieben!
http://www.gamestar.de/spiele/godus/news/g odus,48970,3007774.html

Molyneux ist nicht wirklich reich geworden, genausowenig wie andere große Köpfe der Spiele-Industrie.
Eine große Ausnahme ist nur Richard Garriot, aber das der steinreich ist wisst ihr ja am besten...
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maximiZe
#3 | 12. Jan 2013, 12:22
"Verschwörungstheorie"? Das Beschriebene war ganz offensichtlich Blizzards geplantes Geschäftsmodell, das mittelfristig in die Hose gegangen wäre und dementsprechend entschärft werden musste. Bei der Diablo-Marke kann man solche Experimente schließlich wagen, 90er-Wertungen zu Release und beneidenswerte Verkaufszahlen sind so oder so garantiert.

Und das schon auf Seite 1, traurig, GS. Es wäre schön wenn ihr eure Leserschaft nicht als geifernden, Verschwörungstheorie-affinen Mob behandeln und Papa Activision nicht reflexartig hochschreiben würdet. Aber das ist im heutigen Modell des Spielejournalismus wohl eine Utopie.
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Avatar hebelman
hebelman
#4 | 12. Jan 2013, 12:44
Warum Verschwörungstheorie bei Diablo3?
Sogar euer Redakteur Herr Siegismund hat geschrieben das für Ihn der hohe Schwierigkeitsgrad und die schlechte Itemausbeute zumindest am Anfang, ganz klar die Leute ins EAH locken sollte.
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Avatar Paksh1
Paksh1
#5 | 12. Jan 2013, 12:45
Zitat von maximiZe:
"Verschwörungstheorie"? Das Beschriebene war ganz offensichtlich Blizzards geplantes Geschäftsmodell, das mittelfristig in die Hose gegangen wäre und dementsprechend entschärft werden musste. Bei der Diablo-Marke kann man solche Experimente schließlich wagen, 90er-Wertungen zu Release und beneidenswerte Verkaufszahlen sind so oder so garantiert.

Und das schon auf Seite 1, traurig, GS. Es wäre schön wenn ihr eure Leserschaft nicht als geifernden, Verschwörungstheorie-affinen Mob behandeln und Papa Activision nicht reflexartig hochschreiben würdet. Aber das ist im heutigen Modell des Spielejournalismus wohl eine Utopie.


Es kann aber nicht sein das die Gamestar als PC Magazin ein gewisses Eigeninteresse an dem Hersteller hat der die größte Bewegung am Pc Markt im Bereich Gaming erreicht? Blizzard, F2P und Kickstarter sind die Namen die im Letzten Jahr das PC Gaming am meisten geprägt haben.

Blizzard weil sie gezeigt haben das es am PC genau so gute Gewinnzahlen erreichen lassen. Ich geh jetzt mal nicht auf die dummen Blindkäufe. Der Anhaltende Erfolg von WoW ist genau so beeindruckend auch wenn endlich mal dieses wir wollen alle WoW übertreffen einstellung abflacht.

F2P ist ein trend der nur durch hingabe zum erfolg führt das wissen Valve Riot und Wargaming sehr genau! Selbst EA zeigt flexibilität bei SWtoR was der richtige weg ist.

Kickstarter hat 2012 sehr geprägt auch wenn ich viele mögliche Flops auf uns zukommen sehe selbst einige bei denen ich beteiligt bin ...
Diese Projekte müssen sich auch Langfristig beweisen und dazu fehlt es uns schlicht an Erfahrung es ist momentan neu und toll aber eigentlich war noch kein Echter erfolg dazwischen was früher toll war muss heute nicht zwangsweise auch toll sein.
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maximiZe
#6 | 12. Jan 2013, 12:50
Zitat von Paksh1:


Es kann aber nicht sein das die Gamestar als PC Magazin ein gewisses Eigeninteresse an dem Hersteller hat der die größte Bewegung am Pc Markt im Bereich Gaming erreicht?


Natürlich, da "Bewegung" in diesem Kontext ein schöneres Wort für Umsatz und Werbekraft ist ist genau dies der Fall. Das aber nicht erst seit Diablo 3.
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Avatar Paksh1
Paksh1
#7 | 12. Jan 2013, 12:57
Zitat von maximiZe:


Natürlich, da "Bewegung" in diesem Kontext ein schöneres Wort für Umsatz und Werbekraft ist ist genau dies der Fall. Das aber nicht erst seit Diablo 3.


Genau das ist es was doch der PC bereich braucht. Betrachten wir doch einfach mal wie beschnitten PCler sind wenn es ums Gameplay geht nur weil die Konsolenvariante mehr gewinn abwirft diese aber nicht die Eingabe Möglichkeiten bietet wie ein PC ... da muss ich nicht viel zu sagen oder?

Wir gut hätte Borderlands 2 sein können wenn es sich nicht nur aufs Gameplay mit Konsole fokussiert hätte. Texturen die nicht so nachladen müssen ein besseres Interface das nicht auf Pfeiltasten getrimmt ist und verdammt nochmal nicht nur ein Aktiv skill ...

Die Konsolen beschneiden das Gameplay! Das einzige was die Entwickler/ Puplisher dazu bringen kann PC first zu entwickeln sind gewinne die mehr als Konkurrenz fähig sind.
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Avatar Halleluja
Halleluja
#8 | 12. Jan 2013, 13:32
Zitat von Paksh1:


Genau das ist es was doch der PC bereich braucht. Betrachten wir doch einfach mal wie beschnitten PCler sind wenn es ums Gameplay geht nur weil die Konsolenvariante mehr gewinn abwirft diese aber nicht die Eingabe Möglichkeiten bietet wie ein PC ... da muss ich nicht viel zu sagen oder?

Wir gut hätte Borderlands 2 sein können wenn es sich nicht nur aufs Gameplay mit Konsole fokussiert hätte. Texturen die nicht so nachladen müssen ein besseres Interface das nicht auf Pfeiltasten getrimmt ist und verdammt nochmal nicht nur ein Aktiv skill ...

Die Konsolen beschneiden das Gameplay! Das einzige was die Entwickler/ Puplisher dazu bringen kann PC first zu entwickeln sind gewinne die mehr als Konkurrenz fähig sind.


Nicht die Konsolen beschneiden die Spiele...

...oder waren die Ultima Teile auf dem NES etwa leichter als die PC Versionen?
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Avatar akrisious
akrisious
#9 | 12. Jan 2013, 13:33
Zitat von mrkhfloppy:
Auch wenn wir klar in der Minderheit sind, aber Steam für Linux fehlt mir in allen Rückblicken und stellt für mich einen Jahreshöhepunkt dar.


Wie du schon sagst, es ist eben für eine kleine Minderheit ein Highlight. Sicherlich nett, dass Linux als Betriebssystem nun auch adequat mit Spielen versorgt wird, jedoch keinefalls etwas bahnbrechendes für eine ganze Branche. Linix wird eben ein Nischenprodukt - zumindest was Spiele angeht - bleiben.
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Forsti 13
#10 | 12. Jan 2013, 13:36
So schlecht war 2012 also gar nicht wie es uns der Murks Metacritic weiß machen will. Vor allem die zwei Trends Indie und Kickstarter sind etwas sehr erfreuliches und hoffentlich auch genau das, was die Industrie so dringend braucht.

@hebelman

Zitat von hebelman:
Warum Verschwörungstheorie bei Diablo3?
Sogar euer Redakteur Herr Siegismund hat geschrieben das für Ihn der hohe Schwierigkeitsgrad und die schlechte Itemausbeute zumindest am Anfang, ganz klar die Leute ins EAH locken sollte.


Wohl eher soll es ausdrücken, dass man den "Vorwurf" nicht beweisen kann, auch wenn es offensichtlich war.
Es aber anders zu behaupten wäre, von einem namhaften Magazin, schon fast Verleumdung.
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