Zum Thema » Die besten Städtebau-Spiele Auf diese Städte können sie bauen » Banished im Test Das bessere SimCity Cities XXL ab 9 € bei Amazon.de Cities XXL für 13,49 € bei GamesPlanet.com Seitdem Entwickler Monte Cristo im Jahre 2010 mit seinem Versuch, ein Städtebau-MMO zu bauen, kläglich gescheitert ist, geht die Geschichte der Cities-Reihe etwa so: Ein mehr oder weniger großer Patch wird als neue Version für Beinahe-Vollpreis verkauft - die Besitzer des jeweiligen Vorgängertitels werden mit einem 50%igen Rabatt »belohnt«.

Während beim bisherigen Spielrecycling immerhin einige sichtbare Veränderungen am Spiel an sich festzustellen waren, ist Publisher Focus Home Interactive nun endlich auf dem Gipfel der Dreistigkeit angekommen: Cities XXL ist (nur ein klein wenig verkürzt ausgedrückt) Cities XL Platinum mit einer neuen Benutzeroberfläche. Entschuldigung, das war ungenau: mit einer neuen Benutzeroberflächenfarbe!

Kopierschutzhinweis
Cities XXL ist an Steam gebunden. Hierbei wird zur Aktivierung eine Internetverbindung vorausgesetzt. Nachdem das Spiel an ihr Konto gebunden ist, kann es nicht weiterverkauft werden.

Dafür berappen Neukunden 40 Euro, Besitzer von XL Platinum kommen dank des neuerlichen 50-Prozent-Rabatts »günstiger« weg. Dumm nur: Eigentlich hat sich seit unserem Test zu Cities XL 2011 nicht viel verändert. Cities XL 2012 und Cities XL Platinum sind maximal als DLCs zu bewerten. Daher sehen wir auch davon ab, alles wiederzukäuen, was damals schon gesagt wurde.

Fast nicht gelogen

In der Ökonomie besagt das Minimalprinzip, dass mit möglichst geringen Mitteln ein festgelegtes Ziel erreicht werden soll. Focus Home Interactive minimiert den Aufwand für spielerische Mehrwerte mit ihrem »neuen« Titel gegen Null. Immerhin lügen sie nicht, zumindest nicht in der Pressemitteilung, die von einer »Verbesserung der klassischen XL - Erfahrung« spricht und davon, dass alle Features der XL-Version enthalten sind.

Cities XXL : Das Interface sieht in Cities XXL aus, wie von Amateuren gemacht: Schwarze Textkästen mit schlechter Formatierung sind ein deutlicher Rückschritt zum Vorgänger.

Interface: Cities XXL
Das Interface sieht in Cities XXL aus, wie von Amateuren gemacht: Schwarze Textkästen mit schlechter Formatierung sind ein deutlicher Rückschritt zum Vorgänger.

Stimmt, sind sie. Liest man allerdings die offizielle Webseite, glaubt der potenzielle Kunde, eine neue Version des Städtebautitels kaufen zu können. Und auch auf Steam fehlt der Hinweis darauf, dass hiermit nur das XL-Erlebnis erweitert wird. Überall wird stattdessen mit den über 1.000 Gebäuden und Strukturen geworben - die es auch schon im Vorgänger gab. Verbesserte Performance durch eine verbesserte Engine, neue Maps und Landschaften sowie neue, ökologische Features sollen XXL angeblich zur umfangreichsten, größten Städtebausimulation machen, die die Grenzen der Stadt bis an die »Spitze der Vorstellungskraft« ausdehnt.

Cities XXL
Ab dieser Zoomstufe sind Autos nur noch graue Boxen. Aber auch das war schon immer so.

Nun, maßlose Übertreibung ist in der Branche gang und gäbe und leider nicht strafbar. Und die Cities-Macher behaupten auch nirgends, ein völlig neues Spiel entwickelt zu haben. Aber sie betreiben Bauernfängerei, wie Steam-Nutzer bereits feststellten, die als Neukunden beinahe dem Irrglauben aufgesessen wären, es handele sich um ein frisches Spiel. Schon der Name, der bei Mouse-Over über Cities XXL in der Taskleiste angezeigt wird, lässt vermuten, dass der Fisch vom Kopf her stinkt: Da steht nämlich ganz frech Cities XL.