Rallye-Piloten haben eine eigenwillige Vorstellung von Geselligkeit. Im Cockpit sind sie nicht gerne allein und bestehen deshalb auf einen Beifahrer. Im Rennen bevorzugen sie jedoch die Einsamkeit und fahren deshalb lieber gegen die Uhr als gegen andere Autos. Aus dieser Konstellation bezog der Rallye-Primus Colin McRae Rally von Codemasters seinen Reiz. Nachdem der Test des Nachfolgers bis kurz vor Redaktionsschluss fraglich blieb - es existierte nur eine bugverseuchte Betaversion - kam dann doch noch eine testfähige Fassung in unsere Redaktion.

Mehr Strecken, weniger Autos

Es gab für die Engländer verständlicherweise wenig Grund, Colin McRae 2.0 komplett umzustricken. Behutsame Weiterentwicklung war angesagt, etwa beim Schwierigkeitsgrad.

Colin McRae Rally 2.0 : Gegenüber dem Vorgänger wurde die Cockpitansicht stark verbessert. Gegenüber dem Vorgänger wurde die Cockpitansicht stark verbessert. Während dieser beim Vorgänger noch über die Wagenklassen definiert wurde, flogen die Autos der Formel 2 (Renault Mßigane, Seat Ibiza, VW Golf, Skoda Felicia) nun kurzerhand aus dem Programm. Stattdessen werden die Rallyes mit höherem Level zunehmend länger: Als Einsteiger fahren Sie die gewohnten sechs Etappen, im Fortgeschrittenen-Modus aber nunmehr acht und als Profi gar zehn. Dementsprechend steigt die Gesamtzahl der Abschnitte auf über 80 an. Nichts geändert hat sich dagegen am eher mageren Starterfeld: Nach wie vor kämpfen nur 16 Wagen um den Sieg. Immerhin entstammen nun alle der WRC-Klasse, wodurch die Abstände nicht mehr ganz so groß sind.

Lenk-Lust

Schon im ersten Teil war das Fahrverhalten der Boliden erstklassig. Dennoch setzten sich die Entwickler auf den Hosenboden und feilten weiter daran. So haben die Pistenbeläge nun einen etwas größeren Einfluss auf die Bodenhaftung, und in Extremsituationen bleiben die Autos besser beherrschbar.

Colin McRae Rally 2.0 : Insgesamt zeigt sich das Handling auf einem Niveau nahe der Perfektion. Gegenüber der Playstation-Version von Colin McRae 2 (und der erwähnten Beta-Version) wurde es nochmals leicht modifiziert: Die Wagen reagieren jetzt einen Tick sensibler auf Steuerbefehle, wirken dadurch etwas nervöser und sind für Einsteiger ein wenig schwieriger zu kontrollieren. Am mäßig überzeugenden Crashverhalten hat sich dagegen nichts geändert; noch immer müssen Sie befürchten, bei einem Frontalaufprall mit 40 km/h aufs Dach gelegt zu werden.

Womit Sie Ihren Untersatz dirigieren, spielt für die superbe Steuerung kaum eine Rolle. Sowohl Lenkraddreher als auch notorische Tastatur- oder Joystickbenutzer haben Chancen auf absolute Topzeiten. Lediglich mit dem Gamepad verliert die Jagd nach Rekorden leicht an Attraktivität.