Zum Thema » Dark Souls 2 im Test So gut ist der Vorgänger » Scholar of the First Sin Dark Souls 2: Director's Cut im Test Dark Souls 3 ab 10 € bei Amazon.de DARK SOULS™ III für 47,99 € bei GamesPlanet.com Nachdem ich zum ersten Mal von Dark Souls 3 erfahren habe, waren meine spontanen Worte: Gebt mir bloß die Grafik eines Bloodborne, der Rest kann bleiben wie er ist - ich wäre trotzdem schon glücklich damit. Denn seit From Software mit dem Trip ins düstere Yharnam bewiesen haben, dass sie die Current-Gen-Hardware durchaus im Griff haben, habe ich insgeheim auf ein weiteres Souls-Spiel gehofft, das vom dem Technik-Sprung profitiert.

Und um eines aus meinen Erfahrungen mit der Presse-Demo vorwegzunehmen: Genau das kriegen Fans bei Dark Souls 3. Doch da hört der Grund zur Freude nicht auf - was die Japaner für den Abschluss der Souls-Spiele geplant haben, klingt wie ein Potpourri all der Stärken, die die Serie groß gemacht haben; garniert mit einigen sinnvollen Neuerungen.

Lord of Cinder

Die etwa halbstündige Gameplay-Präsentation, der ich im Rahmen der E3 beiwohne, startet in einem Gebiet, das verblüffend an die untote Stadt des ersten Dark Souls erinnert. Laut Entwickler hängt die Story eng mit dem Lord of Cinder zusammen, der Serienveteranen bekannt sein dürfe. Was genau mit dem mächtigen Gwyn passiert, lässt sich allerdings nicht sagen - zwar hängt sein Schicksal irgendwie mit einem dunklen Helden zusammen, ein Übersetzungsfehler in der Präsentation macht die Bezüge aber leider unklar.

Dark Souls 3 - Screenshots

Sei's drum, in der Demo geht es ohnehin in erster Linie um die Spielerfahrung und Atmosphäre. Unser Held startet in der untoten Befestigungsanlage zum Glück nicht unbewaffnet, sondern verfügt dick eingepackt in seiner Rüstung über Schwert und Schild. Wer also befürchtet hat, dass sich das Blocken nach Bloodborne endgültig verabschiedet hat, der kann erleichtert aufatmen: Je nach Spielstil ist die Abwehr mit dem Schild in Dark Souls 3 wieder das A und O. Paraden, Kontermanöver, Estus-Flakons, all das wird's wieder geben.

Das soll aber nicht heißen, dass der viktorianische Quasi-Vorgänger keine Spuren hinterlässt. Bewegungen und Kämpfe von Dark Souls 3 spielen sich flotter, alternativ zum Blocken kann man noch konsequenter als in den ersten Serienteilen auf flinkes Ausweichen setzen. Bisher sieht es so aus, als erbe das Spiel den akrobatischen Stil von Bloodborne als eine mögliche Herangehensweise. Wer lieber klassisch auf dicke Panzerung setzt, fährt damit ebenso gut.

Verzeiht uns unsere Tode

So wie es beispielsweise der Mitarbeiter von From Software während der Presse-Vorführung tut. Vorab entschuldigen sich die Entwickler, dass es durchaus sein kann, dass sie während der Demo ins Gras beißen. Zwar habe man den Durchlauf bereits mehrere Male durchexerziert, dabei sei aber schon die eine oder andere Misere passiert. Für Fans ist das ein gutes Zeichen: Wenn selbst die Entwickler Probleme haben, mit einigen Demo-Abschnitten klarzukommen, dann dürfte der Schwierigkeitsgrad schon mal stimmen.

Der einsame Held sucht derweil einen sicheren Weg in eine Kathedrale. Auf dem Weg demonstriert er, was er im Kampf mit untoten Skeletten, Rittern und Hunden draufhat. Der Großteil des Kampfsystems bleibt dem der Vorgänger treu, allerdings gibt's pro Waffe eine zusätzliche, waffenspezifische Kampfhaltung, »Weapon Art« genannt. Mit dem Schwert nehmen wir etwa eine abwehrende Bereitschaftspose ein, aus der heraus wir einen mächtigen Spezialangriff starten können.

Mit dem schweren Zweihänder kann die Spielfigur so selbst schwere Gegner in die Luft wuchten und auf dem Rücken landen lassen. Allerdings braucht das Manöver Zeit, die uns die meisten Feinde nicht lassen. Selbst mit zwei flinken Klingen in der Hand machen uns die Untoten das Leben schwer - auch die Angriffsgeschwindigkeit der Monster erinnert an Bloodborne. Eine besonders interessante Neuerung ist hingegen der überarbeitete Kurzbogen, mit dem wir jetzt wie Legolas selbst aus nächster Nähe flinke Schüsse abgeben, zur Klinge wechseln und agil Angriffen ausweichen. Generell sorgt From Software dafür, dass sich die Movesets der einzelnen Waffen noch unterschiedlicher spielen sollen als in den Vorgängern.

Im Verlauf der Demo bekommen wir auch einige einprägsame Gegner zu Gesicht. Bemerkenswert ist die Verwandlung eines Widersachers in einen mörderischen Schleimhaufen, der sofort alles um sich herum attackiert. Außerdem bekommt es unser Held mit zwei großen, schnellen und höchst agressiven Rittern zu tun, einer mit Schwert, der andere mit einer Lanze.

Gemeinsam einsam

Beim PvP- und Koop-Spiel wird Dark Souls 3 nicht mehr das Soul-Memory-System aus Dark Souls 2, sondern eher eine Variante des Soul-Level-Systems aus dem allerersten Dark Souls verwenden. Im Klartext: Konnten im zweiten Teil nur Spieler mit- und gegeneinander spielen, deren Gesamtsumme an gesammelten Seelen etwa gleich ist, wird man in Teil 3 wieder mit Abenteurern auf der gleichen Seelen-Stufe losziehen dürfen. Das nervige Mikromanagement, nicht zu viele Seelen zu sammeln um mit- oder gegen Freunde spielen zu können, gehört damit der Vergangenheit an - solange der Level stimmt.

Außerdem soll Dark Souls 3 erstmals nicht auf ein Peer-to-Peer-System, sondern auf Dedicated Server beim Multiplayer zurückgreifen. Das sollte die Performance und Stabilität des Online-Modus deutlich verbessern. Wie sicher dieses Feature bereits beschlossene Sache ist, ist aber derzeit noch unklar.

E3 2015 - Alle News, Videos und Previews in der Übersicht

Dark Souls 3 : Dark-Souls-typisch erkundet der Held zahlreiche finstere Gemäuer. Dark-Souls-typisch erkundet der Held zahlreiche finstere Gemäuer.