Empire: Total War - PC
Echtzeit-Strategie  |  Release: 04. März 2009  |   Publisher: Sega
20 von 24 Leser fanden diese Rezension hilfreich

Leser-Rezension zu Empire: Total War

Dieses Spiel ist ein wahrer Hit!

Von Sortessa |

Datum: 06.04.2009 | zuletzt geändert: 06.04.2009, 21:02 Uhr


Empire: Total War ist ein wahrer Strategie Gigant!
Das Spiel lebt von seinen Details und das ganz ohne zu stark verspielt zu wirken. Gerade das räumt dem Spiel daher auch noch nach dutzenden Stunden die Freiheit ein, den Spieler komplett seine Schlacht mal zu vergessen zu lassen um den kleinen Männchen beim kämpfen zuschauen zu können.

Wo man schon bei den Kämpfen ist, so kann man geteilter Meinung sein! Zum einen sind sie ein wahres Feuerwerk! Hunderte Gewehre, Geschütze und Säbel machen eine jede Schlacht zu einer riesigen Herausforderung! Die großräumigen Karten bieten eine tolle Atmosphäre und sind dabei, dank der nun endlich benutzbaren Gebäude) im Kampf nun auch mehr als nur Dekoration.
Aber dennoch findet man immer wieder kleine Unstimmigkeiten! So wollen 120 mutige Linieninfanteristen eine kleine Scheune besetzen und rennen alle gleichzeitig hinein, um festzustellen, dass gar nicht genug Platz vorhanden ist! Wer in diesem Moment davon ausgeht, dass ein Teil sich einfach um die Scheune herum positioniert, der wird leider enttäuscht! Die Einheiten rennen stur weiter in die kleine Scheune rein um schlussendlich von hinten erschossen zu werden... arme kleine Soldaten...
Doch zum Glück bleiben solch grausame Gemeinheiten die Seltenheit und können ansonsten in aller Ruhe gelöst werden, da die KI selbst auf dem dritten von vier Schwierigkeitsgraden es nicht für nötig hält sich um solche Sachen zu kümmern.
Die KI ist aber nicht verblödet und rennt auf höchster Schwierigkeit noch immer in jede, noch so offensichtlich gelegt Falle. Ganz im Gegenteil! Oftmals wird man selbst schneller von hinten eingekesselt als es einem lieb ist! Was die KI angeht kann man also wahrlich nicht von dumm reden. Zumindest bei Gefechten.

In der großen Kampagne, dem Herzstück des Spiels, da es außer dem Tutorial 'Der Weg zur Unabhängigkeit' keine erzählte Geschichte gibt, muss man als Führer einer Nation von 1701-1749(99) entweder eine gewisse Anzahl Länder erobern oder zusätzlich noch Prestige (Ansehen) durch z.B. Forschung erlangen!
Was sich zu Anfang noch recht schwerfällig bewältigen lässt, da man meist viel zu sehr in Ausbau und Forschung investieren muss, statt in eine ordentliche Armee, fällt einem spätestens nach den ersten elf oder zwölf Runden schon fast zu leicht.
Der Gegner (KI) lässt sich viel zu leicht bekämpfen oder aufkaufen und handelt völlig unlogisch. Erst kurz nach dem der Spieler z.B. Österreichs Hauptstadt Wien eingenommen hat, reichen selbst geringe Zahlungen, um nicht nur einen Frieden, sondern gleich ein Bündnis mit Handelsvertrag knüpfen zu können.
Die Bündnisse im Allgemeinen lassen sich in den Hintergrund schieben. Im Kriegsfall würden die Verbündeten alles machen…außer helfen! Gemeinsame Feinde werden grundsätzlich nur dann angegriffen, wenn der Verbündete eine direkte Grenze mit dem Feind hat und dann auch nur weil sich der Verbündete selbst einen Teil unter den Nagel reißen will! Aber nicht aus nächsten Liebe!
Doch viel Zeit um sich über die KI aufzuregen bleibt meist aber nicht! Denn hat man erst mal ein Großreich, so will dieses auch verwaltet werden. Die Menüs sind einfach gehalten und besitzen dennoch eine ungeheuerliche Komplexität! Bündnisse und Handelsverträge müssen gepflegt werden, denn andere Reiche sehen eine neue Supermacht nicht gerade gerne!
Städte müssen immer auf dem neusten Stand gehalten werden, denn durch neue Forschungen werden auch neue Gebäude frei geschaltet um mehr Sachen zu erforschen, die wiederum neue Gebäude frei schalten...
Aber am wichtigsten ist es die Steuern anzupassen. Das Volk wächst ununterbrochen an und frisst einem die Haare vom Kopf! Die Folge: Hungersnöte! Es gibt nur eine Sache die schlimmer ist als eine veraltete Regierung und das ist Hunger auf Grund der veralteten Regierung die nicht schnell genug Essen bereitstellt!
Besänftigen kann man solche Bürger dann nur durch Steuersenkung und Ausbau der Bauernhöfe. Ist man dann gerade einmal zufrieden und glaubt das Volk auf seiner Seite zu haben, so werden beschwerden laut, das es zuviel Industrialisierung gibt. Schließlich hat man ja seine Bauernhöfe modernisiert! So geht es aber nicht! Um der Bevölkerung in solch einer Situation dann Herr zu werden, muss man wohl oder übel zum Militär greifen um das Volk zur Not mit Gewalt zu beruhigen. Aber Truppen kosten wieder Geld! Geld bekommt man von Steuern, die hat man gesenkt, folglich kein Geld und ohne Geld sind wir wieder am Anfang…ein Teufelskreis! Die Lösung: Beim Nachbarn einmarschieren und die Bauernhöfe in Besitz nehmen. Alleine hieran kann man also sehen: einfach ist das Mikromanagment hier nicht gerade!
Dennoch ist es gerade noch einfach genug um den Spieler nicht dauernd zu frusten!

Wie schon zuvor kurz angerissen gibt es eine Regierung, bestehend aus verschiedenen Beamten im Bereich Schatzamt, Justiz, Armee, Marine, einen Beamten für Amerika und einen für Indien sowie einen Regierungsvorsitzenden und natürlich den König/Präsidenten.
Ob König oder Präsident, ob Monarchie oder Republik und ob guter und weiser König oder vollkommenen idiotischer Herrscher, auf all das haben sie nur indirekt Kontrolle.
Von beginn an sind sie bereits voreingestellt in ihrer Regierungsform, sowie z.B. Frankreich, Preußen, Schweden etc. Absolute Monarchien sind. Als Absolute Monarchie haben sie zu jeder Zeit die Möglichkeit alle ihre Minister in den Ämtern durch beliebtere und fähigere Minister zu tauschen, dafür verursacht jede neue Forschung Unmut beim Volk und verlang nach Reformen.
Bei einer Republik hingegen bleibt das Volk bei Forschungen ruhig und freut sich sogar über die Neuerungen, aber es wählt alle paar Runden ein neues Kabinett. So können zum Teil unfähige Politiker z.B. im Schatzamt für Chaos sorgen.
Die Regierungsformen ändern sich nur von den Monarchie Arten (Absolute und konstituelle) zur Republik.
Etwas auf das sie als Spieler überhaupt keinen Zugriff haben, ist ihr König/ihre Königin.
Wenn sie Pech haben besteigt eine arrogante und bei allen Parteien unbeliebte Person den Thron und macht ihnen alle außenpolitische Arbeit dahin. Alles was ihnen dann bleib, ist knappe 40-50 Jahre warten um auf den/die nächste/n König/in zu warten. Ein Traum, oder?! Außer dem König und dem Kabinett gibt es weitere wichtige Persönlichkeiten mit speziellen Fähigkeiten wie den Lebemann (Meuchler) der von General bis Bischof ohne zu fragen tötet!
Dann gibt es den Edelmann. Dieser ist zuständig um die Forschungen schneller voran zu treiben und im Notfall auch mal beim Feind um die Ecke ein paar Ideen zu klauen. Er ist meist ein beliebtes Opfer von Lebemännern, da der Spieler mit der besseren Forschung in jedem Kampf klare Vorteile hat.
Der Bischof erscheint sehr selten in Kirchen und besänftigt Religiöse Unruhen und kann damit ungemein wichtig sein.
Zum Schluss bleiben General und Admiral, die sie für jede Menge Geld zu jeder Zeit rekrutieren können. Durch ihr Fähigkeiten (zusehen an ihren Sternen) können sie oft auch schier unmögliche Kämpfe noch siegreich enden lassen und sind damit extrem wichtig.
Insgesamt sind die Einheiten in ihren Fähigkeiten sehr gut balanciert und alle nützlich. Jedoch tauchen sie oft an Orten auf, wo sie kein Mensch braucht! So brauch niemand einen Edelmann auf einer einsamen Insel mitten im Nirgendwo und für einen Edelmann gleich ne Flotte losschicken um ihn abzuholen…meist sinnlos!

Apropos Flotte… da war doch noch was…
Die neuen Seegefechte…
Ähnlich wie die Landgefechte sind auch die Seeschlachten bombastisch inszeniert. Die Breitseiten lassen die Schiffe regelrecht zerschellen und durch die klaffenden Löcher sieht man den Innenteil des Schiffs und an Deck kann man die umher irrenden Männer bestaunen, wie sie verzweifelt versuchen die Brände zu löschen oder die sinnlosen Befehle des Spielers zu befolgen. Das alles kann man in Ruhe betrachten, denn die Schiffe fahren in einer SEHR realistischen Geschwindigkeit. Man kann sich also in Ruhe noch im Fernsehen eine Serie ansehen oder Freunde besuchen und wenn man fertig ist, langsam mit dem rumballern anfangen. Geht es dann aber erst einmal los, kann man wahrlich nicht mehr genug bekommen.
Besonders interessant sind die Entermanöver. Die Einheiten profitieren dort nämlich auch von Infanterie Erforschungen und können daher auch noch in Unterzahl gewinnen.

Alles in Allem ist Empire: Total War wirklich klasse. Es sprudelt von guten Ideen und setzt diese meisten ohne große Bugs um. Die Wegfindung ist das einzeige Problem, welches nach einiger Zeit nervig werden kann, geht aber in der absolut einmaligen Atmosphäre unter.
Das Balancing ist wirklich gut gelungen und es macht einen endlosen Spaß dieses Spiel zu spielen. Die Möglichkeit sowohl ganz Europa, Indien und Amerika einzunehmen, ohne auch nur eine Schlacht selber geschlagen zu haben, oder einfach jede noch zu winzige Auseinandersetzung selbst zu kommandieren, macht dieses Spiel für fast jede Art von Strategie Fans optimal. Ich habe mich wirklich auf dieses Spiel gefreut und hatte extrem hohe Ansprüche, obwohl ich auf Grund von einigen verkorksten Titeln der letzten Zeit schon dachte, zurück rudern zu müssen war ich froh, dass alle meine Ansprüche mehr als erfüllt wurden.
Für alle die noch am überlegen sind ob dieses Spiel wieder nix Halbes und nix Ganzes wird, ihr könnt euch sicher sein, dass ihr euren Kauf nicht bereuen werdet.

Wertung:

93/100 » alle Rezensionen von Sortessa (5)

Screenshots zu Empire: Total War

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Pro & Contra

  • Grafik: Sehr schön anzusehen
  • Sound: Passt sehr gut zum Spiel
  • Balance: in Gefechten sehr gut...
  • Atmosphäre: Perfekt
  • Bedienung: In nur einer Stunde erlernt
  • Umfang: Überragend
  • Startpositionen: Gut balanciert
  • KI: In Gefecht überzeugend...
  • Einheiten: sehr detailliert und gut inszeniert
  • Kampagne: Klasse!
  • Grafik: Ruckler bei Seeschlachten
  • Sound: wenig Abwechslung
  • Balance: in der Kampagne oft schwach
  • Atmosphäre: -
  • Bedienung: Manchmal noch ZU komplex
  • Umfang: -
  • Startpositionen: -
  • KI: in der Kampagne enttäuschent
  • Einheiten: -
  • Kampagne: -

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgradgenau richtig
Bugs im SpielNur sehr wenige
Bisher im Spiel
verbrachte Zeit
Mehr als 40, weniger als 100 Stunden

20 von 24 Leser fanden diese Rezension hilfreich

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Avatar Firewind
Firewind
#1 | 07. Apr 2009, 01:00
Sehr gut und ausführlich geschrieben. Daumen hoch!
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Avatar Tom_82
Tom_82
#2 | 07. Apr 2009, 18:03
Toller und ausführlicher Test. Mir ist das Spiel glaube ich einfach zu groß um damit anzufangen. ;)
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Gelöschter User
#3 | 08. Apr 2009, 22:16
Habs auch. Einfach genial das Spiel. Test gefällt mir auch.
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Gelöschter User
#4 | 09. Apr 2009, 12:55
Nach allem anschein nach bist du einer der besten Lesertestschreiber ! Daumen hoch! Naja ich habe noch nicht viele Lesertests gelesen aber dieser war sehr ausführlich gut geschrieben und mich wirklich zum überlegen gebracht mir dieses geniale spiel zu kaufen! ich freue mich auf weitere Tests von dir! :D
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Avatar Nitii
Nitii
#5 | 11. Apr 2009, 22:52
KI im Gefecht überzeugend? Das einzige was die KI gelernt hat, ist zu flankieren. Der Rest der KI ist der selbe Schrott wie in den Vorgängern. Achja weil die KI auf SS zu dumm ist bekommt sie nen Bonus auf ihre Einheitenwerte. Wenn man das als gute KI bezeichnen will, dann kann man das natürlich tun, ich tue es nicht.

Einheiten 10/10
Ich sag mal so, ich hab in einer kampagne mal mit nichts anderem als Linieninfantrie gespielt und locker gewonnen (auf SS/SS) Von Einheitenvielfalt und Einheitenbalance kann keine Rede sein, denn sie existiert nicht. Einen Wiederspielwert gibt es auch nicht, denn jede Fraktion hat Linieninfantrie und damit die beste Einheit ingame, und das quasi von Spielbeginn an.
Von den Schiffen fang ich gar nicht erst an. Denn ob Indianer, Polen oder Inder, alle fahren mit Schiffen erster bis sechster klasse rum.

93% ist das was ich mir erhofft hätte vom game, leider trifft das nicht im geringsten zu. Ehrlich gesagt ist es ohne mods unspielbar angesichts des brillanten Vorgängers. Der macht nämlich auch nach mehrmaligem durchspielen noch spaß. An Empire hatte ich 3 Tage spaß.
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Leser-Rezensionen
Empire: Total War 25 Bewertungen:
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70-89 13
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Durchschnittliche
Leserbewertung:
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Details zu Empire: Total War

Cover zu Empire: Total War
Plattform: PC
Genre Strategie
Untergenre: Echtzeit-Strategie
Release D: 04. März 2009
Publisher: Sega
Entwickler: Creative Assembly
Webseite: http://www.totalwar.com
USK: Freigegeben ab 12 Jahren
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
Platz 351 von 7147 in: PC-Spiele
Platz 32 von 589 in: PC-Spiele | Strategie | Echtzeit-Strategie
 
Lesertests: 25 Einträge
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