F1 2012 - PC

Rennspiel  |  Release: 21. September 2012  |   Publisher: Codemasters
Seite 1 2   Fazit Wertung

F1 2012 im Test

Kalte Dusche ohne Champagner

Auch ein gutes Rennspiel kann enttäuschen: Statt sich in F1 2012 aufs Wesentliche zu konzentrieren, kümmert sich Codemasters lieber um Irrelevantes und stellt so weder Gelegenheitsraser noch Simulationspuristen wirklich zufrieden.

Von Heiko Klinge |

Datum: 17.09.2012


Zum Thema » F1 2011 - Test Der Vorgänger im Check » Formel 1-Spiele-Historie Die Geschichte der FIA-lizenzierten Rennspiele Ein altes deutsches Sprichwort sagt: »Allen Leuten Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.« Seit Codemasters 2010 die Formel 1 zurück auf den PC brachte, probieren sie es trotzdem jedes Jahr aufs Neue, natürlich auch in F1 2012 . Einerseits wollen sie ein authentisches Formel-1-Erlebnis liefern, andererseits sollen aber auch Gelegenheitsraser die Faszination der Motorsport-Königsklasse nachvollziehen können. Sowohl F1 2010 als auch F1 2011 haben diesen schwierigen Drahtseilakt gut hinbekommen, auch wenn Simulationspuristen ob der nicht ganz schraubengenauen Fahrphysik ein wenig die Nase rümpften.

Dass sich Letzteres auch mit F1 2012 nicht grundlegend ändert, war zu erwarten. Dass jedoch Codemasters in dieser Saison trotz oder gerade wegen vieler Neuerungen ausgerechnet den guten alten Drahtseilakt sträflich vernachlässigt und entsprechend wertungstechnisch auf die Nase fällt, dürfte sowohl Gelegenheitsraser als auch Simulationspuristen negativ überraschen.

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F1 2012
Die grafisch spektakulären Regenrennen sind auch in F1 2012 ein spannender Ritt auf der Rasierklinge - vor allem für die KI-Gegner, die versammelt mit Trockenreifen fahren (zu erkennen an den weißen Streifen).

Tutorial für Schimpansen

Dabei beginnt F1 2012 durchaus verheißungsvoll: Wir suchen uns ein Spitzenteam wie Ferrari, McLaren oder Red Bull aus, für das wir den so genannten »Young Driver Test« absolvieren wollen – eine Art Talentschmiede für künftige Formel-1-Fahrer, die es auch in der Realität gibt.

F1 2012 : Fahrtraining für Schimpansen: Der neue Young Driver Test ist anspruchslos, langweilig und beschäftigt uns gerade mal 20 Minuten. Fahrtraining für Schimpansen: Der neue Young Driver Test ist anspruchslos, langweilig und beschäftigt uns gerade mal 20 Minuten. Wir erwarten: fordernde Fahrprüfungen, Verhaltensstrategien für besondere Rennsituation wie Wetterwechsel oder fliegende Starts, Einweisungen in die wichtigsten Regeln, einen abschließenden Test und – bei besonders gutem Abschneiden – natürlich ein Cockpit bei unserem Lieblingsteam.

Wir bekommen: ein ultrakurzes strunzödes Simpel-Tutorial, das uns in gerade mal acht Lektionen und drei Videos unter anderem zeigt, wie wir Gas- und Bremspedal bedienen (!) oder Kurven richtig nehmen. Nach der Abschlussprüfung (eine ganze Runde fahren, wow!) landen wir kommentar- und teamlos im Hauptmenü. Das ist kein »Young Driver Test«, sondern ein »Idiotentest« – zumindest für passionierte Rennspieler.

Online Aktivierung
Wenigstens eine Verbesserung: F1 2012 nutzt in diesem Jahr nur noch die Online-Plattform Steam, ein Profil bei Games for Windows Live ist anders als in den Vorgängern nicht mehr nötig. Das Rennspiel lässt sich entsprechend auch offline spielen, aber nicht mehr weiterverkaufen.

Saisonmodus? Gestrichen!

Nun gut, wenn wir kein Spitzenteam-Cockpit bekommen, dann nehmen wir uns eben eins. Dafür gab’s im Vorgänger schließlich den frei konfigurierbaren Grand-Prix-Modus, in dem wir uns mit unserem Wunschteam unsere Wunschsaison mit Wunschregeln zusammenbasteln konnten. In F1 2012 wird dies jedoch nur ein Wunsch bleiben, denn Codemasters hat den Grand-Prix-Modus ersatzlos gestrichen! Lediglich in Einzelrennen bleibt uns noch die freie Team- und Streckenwahl.

Zwei neue Spielmodi sollen diesen Verlust kompensieren: In der Season Challenge absolvieren wir eine verkürzte Saison mit zehn Rennen á fünf Runden. Dabei starten wir in einem schwachen Team wie Marussia oder Torro Rosso, können uns jedoch in einen besseren Rennstall hocharbeiten, wenn wir einen seiner Fahrer in zwei von drei Rennen schlagen.

F1 2012 : In F1 2011 konnten wir uns unsere Wunschsaison mit Wunschstrecken, Wunschregeln und Wunschauto zusammenbasteln. In F1 2012 dürfen wir nur noch Einzelrennen frei konfigurieren.

Gestrichen: Grand Prix Modus
In F1 2011 konnten wir uns unsere Wunschsaison mit Wunschstrecken, Wunschregeln und Wunschauto zusammenbasteln. In F1 2012 dürfen wir nur noch Einzelrennen frei konfigurieren.

Im »Champions Mode« treten wir gegen die sechs aktuell aktiven Weltmeister in ebenso vielen vorgefertigten Szenarien an. So müssen wir etwa im Regenrennen von Brasilien drei Runden lang auf Slicks die Attacken von Lewis Hamilton abwehren. Beide neuen Spielmodi sind durchaus unterhaltsam, können aber mit ihrem geringen Umfang und den festgelegten Regeln nur kurzzeitig motivieren und sind alles andere als ein adäquater Ersatz für den gestrichenen Grand-Prix-Modus.

Karriere-Marathon

Die aktuelle Formel-1-Saison können wir entsprechend nur im Karrieremodus nacherleben. Auch hier starten wir in einem schwachen Team und haben fünf Jahre Zeit, uns erst einmal in ein konkurrenzfähiges Auto und schließlich bis zum Weltmeistertitel vorzukämpfen.

F1 2012 : Neu im Rennkalender ist der Circuit of the Americas in Austin, der aber weder optisch noch fahrerisch sonderlich spektakulär ausfällt. Neu im Rennkalender ist der Circuit of the Americas in Austin, der aber weder optisch noch fahrerisch sonderlich spektakulär ausfällt. Letzteres werden aber vor allem Gelegenheitsfahrer nur in Ausnahmefällen erleben. Denn Codemasters hat die Mindest-Rennlänge von drei Runden auf 25% der Real-Distanz angehoben. Die Karriererennen dauern so je nach Wetterbedingungen 20 bis 30 Minuten. Und das am Stück, denn eine Speicherfunktion fehlt ärgerlicherweise.

Zwar können wir nach wie vor bei Missgeschicken bis zu vier Mal die Zeit zurückspulen. Wenn wir aber ausgerechnet in der letzten Kurve den entscheidenden fünften Fehler machen, möchten wir nach 30 Minuten harter Arbeit unser Lenkrad am liebsten aus dem Fenster werfen (oder an den Kopf der Entwickler). Die Karriere richtet sich somit trotz zuschaltbarer Fahrhilfen wie ABS oder Traktionskontrolle und vier KI-Schwierigkeitsgraden fast ausschließlich an ausdauerende Rennspielprofis, die dafür locker über 100 Stunden bis zum Karriereende einplanen dürfen.

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Avatar Sonix
Sonix
#1 | 17. Sep 2012, 15:23
Also ums kurz zu fassen: Einfach F1 2011 kaufen und ertragen das das Lizenzpaket 1 Jahr alt ist.
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Avatar TorrentderEine
TorrentderEine
#2 | 17. Sep 2012, 15:28
Dann bleib ich mal lieber bei F1 2011. Danke Heiko auf dich ist wenigstens noch Verlass =D
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Avatar Dryz
Dryz
#3 | 17. Sep 2012, 15:30
Danke für den Test Heiko! Somit kann ich mir diese Saison sparen da sich da gar nichts getan hat außer das unnütze sachen reinkamen.
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Avatar KingLamer
KingLamer
#4 | 17. Sep 2012, 15:31
hmm, wäre vielleicht sogar etwas für mich, wenn wiedermal leerlauf angesagt ist.

@redaktion:
den test zu Test Drive: Ferrari kann ich wohl vergessen, oder?
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Avatar cliomiNg
cliomiNg
#5 | 17. Sep 2012, 15:34
ohhh man!! und ich habs mir vorbestellt!!

Sollen die doch gleich DLC machen für 9,90€ z.B.

Ärger mich jetzt schon!!
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Avatar Dodacar
Dodacar
#6 | 17. Sep 2012, 15:38
Gut wissen. Danke Heiko, so kann ich mir diese Saison auf jeden Fall sparen und gleichzeitig spare ich auch etwas Geld. :)
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Avatar TKastner
TKastner
#7 | 17. Sep 2012, 15:42
Aber Hallo,
also schlechter als F1 2010 un F1 2011 ist es auf alle Fälle nicht und die wurden von Herrn Wittulski noch mit 90er Wertungen und Gold Award belohnt. Klar der Heiko ist ein alter Hase in Rennspielen und möchte mehr Simulation im Spiiel sehen, aber dadurch das die Gegner besser geworden sind ist es somit anspruchsvoller. Der Grand Prix Modus findet nun mehr in einem Rennen statt, es fehlt nur, das man die Rennen aneinander Planen kann. Zur Fahrschule: Es wurde in den letzten Jahren immer darauf rumgeritten, das es nicht einsteigerfreundlich ist, das ist mit der Fahrschule jetzt gegebeben.
Also eine 81 er Wertung ist eindeutig zu wenig, da hätte ich die letzten Teile wegen der vielen Bugs erheblich abgestuft in ihrer Wertung.
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Avatar Marine
Marine
#8 | 17. Sep 2012, 15:45
Da ich nicht so viel auf andere Meinungen oder Promo-Videos gebe, habe ich die Demo mal getestet. Die Menuführung ist äußerst unlogisch und kompliziert, das Spiel sehr langweilig, hier kommt kein Formel 1-Feeling auf. Schade!
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Avatar Linox
Linox
#9 | 17. Sep 2012, 15:46
Man sollte lieber beim Vorgänger bleiben.
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Avatar Heiko Klinge
Heiko Klinge
#10 | 17. Sep 2012, 15:48
Zitat von TKastner:
Aber Hallo,
also schlechter als F1 2010 un F1 2011 ist es auf alle Fälle nicht und die wurden von Herrn Wittulski noch mit 90er Wertungen und Gold Award belohnt. Klar der Heiko ist ein alter Hase in Rennspielen und möchte mehr Simulation im Spiiel sehen, aber dadurch das die Gegner besser geworden sind ist es somit anspruchsvoller. Der Grand Prix Modus findet nun mehr in einem Rennen statt, es fehlt nur, das man die Rennen aneinander Planen kann. Zur Fahrschule: Es wurde in den letzten Jahren immer darauf rumgeritten, das es nicht einsteigerfreundlich ist, das ist mit der Fahrschule jetzt gegebeben.
Also eine 81 er Wertung ist eindeutig zu wenig, da hätte ich die letzten Teile wegen der vielen Bugs erheblich abgestuft in ihrer Wertung.

Genau, du kannst jetzt mehrere Einzelrennen hintereinander fahren. Und die Punktewertung musst du dann einfach auf einem Zettel mitschreiben. ;)
ich habe nichts gegen Einsteigerfreundlichkeit – im Gegenteil. Deshalb kritisiere ich ja auch die extrem lange Mindestdistanz bei Karriererennen.
Ich kritisiere, dass der Young Driver Test einfach nur schlecht und stinklangweilig ist – egal ob du Einsteiger oder Profi bist.
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Details zu F1 2012

Plattform: PC (PS3, Xbox 360)
Genre Sport
Untergenre: Rennspiel
Release D: 21. September 2012
Publisher: Codemasters
Entwickler: Codemasters
Webseite:
USK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
Platz 749 von 5644 in: PC-Spiele
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