Als ich Anfang 2005 mit Funcom über eine erste Story zu Age of Conan verhandelte, da war ich skeptisch. Die Beteuerungen der Norweger, der fast vergessene Barbar Conan sei im Begriff, durch Filme, Comics und neue Bücher wiederbelebt zu werden, klangen nur mäßig überzeugend. Aber das ehrgeizige Konzept des Spiels war erfrischend.

Nun, mehr als drei Jahre später, hat sich die Sache mit den neuen Conan-Filmen als Quatsch herausgestellt, das PC-Spiel aber ist auch ohne mediale Schützenhilfe in vielen Ländern an die Spitze der Spielecharts geklettert – allein in Deutschland dürften bereits über 70.000 Exemplare verkauft worden sein. Kein Vergleich mit WoW, aber doch eine bessere Bilanz, als sie etwa Herr der Ringe Online vorzuweisen hatte. Offenbar schätzen viele Spieler, von WoW ermüdet, die Unverbrauchtheit des Szenarios, den Mut beim actionlastigen Spieldesign und den erwachsenen Anspruch. Wenn Funcom jetzt am Ball bleibt, hat AoC das Zeug, auf Jahre hinaus die High-End-Alternative zu WoW zu sein. Denn das ist es, was das Genre braucht: thematische Alternativen anstatt noch mehr Vulgärfantasy mit Orks und Elfen. Wer sich inhaltlich in das WoW-Fahrwasser begibt, wird untergehen – das haben D&D Online, Everquest 2 und Der Herr der Ringe Online gezeigt. Wer wirklichen Mut zur Eigenständigkeit beweist, kann überleben, wie Guild Wars oder Eve Online erkennen lassen.

Ich setze daher mein Geld auf AoC, nicht auf das Fantasy-Gemetzel Warhammer Online.