A Game of Thrones: Genesis - PC

Echtzeit-Strategie  |  Release: 30. September 2011  |   Publisher: dtp entertainment
Seite 1 2   Fazit Wertung

A Game of Thrones: Genesis im Test

Das Leid von Eis und Feuer

In Game of Thrones: Genesis versteckt sich ein nettes Strategiespiel mit einem erfrischend originellen Ansatz. Es wurde bloß nicht konsequent zu Ende gedacht und bleibt trotz der großartigen Vorlage befremdlich seelenlos.

Von Jochen Gebauer |

Datum: 31.10.2011


George R. R. Martins Fantasy-Epos »Das Lied von Eis und Feuer« gilt unter Fantasy-Kennern längst als Genre-Meilenstein. Ein Lizenzspiel war wohl unvermeidlich – spätestens, seitdem der US-Sender HBO den Stoff kürzlich in der preisgekrönten Fernsehserie Game of Thrones verarbeitete.

Im Gegensatz zu vielen anderen Lizenztiteln orientiert sich das Strategiespiel A Game of Thrones: Genesis dabei ungewöhnlich eng an den Motiven der (Buch-)Vorlage. Gerade in den ersten Bänden spinnt Martin eher subtile Geschichten um Macht, Intrigen und Verrat. Genau diese Grundstimmung fängt das Spielprinzip von Genesis wunderbar ein, bleibt dabei aber trotzdem so atmosphärisch wie ein Presslufthammer.

A Game of Thrones: Genesis
Zu Beginn der langweilig inszenierten Kampagne durchlaufen wir quasi das Tutorial noch einmal von vorne.

Der Spielablauf: Exzessives Bündnisschmieden

Wer von A Game of Thrones: Genesis ein mittelalterliches Echtzeit-Schlachtengemälde im Stile eines Medieval 2: Total War erwartet, der dürfte sich nach wenigen Spielminuten verwundert die Augen reiben. Im Kern dreht sich das Ganze nämlich ums Ränkeschmieden, Spionieren und Intrigieren. Gekämpft wird zwar auch, bloß spielt dieser Aspekt eine vergleichsweise marginale Rolle.

A Game of Thrones: Genesis : Einmal nicht aufgepasst, und schon hat unser Anführer einen Bastard gezeugt. Der arme Knrips heißt auch noch »Bastard«. Einmal nicht aufgepasst, und schon hat unser Anführer einen Bastard gezeugt. Der arme Knrips heißt auch noch »Bastard«. Stattdessen schmieden wir Bündnisse. Da wir das Spiel lediglich mit einem Stammsitz beginnen und nicht selbst Siedlungen gründen dürfen, müssen wir die umliegenden Städte davon überzeugen, dass das Gras in unserem Königreich viel grüner ist als beim benachbarten Lord. Also schicken wir Gesandte aus; der Gegner tut das natürlich auch, und so entsteht eine spannende Spielmechanik, bei der wir uns mit bis zu acht Konkurrenten um die Vorherrschaft im Fantasy-Land Westeros zanken.

Im weiteren Verlauf stehen uns dabei eine ganze Reihe von intriganten Optionen zu Verfügung. Wenn ein Kontrahent beispielsweise ein Bündnis mit einem Kaff geschlossen hat, können wir einen Spion losschicken und das Nest per Geheimabkommen wieder auf unsere Seite ziehen – ohne, dass der übertölpelte Lord etwas davon spitzkriegt. Hat er sich hingegen per Heirat ein Blutbündnis geangelt, lassen wir einen Assassinen vorbeischleichen und die Braut … äh … unpässlich machen. Die Krux an der Sache ist, dass die brauchbare KI mit den gleichen Tricks arbeitet und wir höllisch aufpassen müssen, dass uns die gerade gewonnen Felle nicht gleich wieder davonschwimmen.

Die Verwaltung: Eine Angelegenheit für Paranoide

Und genau da liegt der erste Hund begraben: Die Verwaltung unseres Reiches artet schnell in echte Sisyphos-Arbeit aus, weil uns Genesis zu wenig Feedback gibt. Wenn uns zum Beispiel der Gegner von Nebenan einen Gesandten auf den Hals hetzt, müssen wir den Unruhestifter schon selbst bemerken, bevor er uns eine Stadt wegschnappt. Falls er wiederum ein Geheimabkommen mit den Bürgern schließt, finden wir das nur heraus, wenn wir einen Spion zur Inspektion vorbeischicken. Das ist durchaus realistisch, führt aber zu einer wenig motivierenden Eigendynamik, bei der wir einen erheblichen Teil des Spiels mit paranoiden Routine-Inspektionen verbringen.

A Game of Thrones: Genesis : Der Anführer jeder Fraktion trägt den klangvollen »Großlord«.

Großlord
Der Anführer jeder Fraktion trägt den klangvollen »Großlord«.

Gut gelöst sind indes die Siegbedingungen. Für bestimmte Aktionen erhalten wir im freien Spiel Prestige-Punkte; wer als erstes 100 davon gesammelt hat, gewinnt. Verlieren können wir gewonnenes Ansehen natürlich auch. Wenn wir beispielsweise unseren Anführer nicht verheiraten, zeugt er zwangsläufig Bastarde, weil sich so ein Anführer das Bettgeflüster partout nicht verbieten lässt. Werden die unehelichen Kinder von einer feindlichen Einheit entdeckt, verliert der Lustmolch Prestige. Es sei denn, wir befördern das arme Kind rechtzeitig für ein bisschen Klimpergeld zum legitimen Erben.

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Guerilla
#1 | 31. Okt 2011, 15:52
Schade. Auch wenn es zu erwarten war.
Ist ne großartige Vorlage, sowohl die hochwertig von HBO produzierte Serie, als auch die grandiosen Bücher.

Auch schade ist, dass die sowieso schon wenigen Strategiespiele für den PC dann noch lieblos umgesetzt werden, siehe das Beispiel hier, oder Stronghold 3...
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Avatar Neandertaler
Neandertaler
#2 | 31. Okt 2011, 15:54
Schade. Aus der Vorlage hätte man sicherlich einiges mehr rausholen können.
Aber wie kann ich so eine große Marke wie Diese lizenzieren und dann allen großen Burgen ihren Namen entziehen? Warum heißt Kings Landing nicht Kings Landing? Warum Robb Stark schlicht "Großlord". Ein vermarktungstechnischer Witz. Dem Kunde wird ein an eine große Romanreihe angelehntes Spiel vorgestellt, bekommt aber ein unausgereiftes und zu kurz gedachtes Strategiespiel ohne wirklichen Bezug zur Vorlage.
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Neandertaler
#3 | 31. Okt 2011, 16:10
Zitat von rob81:
Die Bücher werden mit zunehmender Nummer auch immer schlechter.
Besonders das Letzte, da werden 100 Seiten nur mit Beschreibungen wie-wer-wo-was gegessen hat verschwendet :(

Die Handlung stagniert völlig, passiert nix. Der Autor sagt selbst, die Bücher wären ihm nicht das Wichtigste - deswegen kommt jedes 5te Jahr der nächste Teil^^ In der deutschen Version (die Neuauflage) wurden auch die Namen umgedeutscht -> Jon Schnee :D

Lest besser Stephen Kings "Der dunkle Turm".


Diese Kacke mit den Namen hat mich ja am meisten aufgeregt! Jon Schnee! Lennister! KÖNIGSMUND!!!
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Avatar Kuomo
Kuomo
#4 | 31. Okt 2011, 16:13
3 mal Echtzeitstrategie, 3 mal ein Reinfall...
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Avatar FKFlo
FKFlo
#5 | 31. Okt 2011, 17:19
Zitat von Kuomo:
3 mal Echtzeitstrategie, 3 mal ein Reinfall...

ja :'(
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Avatar areaS-4
areaS-4
#6 | 31. Okt 2011, 18:15
Ich denke bis auf den Titel hat das Spiel nichts mit den Büchern gemein.

Wer die Bücher noch nicht kennt und vor dicken Wälzern nicht zurückschreckt, sollte unbedingt mit der Reihe anfangen. Am besten im Original.
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Avatar Fipse
Fipse
#7 | 31. Okt 2011, 19:15
Zitat von rob81:
Die Bücher werden mit zunehmender Nummer auch immer schlechter.
Besonders das Letzte, da werden 100 Seiten nur mit Beschreibungen wie-wer-wo-was gegessen hat verschwendet :(

Die Handlung stagniert völlig, passiert nix. Der Autor sagt selbst, die Bücher wären ihm nicht das Wichtigste - deswegen kommt jedes 5te Jahr der nächste Teil^^ In der deutschen Version (die Neuauflage) wurden auch die Namen umgedeutscht -> Jon Schnee :D

Lest besser Stephen Kings "Der dunkle Turm".


So ein Schwachsinn! Die Bücher sind sehr sehr sehr gut. Englisch ist da natürlich besser da eine Übersetzung immer den Stil verfälscht. (Wobei die eingedeutschten Namen eigentlich Sinn machen ;) )
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Avatar t4xa
t4xa
#8 | 31. Okt 2011, 19:18
Habs mir leider gekauft, weil ich gerade das neue Buch beendet hatte (im original. jon schnee? wtf!) und total im fieber war. von den infos her die ich prerelease sammeln konnte war ich recht angetan und dacht mir ich kaufs mal.

wie der test hier ja auch durchblicken lässt wars die totale enttäuschung.. burgen tragen keine namen, die gegner sind zombies, die spielwelt gibt null her und die atmosphäre verpufft nach dem intro.

lasst bloß die finger davon
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Avatar Hunter 2-1
Hunter 2-1
#9 | 31. Okt 2011, 20:31
WHAT THE ??? Als ich grade "A GAME OF THRONES: GENESIS IM TEST" gelesen habe hat mein Herz aufgehört zu schlagen. Die Buchvorlage ist einfach nur unbeschreiblich toll. Aber wie das dann so ist sind die Spiele zum Buch/Film gerne mal verhauen worden. Schade schade
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Avatar Der-Grim
Der-Grim
#10 | 31. Okt 2011, 22:49
Zitat von rob81:
Die Bücher werden mit zunehmender Nummer auch immer schlechter.
Besonders das Letzte, da werden 100 Seiten nur mit Beschreibungen wie-wer-wo-was gegessen hat verschwendet :(

Die Handlung stagniert völlig, passiert nix. D


Schorschiboy hat auch gesagt das der vierte und fünfte Teil einst als ein Band geplant waren. Und dieser "vierte" Teil nur eine Ouvertüre darstellen soll. Es werden so viele Grundsteine gelegt und ich bin mir sicher das nächste Buch trieft geradezu von Blut.
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Details zu A Game of Thrones: Genesis

Plattform: PC
Genre Strategie
Untergenre: Echtzeit-Strategie
Release D: 30. September 2011
Publisher: dtp entertainment
Entwickler: Cyanide Studios
Webseite: http://www.agot-genesis.com/
USK: Freigegeben ab 12 Jahren
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
Platz 792 von 5752 in: PC-Spiele
Platz 79 von 517 in: PC-Spiele | Strategie | Echtzeit-Strategie
 
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