Wenn der Bildschirm vor Gegnern überquillt, Effektgewitter unsere Netzhäute fressen, die Umgebung in einer Orgie der Zerstörung pulverisiert wird und eine Kill-Serie die nächste jagt, dann geht jedem Fan von Top-Down-Shootern das Herz auf.

Die kanadischen Entwickler von Tuque Games setzen mit Livelock genau auf dieses bewährte Spielrezept: simple Steuerung, schnelle Action, brachialer Spielspaß - ähnlich wie in Helldivers oder Alien Swarm. Wir haben uns Livelock genauer angesehen und können bestätigen: Das Ding macht Laune!

Maschinenmensch gegen Maschinen

Livelock ist nicht nur in Sachen Effektgewitter herrlich überdreht, gleiches trifft auch auf die Kampagnenstory zu: Kurz bevor die Menschheit und alles organische Leben auf der Erde in den Auswirkungen eines Kriegs gegen die Roboter verpufft, transferiert man kostbares menschliches Bewusstsein in drei … äh, Roboter.

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Livelock
Riesiges Metallungeziefer will vermöbelt werden. Da helfen wir doch gern.

Nach einigen Irrungen und Wirrungen machen sich die drei schließlich auf, die Fragmente eines Schlüssels zu finden, der den Zugang nach Eden öffnet. Dort soll die Menschheit wiederbelebt werden. Dass die übrigen Maschinen die Idee nicht so prall finden, dürfte klar sein.

Die werfen sich uns in vielfältigen Ausführungen in den Weg: Langsame Androiden feuern mit Raketen auf uns ab, fiese Roboter-Schaben klammern sich an uns fest, riesige Mega-Maschinen wollen uns in Bosskämpfen zu Altmetall verarbeiten.

Zwischendurch finden diverse gewaltsame Auseinandersetzungen mit Zwischenbossen statt, die sich farblich von dem üblichen mechanischen Feind-Gerümpel abheben - und auch erheblich härter reinhauen.

Die Kampagne funktioniert in Livelock wirklich gut, die Geschichte wird durch ordentliche deutsche Sprecher umgesetzt und bringt einen roten Faden ins Gemetzel. Dazu gibt es am Schluss einen zwar vorhersehbaren, aber netten Twist.

Livelock : Wer solche Feinde hat, braucht gute Freunde: Livelock wirft uns mit bis zu zwei Verbündeten in effektvolle Prügeleien. Wer solche Feinde hat, braucht gute Freunde: Livelock wirft uns mit bis zu zwei Verbündeten in effektvolle Prügeleien.

Hauen, heilen, schießen

Man kann Livelock zwar alleine spielen, es funktioniert aber besonders gut im Koop-Modus. Die drei Roboter sind darauf ausgelegt, sich gegenseitig zu ergänzen. Der Vanguard ist eine Kampfsau. Mit fiesen Nahkampfattacken stürzt er sich mitten ins Getümmel, er eignet sich bestens als Tank.

Catalyst ist für den Support verantwortlich. Mit einem Mehrzweck-Schweißgerät repariert die Robo-Dame verbündete Ziele und zerlegt feindliche. Mit der Scharfschützenmaschine Hex ist der Reigen dann komplett, dieser Roboter greift mit hohem kritischen Schaden aus der Distanz an.

Während wir uns über die Schlachtfelder metzeln, sammeln wir Erfahrung und steigen Stufen auf. Dabei werden neue Waffen, Funktionen und passive Verbesserungen freigeschaltet. Funktionen sind mit Abklingzeiten verbundene Fähigkeiten.

Livelock : Der Brecher in der Brandung: Vanguard ist für Nahkampf ausgelegt und damit ein klarer Frontkämpfer.

Die Roboter: Vanguard
Der Brecher in der Brandung: Vanguard ist für Nahkampf ausgelegt und damit ein klarer Frontkämpfer.

Vanguard besitzt beispielsweise einen Reflektionsschild, der gegnerische Projektile zurückwirft. Catalyst kann Geschütztürme aufstellen oder Reparaturdrohnen auslösen, die in einem bestimmten Umkreis verbündete Einheiten (dazu zählen auch Geschütze oder temporäre Begleit-Roboter) heilen.

In der Lobby dürfen wir unsere Waffen auswählen und zuweisen - jeder Roboter kann drei Waffen mit sich führen. Die schweren Spezialwaffen benötigen Munition, die sich nur langsam automatisch wieder nachlädt.

Einteilen lautet also die Devise. Haben wir in den Levels genug Kobalt gesammelt, eine Spezialressource, dürfen wir unsere Wummen bis zu fünf Mal aufwerten, was ihre Werte und damit unsere Durchschlagskraft erheblich verbessert.

Zusätzlich gibt es noch drei Ausrüstungsslots, die allerdings ziemlich lieblos integriert wurden. Helm, Lackierung und Umhang sind kaum als solche zu erkennen, es gibt keine handfesten Infos zu den Auswirkungen, abgesehen von einem nicht näher bestimmten Zahlenwert. Das hätte besser ausgearbeitet werden können.