EVE Online : Eve Online ist seit dem Ascension-Update ein Free2Play-Spiel. Das wirft viele Fragen auf. Wir liefern in diesem Einsteiger-Guide ein bisschen Starthilfe in das gewaltige Weltraum-MMO. Eve Online ist seit dem Ascension-Update ein Free2Play-Spiel. Das wirft viele Fragen auf. Wir liefern in diesem Einsteiger-Guide ein bisschen Starthilfe in das gewaltige Weltraum-MMO.

Zum Thema EVE Online ab 14,95 € bei Amazon.de Eve Online: Explorer Pack - Gallente für 15,99 € bei GamesPlanet.com Im Gegensatz zu vielen anderen MMORPGs ist Eve Online ein echtes Sandboxspiel. Das heißt, man hat viele Freiheiten: Missionen fliegen, erkunden, Handel, Piraterie... das Spiel setzt einem wenig Grenzen. Viele Spieler vermissen da aber auch einen roten Faden. Denn das Spiel gibt keine Ziele vor. Der Spieler selbst ist nur ein weiterer Charakter im offenen Universum.

Wer erst mit der Free2Play-Umstellung mit Eve Online anfängt, der wird viele Fragen haben. Kann man das Spiel überhaupt vernünftig spielen, wenn man kein Abo hat? Ist es nicht zu schwer, wenn andere schon seit 10 Jahren spielen? Was kann ich überhaupt machen? In diesem Artikel wollen wir Anfängern einen Einblick in das Universum geben und erklären wie sich Alpha-Klone (Free2Play-Spieler) darin zurechtfinden können.

Einstiegshürde: Lohnt es überhaupt noch anzufangen?

In Eve Online kann man nicht farmen, um Erfahrungspunkte zu gewinnen. Stattdessen zieht man seine Skills in eine Skillqueue und wartet dann. Am Anfang sind die meisten Skills in wenigen Minuten erlernt. Spätere dauern teils Monate in Echtzeit. Dafür tickt die Warteschlange aber auch dann weiter, wenn man ausgeloggt ist.

Durch dieses passive Skillsystem können Anfänger nur schwer die selbe Anzahl an Skillpunkten erreichen wie Veteranen. Vor kurzem fügte CCP die Möglichkeit ein Skills zu handeln. Aber das ist teuer. Skillinjektoren, die einem 500.000 Skillpunkte geben, kosten aktuell um die 600 Millionen ISK. Viele Neulinge werden dadurch abgeschreckt und stellen sich die Frage, ob es überhaupt noch lohnt anzufangen.

EVE Online : Skillinjektoren sind eine teure Methode, um schnell an Skillpunkte zu kommen. Skillinjektoren sind eine teure Methode, um schnell an Skillpunkte zu kommen.

Die Antwort ist einfach: Ja. Denn auch wenn Veteranen viel mehr Skillpunkte haben, so wird ein Großteil dieser Skillpunkte häufig nicht benutzt. Wer gerade einen Caldari Cruiser fliegt, der profitiert nicht davon auch noch Amarr und Minmatar Cruiser fliegen zu können. Skills um Lasertürme zu benutzen, verstärken keine Projektilwaffen. Und Handelsskills bringen im Kampf auch nicht viel.

Der einzige Vorteil von Veteranen ist es, vielseitiger spielen zu können. Wer aber gezielt skillt, der kann innerhalb von ungefähr drei Monaten bei den großen mithalten. Und zu dieser Zeit macht man sich sowieso noch mit den meisten Spielmechaniken vertraut.

ISK und Aurum - Was ist der Unterschied?

Noch wichtiger als Skillpunkte sind in Eve Online sowieso ISK. Das ist die normale Ingamewährung, die man durch Missionen, das Verkaufen von Gegenständen und abschießen von NPC-Piraten verdient. Wer kein Geld für neue Ausrüstung hat, der steht schnell komplett ohne da. Denn neue Schiffe droppen nicht einfach in Missionen und auch die richtigen Waffen oder Munition wird man eher selten als Loot bekommen. Ein klarer Unterschied zu anderen MMOs, wo man die gefundene Ausrüstung meist gleich selbst nutzen kann.

Neben den ISK gibt es noch Aurum. Das ist die Echtgeldwährung von Eve Online und kann benutzt werden um Dinge wie Kleidung, SKINs und Skillextraktoren zu kaufen. Die Besonderheit: Sämtliche Aurumgegenstände kann man im Markt auch für ISK von anderen Spielern kaufen. Selbst wenn man also kein Echtgeld ausgeben will, hat man kompletten Zugriff auf sämtliche dieser Items.

Die Einschränkungen der Alpha-Klone: Ist das nicht Pay2Win?

Alpha-Klone unterliegen starken Einschränkungen, die wir in einem früheren Artikel bereits ausführlich erklärten. Da ist die Frage berechtigt, ob Omega-Klone nicht vielleicht zu viele Vorteile haben und das Spiel damit nicht nur Free2Play, sondern auch Pay2Win geworden ist.

Die Gründe für die starken Einschränkungen: Eve Online ist mittlerweile 13 Jahre alt und hat damit eine etablierte Community. Manche Spieler sind von Anfang an dabei und wollen natürlich nicht, dass ihre Erfolge durch die Free2Play-Umstellung plötzlich weniger wert sind. Außerdem ist der Markt von Eve Online komplett von Spielern betrieben. Bei CCP arbeitet sogar ein Ökonom, der den Markt im Auge behält und ihn stabil hält.

EVE Online : Kein Platz für Alpha-Klone? Von wegen! Bei Schlachten wie der um M-OEE8 hätten auch Piloten mit wenig Skillpunkten was zu tun. Kein Platz für Alpha-Klone? Von wegen! Bei Schlachten wie der um M-OEE8 hätten auch Piloten mit wenig Skillpunkten was zu tun.

Der Free2Play-Start ist da natürlich ein heikles Thema. Denn plötzlich generieren tausende von nicht-zahlenden Spielern ISK über Missionen und ähnliches. Da muss CCP etwas gegenhalten und verhindern, dass F2P-Spieler nicht zu einfach Geld machen können. Außerdem muss der Entwickler dafür sorgen, dass Veteranen das System nicht zu ihrem eigenem Vorteil ausnutzen können.

Streng betrachtet sind Alpha-Klone nur eine erweiterte Testphase. Wer nicht zahlt, hat in allen Bereichen des Spiels gewisse Nachteile: Vom Handel, über Erkundung bis hin zu Kämpfen. Allerdings ist der soziale Aspekt in CCPs Weltraum-MMORPG stärker ausgeprägt als in anderen Spielen, und man wird meist nur in größeren Flotten aktiv werden.

Und in denen gibt es auch immer Aufgaben für Spieler mit weniger Skillpunkten und schwächeren Schiffen. Eine Flotte die ausschließlich aus Schlachtschiffen besteht und keinerlei Fregatten hat, wird selten Erfolg haben.

Nichts hält ewig

Schiffe und Ausrüstung in Eve Online sind sehr vergänglich. Wenn das eigene Schiff abgeschossen wird, dann ist es weg und man muss ein neues kaufen. Auch Ausrüstung wie Waffen und Fracht verbleiben nur teilweise beim Wrack... und werden oftmals von feindlichen Spielern als Beutegut mitgenommen. Die Faustregel ist, dass man jedes Schiff, mit dem man die Station verlässt, bereits als verloren ansehen sollte.

Es gibt nur sehr wenig Sicherheit in dem Spiel. In den Anfangsgebieten setzt CCP noch Regeln durch. Hier ist es Veteranen verboten Neulinge aufgrund von deren Unwissen auszunutzen. Wer die Gebiete verlässt wird zum Freiwild. Deshalb ist es wichtig sich ein wenig mit dem Universum auszukennen. Die Spielwelt Neu Eden ist in vier verschiedene Gebiete unterteilt:

High-Sec-Bereich (Sicherheitsstufe 0.5 oder höher): Hier beginnen alle neuen Charaktere und die NPC-Fraktion Concord versucht die Regeln einzuhalten. Je nach Sicherheitsstufe ändert sich aber die Zeit, bis die Concord-Schiffe eintreffen, sollte ein Spieler aggressive Handlungen gegen Nicht-Feindliche Fraktionen durchführen.

Das schützt einen nicht vor dem Verlust des eigenen Schiffes, aber zumindest wird der Angreifer bestraft. Das ist gerade für Frachterpiloten wichtig. Denn manche Spieler scannen hier sämtliche Transportpiloten und suchen nach guter Beute. Die nehmen den Verlust des Schiffes in Kauf und haben einen Zweitaccount oder einen Freund, der dann die wertvolle Fracht klaut. Deshalb sollte man gerade in belebten Gebieten nie sehr wertvolle Güter transportieren.

EVE Online : Jita 4-4, das größte Handelszentrum im Eve-Universum, ist im High-Sec. Wer hier handeln will, sollte es sich nicht bei den Caldari verscherzen. Jita 4-4, das größte Handelszentrum im Eve-Universum, ist im High-Sec. Wer hier handeln will, sollte es sich nicht bei den Caldari verscherzen.

Low-Sec-Bereich (Sicherheitsstufe 0.1 bis 0.4): Hier ist Concord nicht mehr aktiv. An Sprungtoren schießen noch automatische Verteidigungsanlagen auf Angreifer, aber ansonsten sind die Regeln außer Kraft gesetzt. Wer in diesem Gebiet aktiv werden will, muss sich auch vor Gate-Camps in acht nehmen. Das bedeutet, dass eine Gruppe von Spielern ein Sprungtor belagert und alle Schiffe angreifen, die das durchqueren. Wer nicht richtig ausgerüstet ist, dessen Warpantrieb wird dann deaktiviert und man kann nur noch warten, bis man abgeschossen wird.

Außerdem kämpfen in diesen Gebieten die vier NPC-Fraktionen Amarr, Caldari, Gallente und Minmatar um Vorherrschaft. Als Spieler kann man einer dieser Fraktionen helfen, indem man dem »Faction Warfare« beitritt. Dann kann man hier Stationen einnehmen um Loyalitätspunkte zu bekommen, die man wiederum in wertvolle Sachen umtauschen kann. Viele Spieler nutzen diese einnehmbaren Stationen um 1-gegen-1 PvP zu betreiben. Denn nicht jede Schiffsklasse kann zu jeder Station warpen. Dadurch kann man zumindest grob eine Kampfregeln festlegen.

Null-Sec (Sicherheitsstufe 0.0 oder niedriger): Wenn man über irgendeine große Schlacht in Eve Online liest, dann fand die sehr wahrscheinlich in diesem Bereich statt. In diesem Gebiet gibt es keinerlei Regeln außer denen, die die Spieler selbst machen. Hier kämpfen Corps und Allianzen - Zusammenschlüsse von Corps - um Gebiete und bauen ihre eigenen Stationen.

Hier kann man auch das meiste Geld abseits von Handel machen. Die NPC-Piraten haben ein hohes Kopfgeld, In Asteroidengürteln findet man wertvolle Ressourcen und in Erkundungskomplexen gibt es seltene Materialien. Aber all das ist hart umkämpft und wer nicht selbst Mitglied einer hier ansässigen Corp ist, wird es schwer haben. Das wichtigste ist Planung. In der Regel nutzen die Allianzen eine von drei Vorgehensweisen: NRDS, NPSI, oder NBSI.

EVE Online : Große Schlachten wie die um das System SH1-6P finden in der Regel im Null-Sec statt. Große Schlachten wie die um das System SH1-6P finden in der Regel im Null-Sec statt.

NRDS bedeutet »Not Red, don't shoot« und bedeutet, dass die Mitglieder der Allianz nur auf Spieler schießen, die feindlich gesinnt sind. Neutrale können sich in diesen Gebieten aufhalten, dürfen aber keinerlei Hilfe erwarten, wenn sie selbst angegriffen werden.

NPSI steht für »Not purple; Shoot it« und leitet sich von der Spielmechanik ab, bei der alle Mitglieder der eigenen Flotte als Lila dargestellt werden. Für eine Flotte ist jeder Spieler ein Ziel, der nicht selbst Teil der Flotte ist.

NBSI ist kurz für »Not blue; Shoot it« und heißt, dass die Allianzen mit dieser Einstellung auf alles schießen, was nicht klar verbündet ist. Also auch auf neutrale Spieler.

Wurmlöcher: Wurmlöcher existieren abseits der normalen Sprungtorrouten und lassen sich nur erreichen, indem man ein Wurmloch scannt und betritt. Die Besonderheit ist, dass es in Wurmlöchern keinen Local-Chat gibt. Man kann also nicht sehen, wer noch im selben Wurmloch ist.

Wer alleine ist, sollte sich von diesen Gebieten fernhalten. Zwar gibt es auch gutmütige Spieler, die hier zuhause sind, in der Regel schießen Wurmlochbewohner aber auf sämtliche Eindringlinge. Wer hier erkunden will braucht deshalb auch mindestens zwei Spieler: Einer, der weitere Wurmlöcher und Anomalien scannt, sowie Ausschau nach Feinden hält, und einen weiteren, der die Waffen bringt.