Counter-Strike:GO : Die CSGO-YouTuber Tmartn und ProSyndicate wurden auf frischer Tat ertappt. Sie betrieben heimlich Schleichwerbung für ihre Lotterie-Seite. ? Die CSGO-YouTuber Tmartn und ProSyndicate wurden auf frischer Tat ertappt. Sie betrieben heimlich Schleichwerbung für ihre Lotterie-Seite. ?

Der YouTube-Kanal h3h3 hat ein neues Video veröffentlicht, in dem die Macher schwere Vorwürfe gegen die zwei CSGO-YouTube-Größen »Tmartn« und »ProSyndicate« erheben. In dem Video mit dem Titel »Deception, Lies, and CSGO« (zu deutsch: Täuschung, Lügen und CSGO) behaupte die Kanalbetreiber, dass die zwei prominenten Counter-Strike-Streamer und -Youtuber Trevor Martin (Tmartn) und Tom Cassell (ProSyndicate) das Vertrauen und die Leichtgläubigkeit ihrer Zuschauer missbraucht und ausgenutzt haben.

Ethan Klein von h3h3productions zeigt in dem Video Gründungsdokumente und Handelsregistereinträge, die die beiden YouTube-Stars als Inhaber und Begründer einer Webseite für sogenannte »Skin-Lotterie«-Spiele ausgibt. Das Problem an der Sache: Auf etlichen ihrer Kanalvideos nahmen sie an Glücksspielen auf dieser Seite teil. Dabei wurde so getan, als sei die Wahl auf genau diese Lotterieseite rein zufällig und eine Verstrickung zu dieser Firma wurde verheimlicht.

Laut YouTube-Richtlinien ist das Werben für Produkte ohne Kennzeichnung nicht erlaubt. Ob die aufgezeichneten »Gewinne« in den Videos manipuliert wurden oder nicht, spielt dann laut Klein aufgrund der Tatsache, dass Martin und Cassell die Inhaber der Seite sind, auch nur noch eine zweitrangige Rolle.

Nach den Vorwürfen reagiert die zwei Beschuldigten entsprechend defensiv. Laut Ethan Klein wurde fälschlicherweise behauptet, dass sie die Website erst nach der Produktion der ersten Videos aufgekauft hätten, was im Aufklärungsvideo jedoch klar widerlegt wird. Das Video mit der Behauptung von Martin wurde inzwischen von der Seite gelöscht. Auch die Manipulation der Beschreibungstexte unter den Videos und das Löschen bestimmter Beiträge wurden von h3 entsprechend nachgewiesen.

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Klein gibt auch Valve eine große Mitschuld am Erfolg der sogenannten Skin-Lotterien. Glücksspiel ist nicht nur in Deutschland erst ab 18 Jahren erlaubt und kann unter Umständen zu Sucht führen. Valve kontert die Kritik bisher stets damit, dass die »Kisten«, in denen zufällige Skins für Waffen in Counter-Strike Global Offensive enthalten sind, nur optische Veränderungen am Spiel bedeuten und daher nicht um »Geld« gespielt wird. Doch seltene Waffenskins lassen sich über Drittanbieter-Seiten relativ einfach für einige Tausend US-Dollar verkaufen. Aktuell läuft diesbezüglich eine Sammelklage gegen Valve.

Diese Skins werden laut eines Berichts des Wirtschaftsmagazins Bloomberg dazu verwendet, um das Geldwettverbot auf Esport-Matches zu umgehen. Wie das Magazin berichtet, wurden auf diese Weise im Jahre 2015 ca. 2,3 Milliarden-US-Dollar in illegalen Onlinewetten umgesetzt.

Kolumne: Counter-Strike: Global Offensive - Zeit zum Nachdenken, Valve

Weiter Hintergründe zum YT-Skandal hat auch der Kanal HonorTheCall gesammelt und einen tieferen Einblick gibt auch der Idle Thumbs Podcast zu dem Thema.

Einer der Betreiber zeigt sich auf Twitter zumindest reumütig und gelobt mehr Transparenz für die Zukunft: