Microsoft - Multiplayer-Patentklage : halo_3_still halo_3_still Gegen die Zahlung einer nicht genannten Summe hat Microsoft eine Patent-Gerichtsauseinandersetzung mit der Technologiefirma PalTalk gütlich zu einer Einigung gebracht. PalTalk wollte in einer Klage Lizenzgebühren in Höhe von 90 Millionen US-Dollar für den Halo-3-Multiplayermodus erstreiten. Es geht dabei um Patente, die interaktive Applikationen über mehrere Computer beschreiben. Also auf gut deutsch besitzt PalTalk Patente für bestimmte Modelle eines Multiplayer-Modus.

Die Patente stammen ursprünglich von der Firma MPath, die Ende der Neunziger mit dem MPlayer einen Onlinedienst etablierte, der entfernt an Ideen von Xbox Live erinnert. MPlayer kombinierte Server für Multiplayer-Matches, das Matchmaking und auch VoIP in ein Produkt, das sich über monatliche Gebühren finanzieren sollte. Das Produkt war natürlich nie finanziell erfolgreich, so dass die Geschäfte 2000 an GameSpy übergingen. Über Irrwege sind die Patente jetzt bei PalTalk gelandet. Deren Anwalt bezeichnet die Firma MPath als "Pionier im Bereich der Online-Videospiele-Industrie". Daraus dürfte sich auch jenseits von Halo und Xbox Live Geld verdienen lassen. Der MPlayer erinnert zum Beispiel auch ein wenig an Valves Onlinedienst Steam.

In der Eröffnungsverhandlung des Patent-Prozesses nahm Microsoft auch Stellung zur Sache. Danach habe das Unternehmen bei Halo einen komplett anderen Entwicklungsansatz verfolgt, als er in den Patenten beschrieben werde. Außerdem zweifelte Microsoft die Gültigkeit der Patente an. Allerdings scheint sich Microsoft da wohl selber nicht so sicher gewesen zu sein, was die Einigung beweist. Die Summe der Lizenzzahlung Microsofts bezifferte PalTalk nicht. Der Anwalt der Firma sprach aber davon, dass sein Klient sehr zufrieden mit dem Ergebnis sei.