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Seite 2: Die Akte Götterdämmerung - Was ist schief gelaufen? Interviews mit allen Beteiligten

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Michael Kairat, Producer von Götterdämmerung

GameStar:
Was ist bei Götterdämmerung schief gelaufen?

Michael Kairat:
Wir wollten den Fans unbedingt, vielleicht auch krampfhaft, noch heuer ein Addon liefern, welches die epische Geschichte des namenlosen Helden weiterzählt. Dieser Wunsch hat dazu geführt, das Addon im vorliegenden Zustand zu produzieren und die uns bekannten Fehler mit einem Release-Patch zu beheben. Wie sich nun herausgestellt hat, war es uns nicht möglich, unseren hochgesteckten Qualitätsanforderungen und Zielen gerecht zu werden.

GameStar:
In welchem Zustand war der Code, als Jowood ihn Trine Games übergeben hat?

Michael Kairat:
OriginalSource Code plus separat die Erweiterungen der Community.

GameStar:
Woher stammen all die teils derben Programmfehler?

Michael Kairat:
Teilweise wurden die Fehler aus dem alten Code übernommen, teilweise wurden durch das Fixen von Altproblemen neue Fehler aufgetan.

GameStar:
Welche Aufgabenbereiche gehörten Trine, welche Jowood?

Michael Kairat:
Die kompletten Entwicklungsaufgaben lagen in der Kompetenz von Trine. JoWooD überwachte die gesamte Entwicklung und war ständig beratend mit Trine in sehr engem Kontakt.

GameStar:
Jowood hat mit Beta-Testern zusammen gearbeitet, die wie die Firma selbst zahlreiche Bugs aufdecken konnten. Trotzdem wurde das Spiel in diesem Zustand veröffentlicht. Wozu war der Beta-Test da?

Michael Kairat:
Beta Tester sind für uns der Spiegel der Community. Wer könnte ein Spiel besser testen und Fehler am ehesten aufgreifen, als langjährige treue Fans, die zum Teil ähnlich tief in der Geschichte wie die Entwickler selbst verankert sind? Der Beta-Test sollte aber auch Vertrauen zu den Kunden aufbauen. Die Aussage eines offiziellen Beta Testers hat in der Community sehr hohen Stellenwert. Wir schätzen den Mut unserer Tester, offen ihre Wünsche und Probleme anzusprechen.

Aufgrund der Aussagen der Beta-Tester haben wir den Release-Termin um zwei Wochen aufgeschoben. Leider hat auch diese Maßnahme nicht genug Zeit eingespielt, um rechtzeitig zum Release noch alle Fehler aus zu bessern. Ich kann aber versichern: Das gesamte Team arbeitet unter Hochdruck an einem weiteren Update, das noch dieses Jahr erscheinen wird.

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