Teurer Stimulus : Das Stimulus-Mappack zu Call of Duty: Modern Warfare 2 wirkt auf mich alles andere als »stimulierend«. Fünf neue Mehrspielerkarten, wovon zwei auch noch Aufgüsse altbekannter Schlachtfelder aus Call of Duty 4 sind – das war’s. Und dafür verlangt Publisher Activision Blizzard satte 15 Euro. Lassen wir uns den Preis mal auf der Zunge zergehen: 15 Euro. Das ist die Hälfte des Preises für vollwertige Addons, die oft eine komplett neue Kampagne, neue Schauplätze, neue Mehrspielermodi und haufenweise neue Gegenstände samt Waffen enthalten. 15 Euro sind auch rund ein Drittel des Neupreises für ein aktuelles PC-Spiel. Also ein komplettes Spiel, das nicht selten von der Idee über die Engine bishin zu sämtlichem Drum und Dran komplett neu entwickelt wurde. Der Aufwand für das Stimulus-Mappack dürfte dagegen ziemlich überschaubar gewesen sein: ein paar 3D-Modelle, drei frische Umgebungsentwürfe, Portieren von zwei alten Karten – fertig.

Teurer Stimulus : Es ist noch gar nicht so lange her, da waren solche Erweiterungen Teil des Kundenservices und wurden per Patch gratis an die Spieler verteilt. Klar, der Aufwand für die Entwicklung eines Videospiels ist in den letzten Jahren enorm gewachsen und allein die Produktions- und Werbekosten wieder einzuspielen ist eine große Herausforderung. Dass es trotzdem anders geht, beweist DICE. Die missglückten Battlefield-2-Boosterpacks haben hier die Erkenntnis reifen lassen, dass das Verkaufen von zusätzlichen Karten für Multiplayer-Spiele nur dazu führt, dass die Community gespalten wird. Folgerichtig gibt es in Bad Company 2 neue Schlachtfelder wieder gratis. Warum lässt sich dann Activision Blizzard neue Inhalte für Modern Warfare 2 so fürstlich entlohnen?

Ganz einfach: Das Experiment, den Spiele-Preis um zehn Euro zu erhöhen und diverse Funktionen (Dedizierte Server) zu entfernen, ist geglückt. Die Spieler sind offenbar bereit für die Marke Call of Duty zu zahlen. Und das zählt für Activision Blizzard – immerhin arbeitet ein Publisher, wie jedes Unternehmen, gewinnorientiert. Hier liegt der Knackpunkt. Wenn Sie die explodierenden DLC-Preise stabilisieren wollen, müssen Sie das den Publishern klar machen, indem Sie ihnen den Geldhahn zudrehen. Denn wenn selbst der Publisher zugibt, dass der Preis für sein Produkt zu hoch ist, dann sollte auch dem letzten Spieler dämmern, dass der Bogen überspannt ist und sich genau überlegen ob er nicht in den sauren Apfel namens »Verzicht« beißt. Denn die Nachfrage bestimmt das Angebot -- und wer alles zu jedem Preis nachfragt, darf nicht über das Angebot jammern.