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Besser gesagt: Mit der Kampagne von Battlefield 4 sind wir sogar ausgesprochen unglücklich. Denn sie entfaltet zwar eine Handvoll imposanter Knallmomente, verpackt diese aber in eine ebenso schlechte wie schlecht erzählte Handlung mit mal langweiligen, mal unlogischen Aufgaben. Alter Schwede, Dice, das ginge so viel besser!

Doch wie steht's denn nun um die Multiplayer-Gefechte, traditionell die Kernstärke der Battlefield-Serie? Zwei Jahre sind seit Battlefield 3 vergangen, doch große Neuerungen müssen wir in Battlefield 4 scheinbar mit der Lupe suchen. Die Gretchenfrage lautet also: Sieht so wirklich ein vollwertiger Nachfolger aus? Gleiches Setting, gleiche Teamgrößen (bis zu 32 gegen 32 Spieler), auf den ersten Blick identische Ausrüstung und eine nur in Details verbesserte Grafik - kein Wunder, dass in der Community schon kurz nach der Ankündigung die spöttische Bezeichnung »Battlefield 3,5« kursierte.

Doch wie jeder weiß, geht Probieren über Studieren, und im Verlauf unserer ausgiebigen Spielesessions haben wir dann doch noch einige Multiplayer-Veränderungen gegenüber dem Vorgänger entdeckt - wenn auch, soviel sei schon mal gesagt, nicht nur positive.

Multiplayer vs. Kampagne
Im Folgenden geht's weiter mit unserem Multiplayer-Test. Wer lieber alleine spielt und direkt zum Kampagnen-Test springen möchte, klickt direkt auf Seite 3.

Vorsicht Bugs!
In den Tagen nach dem Release klagten zahlreiche Spieler über häufige Abstürze, Soundprobleme, verlorene Erfahrungspunkte und weitere Fehler. Auch wir haben diese Probleme während des Tests erlebt. Mit einem ersten Server-Update hat Dice zwar bereits einige Absturzursachen beseitigt, doch längst nicht alle. Und Fehler gibt's auch nach wie vor reichlich. Zwar ist ein umfangreicher Patch in Arbeit, aber bis sich der als Retter erwiesen hat, ziehen wir für die Probleme jeweils einen Punkt bei Grafik, Sound und Bedienung ab.

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Geschwächter Medic-Train

An der Multiplayer-Klassenauswahl hat sich in Battlefield 4 zunächst gar nichts getan. Noch immer wählen wir zwischen Sturmsoldat (Assault), Unterstützer (Support), Pionier (Engineer) und Aufklärer (Recon). Dennoch hat Dice auch hier einige Änderungen vorgenommen.

Um den aus Battlefield 3 bekannten, nahezu unaufhaltsamen »Medic-Trains« (alle Spieler eines Squads spielen Assault, um sich ständig gegenseitig wiederzubeleben) ihren Schrecken zu nehmen, wurde der Defibrillator des Sturmsoldaten erheblich abgeschwächt. Gefallene Kameraden lassen sich nur noch einmal zurück ins Leben brutzeln und erhalten lediglich zwanzig Prozent ihrer Lebensenergie zurück.

Mehr Lebenspunkte gibt es, wenn wir unseren Stromschocker vor dem Einsatz aufladen. Allzu gute Samariter laufen aber Gefahr, den deutlich verkürzten Zeitraum für eine erfolgreiche Reanimation zu verpassen. Trotzdem gehört auch der entschärfte Defibrillator ins Handgepäck jedes guten Sturmsoldaten.

Die Standardausrüstung des Pioniers würde dort wohl sofort eine ganze Horde Tazer-schwingender Sky-Marshals auf den Plan rufen. Der Krachbumm-Experte kann aus einem umfangreichen Arsenal verschiedener Raketenwerfer-Typen wählen, die sich alle in punkto (automatischer) Zielaufschaltung und Schaden unterscheiden.

Battlefield 4
Unser Teamkamerad wurde auf offenem Feld erschossen. Seit dem Herbst-Update verrät uns der Kreis um das Wiederbelebungssymbol, ob es sich noch lohnt, ihn zu retten.

Ganz neu sind die M2 SLAM-Minen, die sich auch an Wänden anbringen lassen. Oder man pappt sie direkt ans Zielfahrzeug, zündet sie aus sicherer Entfernung mit einem Raketentreffer und erfreut sich am resultierenden Feuerwerk - aaah, oooh!

Da kann der Unterstützer nur neidisch zuschauen. Ihm fehlt nämlich eine Waffe, die er effektiv gegen Fahrzeuge einsetzen kann - zumindest bis er durch erfolgreiches Spielen ganze 134.000 Punkte gesammelt hat und endlich das aus Battlefield 3 bekannte C4 freischaltet.

Feindlicher Infanterie hustet er dafür mit einer Salve aus seinem leichten Maschinengewehr genügend Blei entgegen, um daraus drei Flugzeugträger zu basteln. Mit seinen XM25 Airburst verschießt er außerdem luftzündende Granaten, die auch verschanzten Gegnern Kopfschmerzen bereiten können.

Scharfschützen an die Front!

Während Support-Spieler lange auf ihr C4 hinarbeiten müssen, bekommen es Aufklärer gleich zu Beginn ihrer Schlachtfeldkarriere in die Hand gedrückt. Vermutlich soll das den notorisch frontfaulen Scharfschützen einen Anreiz bieten, ihren Kollegen nicht nur aus der dritten oder vierten Reihe Feuerschutz zu geben.

Serienveteranen werden sich erinnern: Das gab's so schon in Battlefield: Bad Company 2 - und es hat damals ebenso wenig funktioniert wie heute. Stattdessen verschanzen sich viele Aufklärer lieber mit ihren Präzisionsgewehren auf Häuserdächern und lassen die explosiven Päckchen hin und wieder auf Panzerdächer regnen.

Immerhin können sie von dort oben mit ihrem Laser-Designator oder dem bekannten SOFLAM Fahrzeuge markieren, die der Pionier dann mit seinen Raketen aufs Korn nimmt.

Battlefield 4 : Der Aufklärer teilt sich das C4 mit dem Unterstützer und wird so nun auch für Fahrzeuge zur Gefahr.

Aufklärer
Der Aufklärer teilt sich das C4 mit dem Unterstützer und wird so nun auch für Fahrzeuge zur Gefahr.

Apropos: Die Ballistik von Battlefield 4 hat sich im Vergleich zum Vorgänger leicht verändert, an das neue Schussverhalten der Waffen - und damit auch der Präzisionsgewehre - muss man sich erst gewöhnen. Das halten wir allerdings völlig wertfrei fest, uns gefallen sowohl die alte als auch die Kugelphysik.

Neben ihren klassenspezifischen Waffen steht allen Soldaten ein deutlich aufgestocktes Repertoire an gemeinsamen Schießprügeln zur Auswahl. Hier finden sich Schrotflinten, Karabiner (leichte Versionen der bekannten Sturmgewehre) und DMRs (Scharfschützengewehre mit weniger Bumms).

So kann jede Klasse auf nahezu jede Kampfdistanz effektiv eingesetzt werden. An unsere Knarre schrauben wir wie gehabt nach Belieben noch unzählige Visiere, Läufe und sonstigen Supersoldaten-Heckmeck und pinseln sie in unserem Lieblings-Pseudo-Tarnmuster (Blauer Tiger?) an. Einige Aufsätze (wie das von uns favorisierte Kobra-Visier) lassen sich aber nur noch durch sogenannte Battlepacks freischalten.

Diese Pakete mit zufälligem Inhalt bekommen wir für Levelaufstiege und das Erreichen einer bestimmten Anzahl Abschüsse mit einer Waffe. Ursprünglich sollte es auch möglich sein, Battlepacks zu kaufen. Von dieser Idee hat Dice aber nach herber Kritik Abstand genommen, wir hoffen, dass es dabei bleibt.

Das Instant-Action-Quintett

Mit unserer Lieblingswaffe im Gepäck schließen wir uns einem Squad an, das jetzt maximal fünf Spieler beherbergt und bei denen wir direkt in das Spiel einsteigen dürfen. Durch gemeinsame Aktionen füllen Squad-Mitglieder außerdem eine Punkte-Leiste und schalten so nach und nach Verbesserungen, sogenannte Feldupgrades, frei (mehr Munition, verbesserte Erste-Hilfe-Kisten, etc.).

Gemeinsames Vorgehen lohnt sich also noch mehr, als in Battlefield 3. Bevor wir aber über die Übersichtskarte blindlings bei einem Teamkameraden ins Spiel einsteigen, sollten wir durch einen kurzen Blick auf das Kamerafenster unten links die Lage checken. Sonst kann es sein, dass wir nur Sekunden später am Boden liegen, weil unser Kamerad es sich gerade mal wieder am falschen Ende eines Kanonenrohrs gemütlich gemacht hat.

Pech können wir natürlich immer noch haben (»Hey, der Panzer war doch gerade noch nicht da!«), aber die nervigen Spawnkills werden so auf ein Minimum reduziert.

Einmal im Geschehen, lässt die Action aber meist nicht lange auf sich warten. Battlefield-typisch brennt immer irgendwo der Baum. Kugeln zerreißen die Luft, Jets und Hubschrauber donnern über unsere Köpfe, Soldaten schreien sich Befehle zu und vom Wasser aus nehmen Schnellboote Panzer effektvoll unter Feuer. Die brachiale Soundkulisse die Battlefield 4 dem Spieler um die Ohren haut, ist im Spielebereich konkurrenzlos.

Aber Moment, haben wir gerade von Schnellbooten gesprochen? Richtig gelesen! Während im Vorgänger maximal ein paar Gummibötchen in den Fluten herumdümpelten, brettern jetzt diese waffenstarrenden Monster durch die Wellen. Neben einer 25- beziehungsweise 30-Millimeter-Kanone und Raketen ballern die Bordschützen mit gleich zwei(!) Miniguns auf Infanterie und unvorsichtige Helikopterpiloten.

Und wenn's doch mal brenzlig wird, kann sich die Mannschaft auf zwei Jet-Skis in Sicherheit bringen. Sehr cool, aber auch etwas zu mächtig. Gut möglich, dass Dice hier nachträglich noch an der Balance feilt.