Dishonored: Die Maske des Zorns - PC

Action  |  Release: 12. Oktober 2012  |   Publisher: Bethesda

Dishonored - Entwickler: »Angst vor Gewalt-Zensur macht Spieler blind«

In der Debatte um die schädliche Wirkung gewaltverherrlichender Spiele blocken viele Spieler und Spieleentwickler jegliche Diskussionen einfach ab – aus Angst vor Zensur, meint der ehemalige Arkane-Studios-Entwickler Joe Houston.

Von Michael Obermeier |

Datum: 14.01.2013 ; 18:13 Uhr


Dishonored : Dishonored Dishonored

Laut Joe Houston, Ex-Entwickler bei Arkane Studios ( Dishonored ), machen es sich viele Spieler und Spieleentwickler bei der Gewalt-in-Spielen-Diskussion zu einfach. Gegenüber der Website Rockpapershotgun.com erklärt Houston:

»Nach der jüngsten Waffengewalt-Tragödie in den USA und der daraus resultierenden Anti-Spiele-Debatte ist es wichtig für uns Spieler, sich nicht einfach darauf herauszureden, dass Spiele nicht auch Teil des Problems sind. Obwohl ich (nach eigener Untersuchung) denke, dass das stimmen könnte, wäre es schade an dieser Stelle aufzuhören. Zu oft fürchten wir als Spieler und Entwickler - geblendet von der Angst vor Zensur - was wir in dieser Debatte verlieren könnten. Dadurch verpassen wir aber kreative und effektive Maßnahmen ein Teil der Lösung zu werden. Als Spieler können wir dafür einstehen, unsere emotionale Palette mit Spielen, die uns dahingehend herausfordern zu erweitern. Und die Entwickler haben die Verantwortung, dieser Forderung mit Spielen, die dem Spieler bedeutende Entscheidungen, größere Freiheit und damit auch größere Verantwortung bieten, gerecht zu werden.«

Houston weiß wovon er spricht, wenn er zur schädlichen Wirkung von Gewalt in Spielen Stellung bezieht. So ist er für das Kampfsystem (und damit auch die Exekutionen) im Action-Spiel Dishonored verantwortlich. Obwohl Houston während der Entwicklung des Spiels knapp drei Jahre lang täglich hunderte brutale Dishonored-Hinrichtungen gesehen hat, erinnert sich der Macher mit Schaudern an das Vorgehen eines Spielers:

»Nach dem Release des Spiels war mir sehr mulmig, als ich das erste Mal einem Spieler auf der Party im Boyle-Anwesen zugeschaut habe. Wer es noch nicht gespielt hat: Das ist ein Level, in dem der Hauptcharakter Corvo einen Maskenball infiltriert um dort die Identität seines Mordopfers herauszufinden. Dazu spricht man mit den Gästen, schleicht in abgesperrte Teile des Hauses, liest Tagebucheinträge oder geht anderweitig heimlich vor. Oder aber man marschiert zur Vordertür herein und schießt der ersten Wache ins Gesicht. Das war das Vorgehen, das der Spieler ohne weitere Hinweise zuerst probiert hat.(…) Nach dem Angriff kauerten in jedem Raum wimmernde Zivilisten (…).Und jetzt fing der Spieler an, methodisch einen nach dem anderen zu massakrieren. (…) Irgendwann tauchte der Hinweis »Auftrag erfüllt« auf dem Bildschirm auf, aber der Spieler hörte nicht mit dem Gemetzel auf. Der Spieler hatte jetzt seine eigenen Ziele von einer wahnsinnigen Stimme in seinem Kopf bekommen: »Bring sie alle um, lass niemanden überleben und dann geh nach oben und klau die Fabergé Eier«.

Das »beunruhigende« für Houston daran: Obwohl Dishonored Alternativen zum Gemetzel geboten hat, die das Spielerlebnis sogar bereichert hätten, hat sich der Spieler aktiv für das Blutbad entschieden. Trotzdem hält Houston Spiele, die den Spieler vor eine solche Entscheidung stellen wertvoller, als lineare Shooter, die Gewalt als einzigen Ausweg vorsehen.

Zwar glaubt Houston nicht, dass Spiel-Gewalt auch Gewalt in der Realität verursacht, gleichzeitig Spiele aber auch nichts tun, um echte Gewalt zu verhindern. Spiele mit moralischen Entscheidungen würden den Spieler aber zumindest zum Nachdenken über sein Handeln bringen.

Joe Houston arbeitet inzwischen mit seinem neu gegründeten eigenen Studio Roxlou Games am Strategiespiel Unwritten. Darin geht es - natürlich - um folgenschwere Entscheidungen.

Dishonored
Beim Maskenball müssen wir herausfinden, welche Lady Boyle die richtige (sprich: das Ziel) ist. Es gibt nämlich drei Lady Boyles.
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Avatar Viper
Viper
#1 | 14. Jan 2013, 18:28
Der Absatz im zweiten Rahmen ist ziemlich verstörend wie ich finde. Ich hab bei Dishonored nicht einen umgebracht der nicht sterben musste. Das war ja auch irgendwie das reizvolle am Spiel.

Alle Wachen umzunieten ist sicherlich auch ein Weg aber dann noch sämtliche Zivilisten umzunieten hat schon irgendwie was makaberes.
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Avatar Serah007
Serah007
#2 | 14. Jan 2013, 18:33
Zitat von Viper:
Der Absatz im zweiten Rahmen ist ziemlich verstörend wie ich finde. Ich hab bei Dishonored nicht einen umgebracht der nicht sterben musste. Das war ja auch irgendwie das reizvolle am Spiel.

Alle Wachen umzunieten ist sicherlich auch ein Weg aber dann noch sämtliche Zivilisten umzunieten hat schon irgendwie was makaberes.


Naja jeder seinem Spielstil entsprechend :) Das is ja das tolle an Dishonored :)
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Avatar Shieky
Shieky
#3 | 14. Jan 2013, 18:34
Zitat von Viper:
Der Absatz im zweiten Rahmen ist ziemlich verstörend wie ich finde. Ich hab bei Dishonored nicht einen umgebracht der nicht sterben musste. Das war ja auch irgendwie das reizvolle am Spiel.

Alle Wachen umzunieten ist sicherlich auch ein Weg aber dann noch sämtliche Zivilisten umzunieten hat schon irgendwie was makaberes.

Nicht nur das, du hast da ja auch ein anderes Ende wenn du viele umlegst. Was ich auch sehr cool finde ^^
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Avatar appomo
appomo
#4 | 14. Jan 2013, 18:34
haben die nicht erst ein dlc rausgebracht wo es nur darum geht so viele gegner wie möglich zu töten?
@viper...an sich finde ich so ein verhalten nicht verstörend..wer hat nicht schonmal seine lemminge einfach so alle explodieren lassen :P

ich denke nicht das spiele bei normalen menschen zu gewalttaten verführen aber es stumpft mit sicherheit ab...dazu tragen aber auch filme bei.
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Edregol
#5 | 14. Jan 2013, 18:36
Ich finds nur immer Lustig wie es heißt: "Die Spielebranche soll sich nicht aus der Verantwortung ziehen oder untätig zuschauen." Was ist mit Filmen und Büchern? Keiner kann mir sagen, dass derart Medien weniger Einfluss haben. Davon redet nie jemand.
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Avatar Nightkin
Nightkin
#6 | 14. Jan 2013, 18:38
Fragwürdig ist doch, dass die Entwickler die Möglichkeit eines Gemetzels überhaupt anbieten.
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Serah007
#7 | 14. Jan 2013, 18:40
Zitat von Nightkin:
Fragwürdig ist doch, dass die Entwickler die Möglichkeit eines Gemetzels überhaupt anbieten.


Spiele sind auch Kunst wieso sollten sie das nicht dürfen ?
Schlimmer ist es wenn sies schneiden müssen
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Avatar CookinT
CookinT
#8 | 14. Jan 2013, 18:40
der normale gamer ansich ist auch nicht für seine intelligenz bekannt
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Pixies
#9 | 14. Jan 2013, 18:41
Zitat von Viper:
Der Absatz im zweiten Rahmen ist ziemlich verstörend wie ich finde. Ich hab bei Dishonored nicht einen umgebracht der nicht sterben musste. Das war ja auch irgendwie das reizvolle am Spiel.

Alle Wachen umzunieten ist sicherlich auch ein Weg aber dann noch sämtliche Zivilisten umzunieten hat schon irgendwie was makaberes.


Das Ende, bei dem man Alles und Jeden getötet hat, war dafür nicht sehr schön und mich hats am Ende nur noch gegraußt. Belohung gabs praktisch nur dann, wenn man geschlichen ist und den Gegnern aus dem Weg gegangen ist.
Der wichtige Punkt bei Dishonored war aber, dass es Spaß gemacht hat zu kämpfen. Ich hab noch kein Spiel gespielt, bei dem der Nahkampf mit dem Schwert und Fähigkeiten so abwechslungsreich war und allein dieser Tatsache geschuldet, dass das Spiel auf beiden Wegen wahnsinnig viel Spaß gemacht hat, fand ich Dishonored ziemlich genial und es war für mich eines der besten Spiele 2012.
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Avatar BGK
BGK
#10 | 14. Jan 2013, 18:48
Warum wollen wohl viele Leute gewalthaltige Spiele spielen? Weil man sich im echten leben, d.h. in einer Gemeinschaft halt zusammenreißen muss.

Aber dem Menschen wohnen nunmal irgendwo immer Agressivität inne und da find ich es einfach nur ein sehr gutes Mittel seine Agressivität in brutalen Games auszulassen.

Früher sind die Leute zum Boxen gegangen oder whatever, heute macht man das halt am PC, seinen Frust ablassen. Neue Technik bringt halt neue Möglichkeiten.

Ich hoffe ja immernoch auf ein Holodeck zu meinen Lebzeiten. :D
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Details zu Dishonored: Die Maske des Zorns

Plattform: PC (PS3, Xbox 360)
Genre Action
Untergenre: -
Release D: 12. Oktober 2012
Publisher: Bethesda
Entwickler: Arkane Studios
Webseite: http://www.dishonored.com/
USK: Keine Jugendfreigabe
Spiele-Logo: Download
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