Counter-Strike: Global Offensive : Die E-Sport-Szene rund um Counter-Strike: Global Offensive wird derzeit von einem handfesten Wettskandal erschüttert. Die E-Sport-Szene rund um Counter-Strike: Global Offensive wird derzeit von einem handfesten Wettskandal erschüttert.

Im deutschen Fußball ist es nicht zuletzt seit 2005 und Robert Hoyzer ein leidiges Thema - und nun hat auch der E-Sport seinen ersten größeren Wettskandal. Wie die englischsprachige Webseite dailydot.com unter Berufung auf einige dem Artikel beigelegte Screenshots entsprechender Chat-Konversationen und weitere Beweise berichtet, gab es bei einer Partie Counter-Strike: Global Offensive im Rahmen der CEVO Professional Season 5 wohl eine vorherige Ergebnisabsprache.

Das eigentlich als Favorit und deutlich überlegen gehandelte Team iBUYPOWER fiel bereits während des Matches gegen NetcodeGuides.com durch gelangweiltes Spielen und einige aberwitzige Manöver auf. Unter anderem versuchte man sich an völlig abwegigen Messer-Kills und begleitete den eigenen Untergang bei einem Endergebnis von 4:16 auch noch mit höhnischem Lachen.

Im Anschluss an das verlorene Match begründeten die Teammitglieder ihr absurdes Verhalten mit dem Zusammentreffen mehrerer Faktoren, darunter einem durch ihren vorherigen Aufenthalt bei einem ESL-Turnier in Köln verursachten Jetlag und ihrer angeblich fehlenden Übung auf der gespielten Map.

Bereits damals gab es jedoch entsprechende Hinweise auf eine Ergebnisabsprache. So wurden einem Daily-Dot-Journalisten offenbar einige Screenshots von Konversationen mit dem Profi-Spieler Shahzeb »ShahZam« Khan zugespielt. In denen bestätigte das iBUYPOWER-Teammitglied die Beeinflussung durch Dritte im Vorfeld des offensichtlich manipulierten Matches, wollte dann später jedoch keinen Kommentar dazu mehr abgeben. Weitere Recherchen diesbezüglich verliefen dann zunächst im Sande.

Mittlerweile kamen allerdings doch noch einige weitere Hinweise ans Tageslicht. Offenbar gab es rund um die fragliche Partie einige auffällige und unübliche Wetten auf einen Sieg des eigentlich chancenlosen Teams von NetcodeGuides.com. Platziert wurden sie den Daily-Dot-Recherchen zufolge von einer Person mit äußerst guten Verbindungen zu Spielern beider beteiligten Teams. Der Wetterlös betrug am Ende 10.000 US-Dollar.

Und schließlich gelangten noch weitere Chat-Screenshots an die Öffentlichkeit, in denen der frühere iBUYPOWER-Spieler Derek »dboorn« Boorn seine Beteiligung an der Ergenisabsprache gegenüber seiner Ex-Freundin zugibt. Daily Dot konnte die Authentizität der Chat-Logs eigenen Angaben zufolge zwischenzeitlich bestätigen, auch wenn Boorn seine Beteiligung bereits mehrfach bestritt.

Hintermann des gesamten Wettskandals ist dem Daily-Dot-Bericht zufolge übrigens Duc »cud« Pham, der als Spieler bereits mit LunatiK eSports den Sieg der ESEA Counter-Strike: Global Offensive Main Division 15th season feiern konnte. Der aus Vietnam stammende US-Student wettete angeblich mit neun unterschiedlichen Accounts über die Wettseite csgolounge.com auf einen Sieg von NetcodeGuides.com - und zwar mit der jeweils erlaubten Maximalsumme.

Sowohl der Wettanbieter, der aufgrund der Unregelmäßigkeiten selbst Untersuchungen initiiert hat, als auch Daily Dot haben ihre Ergebnisse mittlerweile an Valve weitergeleitet. Welche Strafen den involvierten Spielern nun drohen, bleibt abzuwarten. Für die früheren iBUYPOWER-Spieler hat der ausgewachsene Skandal aber schon jetzt unangenehme Folgen: Die vier E-Sportler befinden sich zur Zeit in fortgeschrittenen Gesprächen mit einigen bekannten E-Sport-Teams, darunter Evil Geniuses.

Und auch für die E-Sport-Szene an sich könnte es keinen ungünstigeren Zeitpunkt für die Enthüllungen geben. Die Community ist bereits seit November 2014 stark verunsichert - damals wurden einige Profispieler als Cheater überführt.

Counter-Strike: Global Offensive
Gute Runde: Wir haben alle aus dem gegnerischen Team erwischt, ein Ace!