Call of Duty: Infinite Warfare : Auch der neueste Teil von Call of Duty basiert auf der schon oft eingesetzten Infinity Ward-Engine. Beleuchtung und Effekte wissen zu gefallen, insgesamt wirkt die Grafik aber nicht mehr ganz zeitgemäß. Auch der neueste Teil von Call of Duty basiert auf der schon oft eingesetzten Infinity Ward-Engine. Beleuchtung und Effekte wissen zu gefallen, insgesamt wirkt die Grafik aber nicht mehr ganz zeitgemäß.

Die Call of Duty-Reihe hatte es zuletzt nicht leicht. Black Ops 3 aus dem Jahr 2015 von Treyarch hat auf dem PC viele technische Probleme bereitet und der Trailer zum neuesten Teil Call of Duty: Infinite Warfare von Infinity Ward gehört auf Youtube zu den Videos mit den meisten schlechten Bewertungen überhaupt (aktuell sind es etwa 3,3 Millionen Daumen nach unten).

Zum Thema » Call of Duty: Infinite Warfare Alle Waffen und Gadgets » Call of Duty Multiplayer Infinite Warfare vs. Black Ops 3 Call of Duty: Infinite Warfare ab 38,99 € bei Amazon.de Ob die Steam-Version des Spiels auch aus technischer Sicht Anlass zur Kritik bietet, überprüfen wir in diesem Technik-Check. Da wir Infinite Warfare genau wie alle anderen erst zum offiziellen Release des Spiels auf verschiedenen PCs installieren und testen konnten, haben wir erst einige Stunden in dem Spiel verbracht. Eins scheint uns aber bereits gesichert: Ein technisches Debakel wie Black Ops 3 ist Infinite Warfare nicht.

Vorab außerdem noch ein Hinweis: Dieser Artikel bezieht sich ausschließlich auf die Steam-Version von Call of Duty: Infinite Warfare. Zur Technik des Remasters von Call of Duty: Modern Warfare und zu der Windows Store-Version von Infinite Warfare wird es voraussichtlich zu einem späteren Zeitpunkt noch separate Technik-Checks geben.

Offizielle Systemanforderungen

Offiziell hat Infinity Ward bislang nur minimale Systemanforderungen genannt, zwischen Infinite Warfare und dem Remaster von Modern Warfare wird dabei nicht unterschieden. Auffällig ist der erneut recht hohe Bedarf nach Arbeitsspeicher, mindestens 8,0 GByte RAM sollen es sein.

Call of Duty: Infinite Warfare : Beim ersten Start des Spiels sollen ungewöhnlicherweise Shader vorgeladen werden, was mehrere Minuten lang dauern kann. Auch eine Änderung der Hardware macht diesen Vorgang erneut nötig.

Vorausladen der Shader
Beim ersten Start des Spiels sollen ungewöhnlicherweise Shader vorgeladen werden, was mehrere Minuten lang dauern kann. Auch eine Änderung der Hardware macht diesen Vorgang erneut nötig.

Mittlerweile dürfte zwar in vielen Spieler-PCs mindestens so viel Arbeitsspeicher verbaut sein, da sich das Spiel unserer Erfahrung nach allerdings durchaus auch mit 4,0 GByte RAM noch ausreichend flüssig spielen lässt, ist die offizielle Angabe etwas zu hoch gegriffen.

Starten wir mit nur 4,0 GByte RAM, gibt es eine Warnmeldung, außerdem lässt sich die Texturqualität maximal auf die Stufe »Normal« stellen. Im Spiel selbst treten dann vor allem direkt nach dem Laden ein paar Sekunden lang starke Ruckler auf. Ist das überstanden, kommt das Spiel aber ganz gut mit der niedrigen RAM-Menge zu Recht.

Die Grafikkarte sollte mindestens 2,0 GByte VRAM besitzen, als konkrete Modelle werden die in die Jahre gekommenen Karten Nvidia Geforce GTX 660 und AMD Radeon HD 7850 genannt. Sehr happig ist zu guter Letzt der Speicherbedarf: Infinite Warfare belegt auf unseren PCs etwa 71 GByte, mit Modern Warfare Remastered kommen noch mal knapp über 50 GByte oben drauf.

Minimale Systemvoraussetzungen:

Betriebssystem

Windows 7 64-Bit oder neuer

Prozessor

Intel Core i3 3225 @ 3,30 GHz oder ähnlich

Arbeitsspeicher

8,0 GByte RAM

Grafik

Nvidia Geforce GTX 660 (2 GB) / AMD Radeon HD 7850 (2 GB)

DirectX

Version 11

Speicherplatz

70 GByte

Grafikmenü und Grafikqualität

Call of Duty: Infinite Warfare : Grafikoptionen

Grafikoptionen
Grafikoptionen

Bevor wir uns das Grafikmenü anschauen können, überrascht uns Infinite Warfare beim ersten Start mit dem »Vorladen von Shadern« - ein äußerst ungewohnter Anblick. Dieser Vorgang hat bei uns teilweise über acht Minuten gedauert, immerhin ist er aber nur einmal nötig, solange Sie die Hardware Ihres PCs nicht ändern.

Es ist auch möglich, das Vorladen abzubrechen, allerdings warnt uns das Spiel dann davor, dass das zu einer »Verlangsamung« führen kann. Wie stark sich das in der Praxis bemerkbar macht, konnten wir bislang noch nicht überprüfen. Da der Vorgang in der Regel nur einmal durchgeführt werden muss, empfehlen wir Ihnen aber, das Ganze nicht abzubrechen.

Die Optionen selbst sind erst erreichbar, wenn Sie einen der Spielmodi auswählen. Grundsätzliche stehen erfreulich viele Grafikeinstellung zur Wahl, allerdings in recht verschachtelten Menüs. So müssen wir erst in den Grafikoptionen auf die erweiterten Optionen klicken, anschließend gibt es wiederum fünf Untermenüs, etwa für die Texturen oder für Beleuchtung und Schatten. Ebenfalls nervig: Beim Ändern der Auflösung wird jede Stufe direkt angewendet, statt eine Bestätigung der tatsächlich gewünschten Auflösung abzuwarten.

Das Spiel bietet von Haus die Möglichkeit, die Grafik für mehr fps von einer niedrigen auf eine höhere Auflösung hochzurechnen, auch der umgekehrte Weg für bessere Grafikqualität ist möglich. Kantenglättung wird nur per Post-Processing angeboten, zur Wahl stehen FXAA und SMAA. Zusätzliche Filter und Effekte wie eine Filmkörnung oder Motion Blur lassen sich erfreulicherweise deaktivieren, sie werden aber ohnehin nicht ganz so aufdringlich wie in anderen Spielen verwendet.

Grafisch sieht man Infinite Warfare an, dass es wie längst von der Call of Duty-Reihe gewohnt kein von Grund auf neu entworfenes Grafikgerüst verwendet. Stattdessen kommt erneut eine stark modifizierte Version der Infinity Ward-Engine zum Einsatz, die wiederum ursprünglich auf der alten id Tech 3-Engine basiert.

Der Detailgrad von Objekten und Texturen ist teilweise etwas gering, die Charakteranimationen wirken nicht mehr zeitgemäß (insbesondere in den Gesichtern) und trotz Ambient Occlusion fehlt es oft an zusätzlichen Schattenwürfen, was die Spielwelt bei genauerem Hinsehen in manchen Szenen wenig plastisch erscheinen lässt.

Bei all der Action hat man allerdings kaum Zeit, das wahrzunehmen, zumal die Beleuchtung und die vielen Effekte wie Explosionen oder Rauch eine stimmige Schlachtfeld-Atmosphäre erzeugen (auch wenn Infinity Ward es bei den Partikeleffekten teils etwas übertreibt).

Benchmarks und Speicherbedarf

Call of Duty: Infinite Warfare Singleplayer (»Schwarzer Himmel«)
1920x1080, mittlere Details
2560x1440, hohe Details
3840x2160, maximale Details
Core i7 4790K @ GTX 1070 8 GB VRAM, 16 GB RAM
125
87
47
Core i5 2500K @ GTX 970 4 GB VRAM, 8 GB RAM
89
53
25
AMD FX 6300 @ R9 270X 2 GB VRAM, 4 GB RAM
46
27
5
0
26
52
78
104
130

Wie gut Infinite Warfare auf unterschiedlicher Hardware läuft, haben wir mit drei unterschiedlichen Systemen gemessen. Da der Vorgänger Black Ops 3 vor allem auf zu wenig VRAM und Arbeitsspeicher sehr empfindlich reagiert hat, setzen wir beim langsamsten PC bewusst auf nur 4,0 GByte RAM und eine R9 270X mit nur 2,0 GByte VRAM.

Da das Spiel nur eine an den jeweiligen PC angepasste Auswahl der Grafikoptionen und keine vorgegebenen Grafikstufen anbietet, haben wir selbst drei Stufen festgelegt. Bei »Mittel« stehen alle Optionen auf »Normal« beziehungsweise »Ja«, Tesselation auf »in der Nähe« und FXAA ist aktiv. Bei »Hoch« stehen alle Optionen auf »Hoch« beziehungsweise »Ja«, Tesselation auf »in der Nähe« und einfaches SMAA ist aktiv. Und bei »Maximal« befinden sich zu guter Letzt alle Einstellungen auf der jeweils höchsten Stufe.

Die mittlere Grafikqualität meistert der PC mit R9 270X und AMD-CPU recht gut, in unserer anspruchsvollen Benchmarksequenz der dritten Singleplayer-Mission »Schwarzer Himmel: Angegriffen« kommen wir auf ausreichend flüssige 46 fps. Nur direkt nach dem Laden und bei sehr heftigen Kämpfen mit vielen Explosionen fallen die Bilder pro Sekunden in den Bereich von 30 fps, meist liegen sie aber eher über 50 fps.

Um das zu Erreichen, scheint das Spiel aufgrund der zu geringen Speichermengen allerdings die Grafikqualität unabhängig von den gewählten Grafikoptionen zu reduzieren, was sich vor allem in teils auffällig matschig aussehenden Texturen bemerkbar macht.

Call of Duty: Infinite Warfare : Die Charaktermodelle und die Animationen sind teils etwas steif und leblos...

Charaktermodelle und Animationen
Die Charaktermodelle und die Animationen sind teils etwas steif und leblos...

Für die WQHD-Auflösung von 2560x1440 und hohe Details sollte es schon eher der zweite PC mit Geforce GTX 970, 8,0 GByte RAM und Core i5 2500K sein, der in diesen Einstellungen über 50 fps schafft. 4K und maximale Details sind dagegen erst mit sehr schneller Hardware und mit mehr als 4,0 GByte VRAM möglich, hier schaffen Geforce GTX 1070 und Core i7 4790K in Kombination mit 16,0 GByte RAM 47 fps.

In Anbetracht der ordentlichen, aber nicht mehr ganz zeitgemäßen Grafik ist der Anspruch des Spiels an die Hardware zwar für unseren Geschmack insgesamt zu hoch. Von so starken Performance-Problemen oder gar Abstürzen wie seinerzeit in Black Ops 3 sind wir bislang aber verschont geblieben. Ebenfalls etwas ärgerlich: Im Multiplayer-Modus sind die fps auf maximal 91 Bilder pro Sekunde begrenzt, was vor allem Spieler mit Monitoren mit mindestens 120 Hertz stören dürfte. Im Singleplayer-Modus greift das Limit erst bei 125 fps.

Abschließend noch ein Blick auf den Bedarf nach VRAM und Arbeitsspeicher: Wenn viel davon vorhanden ist, genehmigt sich das Spiel auch viel davon. So ist der Speicher der GTX 1080 bereits in WQHD fast komplett gefüllt und beim RAM wird die Grenze von 10,0 GByte knapp geknackt. Dass eine so hohe Belegung angezeigt wird (in diesem Fall vom MSI Afterburner) bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass auch so viel Speicher nötig ist, um flüssig spielen zu können (was sich auch an unseren Benchmark-Ergebnissen zeigt).

Call of Duty: Infinite Warfare : VRAM

VRAM
VRAM