Command & Conquer 4: Tiberian Twilight - PC

Echtzeit-Strategie  |  Release: 18. März 2010  |   Publisher: Electronic Arts
Seite 1 2 3   Fazit Wertung

Command & Conquer 4: Tiberian Twilight im Test

Rasante, aber seichte Action-Strategie

Die Tiberium-Saga endet mit ihrem Tiefpunkt. Denn C&C 4: Tiberian Twilight schrumpft im Test der PC-Version zum flotten Fastfood-Strategiespiel ohne viel Tiefgang.

Von Michael Graf |

Datum: 16.03.2010


Man muss nicht Command & Conquer 4: Tiberian Twilight spielen, um zu erkennen, dass die Echtzeit-Strategie in der Krise steckt. Dafür reicht ein Blick auf die hiesigen Marktzahlen. Unter den 25 bestverkauften PC-Spielen tummelten sich 2009 nur zwei klassische Echtzeit-Titel, nämlich C&C: Alarmstufe Rot 3, das bereits 2008 erschienen ist, sowie die Collector’s Edition des zwölf Jahre alten Age of Empires. Auf dem strategiescheuen US-Markt dürften die Zahlen noch schlechter ausgefallen sein. Kein Wunder, dass im Entwicklerlager die Alarmglocken schrillen: Herkömmliche Echtzeit-Kost braucht niemand mehr, Innovation muss her! Zumal mit Starcraft 2 ein Koloss naht, gegen den ideenarme Rivalen schneller einzugehen drohen als Zerglinge im Psi-Sturm.

Ergo hetzt der Echtzeit-Trend weg vom Traditionsmuster »Basisbau und Rohstoffernte« hin zum Action-Spektakel, zur Fastfood-Taktik, mitunter auch zu Rollenspiel-Anleihen wie in Dawn of War 2. In diese Kerbe schlägt nun sogar die traditionsreichste aller Echtzeit-Serien, die Tiberium-Saga von Command & Conquer, deren erster Teil anno 1995 überhaupt erst den Genre-Boom lostrat. Der Entwickler EA Los Angeles hat die vierte und letzte Episode Tiberian Twilight rigoros auf Tempo getrimmt, allerdings mit mäßigem Erfolg. Denn C&C 4 bietet zwar ein neuartiges Strategiekonzept, befremdet aber alte Fans und kann zudem spielerisch nicht ganz überzeugen. Heute lesen Sie auf GameStar.de den Test zur Solo-Kampagne, in Kürze finden Sie auch unser Urteil zum Multiplayer-Part auf unserer Website.

Achtung, Online-Zwang: Wer Command & Conquer 4 spielen möchte, muss zuerst einen »EA Account« anlegen, ein Benutzerkonto beim Internet-Dienst von Electronic Arts. An dieses Konto wird Ihre Version von C&C 4 gebunden, sodass es sich nicht mehr ohne Weiteres weiterverkaufen lässt. Bei jedem Spielstart müssen Sie sich online anmelden, auch für die Solo-Kampagne. Falls Sie Ihre Internet-Verbindung während einer Partie kappen, läuft das Spiel zwar weiter, speichert aber gesammelte Erfahrungspunkte nicht mehr.

Die Zwischensequenzen

Weil C&C 4: Tiberian Twilight das Abschlusskapitel der Tiberium-Saga erzählt, hatten die Entwickler im Vorfeld versprochen, in den traditionellen Realfilm-Zwischensequenzen endlich alle offenen Fragen zu klären: Wer ist Kane, der Anführer der Bruderschaft von Nod, wirklich? Und was plant der Glatzkopf? Das wird in C&C 4 tatsächlich beantwortet, doch das Finale enttäuscht auf ganzer Linie.

Command & Conquer 4: Tiberian Twilight : Die GDI-Befehlshaberin James (links) konfrontiert ihre Vorgesetzten ... Die GDI-Befehlshaberin James (links) konfrontiert ihre Vorgesetzten ...

Zum Beispiel enthüllt Kane seine wahren Absichten lediglich in drögen Monologen. Da könnte er auch das Telefonbuch vorlesen, das wäre ähnlich packend. Noch dazu wirkt der Schluss eher so, als hielte sich EA doch ein Hintertürchen für eine Fortsetzung offen. Wäre ja mal ganz was Neues.

Gut, dramaturgischer Tiefgang zählte noch nie zu den Stärken der C&C-Filmschnipsel, zumal die Schauspieler auch in Tiberian Twilight vor billigen Blinklicht-Kulissen herumhampeln. Zwar hatten die Entwickler beteuert, diesmal ernster zu erzählen. Das äußert sich aber nur darin, dass Kane noch wütender glotzt und die Stets offenbar mit 20-Watt-Glühbirnen beleuchtet werden.

Command & Conquer 4: Tiberian Twilight : ... und Kane konfrontiert Sie mit dem Verbleib »Ihrer« Ehefrau. ... und Kane konfrontiert Sie mit dem Verbleib »Ihrer« Ehefrau. In der Handlung klaffen Lücken, überdies wirkt sie noch flacher als im Vorgänger, weil die Nebenfiguren blass bleiben. So hat Ihr Charakter, der »Commander«, erstmals eine Ehefrau, deren Rolle sich aber darauf beschränkt, hin und wieder »Liebling, was ist los?« zu kreischen. Einen gewissen Trash-Charme kann man den Videos nicht absprechen, unterm Strich sind sie aber deutlich weniger unterhaltsam als in C&C 3.

Die Kampagne(n)

In der Kampagne schließen Sie sich nach drei Einführungsmissionen entweder der Weltpolizei GDI oder der Bruderschaft von Nod an. Für die Fraktion Ihrer Wahl bestreiten Sie dann sieben weitere Einsätze.

Command & Conquer 4: Tiberian Twilight : Unsere Nod-Streitmacht ringt um die Kontrolle eines Tiberium-Knotens (Mitte). Der dient jedoch nur als Missionsziel und bringt keine sonstigen Vorteile. Fadenkreuze markieren Einheiten, bei denen unsere angewählten Avatar-Stampfer (eine Einheit der offensiven Spielerklasse) besonders viel Schaden anrichten. Unsere Nod-Streitmacht ringt um die Kontrolle eines Tiberium-Knotens (Mitte). Der dient jedoch nur als Missionsziel und bringt keine sonstigen Vorteile. Fadenkreuze markieren Einheiten, bei denen unsere angewählten Avatar-Stampfer (eine Einheit der offensiven Spielerklasse) besonders viel Schaden anrichten.

Zusammen sind die beiden Feldzüge jedoch nur rund 12 Stunden lang, auch weil einige Missionen schlappe zehn bis 15 Minuten dauern. Doch Moment: nur zwei spielbare Fraktionen? Stimmt, C&C 4 konzentriert sich auf den Konflikt zwischen Nod und GDI, die außerirdischen Scrin tauchen nicht mehr auf. Das ist unlogisch, denn deren Rückkehr wurde bereits im C&C 3-Addon Kanes Rache angedeutet. Immerhin kommen die Vergessenen mal wieder vor, die aus Tiberian Sun bekannten Mutanten. Allerdings spielen sie keine tragende Rolle, sondern dienen bloß als neutrale Füllfeinde. Hier verschenkt C&C 4 eine von vielen Chancen, der Story mehr Tiefgang zu verleihen.

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Avatar Obaruler
Obaruler
#1 | 16. Mrz 2010, 16:47
Zusammengefasst: Balance mies (viel zu leicht), Atmosphäre schlecht (alles entfernt was C&C bisher ausmachte), dröge Missionen (15min ?! Thaha ....), immer noch selbes Grafikgerüst (sieht imo sogar irgendwie schlechter aus als C&C3 O.o), wenig Einheiten, kaum Anspruch (man kriegt seinen Crawler 3 mal zurück?? Aber sich über Mass-Tanks beschweren ..) ....


Kurzum: Klingt nach dem Epic Fail der sich angedeutet hatte, und trotzdem 76 Punkte ?! Ja Gamestar, genau .... ich möchte euch daran erinnern, dass 70er Noten immer noch Empfehlungen ala "Gut" sind, wie eurem Heft zu entnehmen ist, "das hier" ist aber nicht mal mehr Fans zuzumuten weil ebend (bis auf Kane und die Geschichte an sich) wirklich alles entfernt wurde was die Serie ausmachte, sogar das Tiberium! Würde es NICHT C&C heißen würde sich da ja niemand drüber aufregen, aber weil es eine DER RTS-Serien beenden soll macht mich diese Art des An-die-Wand-fahrens sauer.

Aber was mich mal ganz persönlich stört: Schaut mal auf die Zwischensequenzen, das Ganze spielt ~20 Jahre oder so nach Teil 3, und trotzdem sehen die GDI-Leute mit ihren Uniformen eher so aus wie heute statt ein wenig futuristisch und damit den mir nicht ganz passendem Einheitenstil entsprechend??? Wirkt noch liebloser dahingeklatscht als alles bisherige wenn ihr mich fragt. Hoffentlich legt sich EA diesmal gehörig mit dem Melken einer Marke flach.


Ah, und war da nicht was mit permanent Online-Sein-Schutz ala Assassins Creed 2 ?! Jaaahh ..... erster NICHT-Kauf dieses Jahr! >_> ....
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Avatar misterbeaker
misterbeaker
#2 | 16. Mrz 2010, 17:11
schon wieder online-zwang. bitte, dann wirds halt nicht gekauft. >-/
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Avatar Ranger-Man
Ranger-Man
#3 | 16. Mrz 2010, 17:21
Was schadet in letzter Zeit den Publishern?
Erst
Ubisoft = online Zwang Assassins Creed 2
THQ = Steam Metro 2033
und jetzt fängt EA auch wieder an?

Bald ist vorbei, PC Spiele gebraucht zu kaufen. Wundere mich nur, das auf Konsole sowas noch nicht eingeführt wurde, kommt aber bestimmt auch bald.
Dann spiele ich nur noch, 5 Finger gegen Willy : )
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Avatar Mortified Pinguin
Mortified Pinguin
#4 | 16. Mrz 2010, 17:22
Schade, ich hatte noch mit dem Gedanken gespielt es mir zu kaufen, weil ich wissen wollte wies zu Ende geht, aber was ich so lesen ... nein das muss nicht sein. Tiberium Wars war spitze! Man hätte einfach nur neue Mission kreieren müssen und vielleicht ne paar neue Einheten hinzugen müssen, aber so haben sie alles kaputt gemacht! Damit ist C&C für mich gestorben ... traurig!
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Avatar Ënigma
Ënigma
#5 | 16. Mrz 2010, 17:37
Das Spiel zeigt seine Stärken vorallem im Multipayer!!
Ich habe vom Anfang der Closed bis zum Ende der Open Beta gespielt und habe unzählige Stunden auf dem Schlachtfeld verbracht. Hat wirklich Spaß gemacht obwohl nur 4 Karten in der Beta zur Verfügung standen. Klar am Feintuning könnte man noch etwas verbessern, aber im großen und ganzen würde ich jedem der Strategiespiele mag und online spielen möchte zum Kauf raten.

Allerdings finde ich 50€ etwas viel bei dem Umfang. 30-35€ wären angemessen mMn.
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Avatar AlexX2
AlexX2
#6 | 16. Mrz 2010, 17:43
warum überrashct mich das nur nicht. hat sich ja angedeutet. das eine riesenserie so ihr ende finden muss. das is wirklich das ende.
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Avatar Darth Demon
Darth Demon
#7 | 16. Mrz 2010, 17:49
Über den Multiplayer kann man streiten. Ich fand den MP in der Beta recht langweilig und anspruchslos (taktisch wie Spielerisch), und nein ich habe die Beta nicht nur 1-2 Stunden gespielt, in der Hoffnung es wird besser.
Zur Kampagne: Was soll man dazu sagen. Es war klar das EA das versemmelt. Seit EA die C&C Serie weitergeführt hat ist es kein richtiges C&C mehr (über RA2 kann man sich streiten). Und ich sage es wie bei jeder C&C News:
GENERALS IST KEIN C&C!!!!!!

MfG DD

Edit: Zur Story: Da warte ich bis die Videos bei Youtube auftauchen
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Avatar Scaevus
Scaevus
#8 | 16. Mrz 2010, 17:53
1. C&C ohne Basisbau? Ohne mich... .

Es ist an sich ja lobenswert, dass die Entwickler versuchen ihr Produkt weiterzuentwickeln, aber damit nehmen sie dem Spiel einen Grundteil dessen, was die Serie groß gemacht hat.

2. C&C mit permanentem Onlinezwang? Ohne mich... .

Ich kann gerade noch so damit leben, wenn man ein Spiel nur online aktivieren muss, solange die Qualität des Produktes stimmt. Aber das ist einfach nur ein Witz...und jeder, der dies unterstützt, sprich die Käufer, hätte eine Ohrfeige verdient (wie bei AC 2^^)...so krass das auch klingen mag.
Die Konzerne machen mit uns was sie wollen und wieso? Weil sie es sich leisten können... .

Nich dass mich jemand falsch versteht, ich spiele auch gern, aber irgendwo hört der Spaß dann auf... .
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Avatar YouKnowMyName
YouKnowMyName
#9 | 16. Mrz 2010, 18:05
Nur drei Worte zum Testergebnis:

Ich wusste es!
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Avatar SethSteiner
SethSteiner
#10 | 16. Mrz 2010, 18:16
76? Mensch, nutzt endlich die verdammte Leiste aus. Ihr habt 100!!!! Punkte zur Verfügung. Im Grunde genommen muss man bei 70er Spielen schon von miesen Games ausgehen, darf man aber gar nicht weil da auch sehr gute drin sind. Auf der anderen Seite stehen dann miese Games in der gleichen Skala. Das Spiel hier ist ein 60er oder 50er Kandidat, aus einfachsten Gründen:

Es ist kein bzw. ein völlig ungenügendes C&C. Da zähl ich alles mit, die schlechte Story, das entfernte Gameplay, die schlechte Balance und das Ende.

Es drangsaliert den Kunden durch Onlineaktivierung, Onlinezwang und durch das Verkaufsverbot (und das ist eine Perversität ohne gleichen, sowas gehört gar nicht erst getestet.

Das Spiel gehört in einen Tresor, darin einbetoniert, mit den schwersten Ketten versehen, noch einmal einbetoniert und in einen Berg eingegraben der am tiefsten Grunde des Meeres versenkt wird... na ja oder gleich zur Sonne geschossen.
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PROMOTION

Details zu Command & Conquer 4: Tiberian Twilight

Plattform: PC
Genre Strategie
Untergenre: Echtzeit-Strategie
Release D: 18. März 2010
Publisher: Electronic Arts
Entwickler: EA Los Angeles
Webseite: http://www.commandandconquer.c...
USK: Freigegeben ab 16 Jahren
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
Platz 279 von 5752 in: PC-Spiele
Platz 20 von 517 in: PC-Spiele | Strategie | Echtzeit-Strategie
 
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