Hinweis: Der finale Test mit Wertung und Test-Video ist jetzt online.

Zum Thema » Lords of the Fallen - Test Bitte mehr Patches » Lords of the Fallen - Patch Das ändert der Day-One-Patch » Lords of the Fallen - Galerie Artworks & Konzeptzeichnungen Lords of the Fallen ab 2,32 € bei Amazon.de Lords of the Fallen für 17,99 € bei GamesPlanet.com Nein, Lords of the Fallen ist kein Dark Souls aus Deutschland. Das können wir nach den ersten Stunden, die wir mit dem Action-Rollenspiel des Frankfurter Entwicklers Deck 13 verbracht haben, bereits vorwegnehmen. Für ein finales Urteil samt Test-Video warten wir allerdings den umfangreichen Day-One-Patch ab, der vor allem am Balancing schrauben soll. Und das hat das Spiel auch nötig, auch wenn unser bisheriger Eindruck recht positiv ausfällt - denn Lords of the Fallen macht durchaus Spaß, wenn man nicht den Maßstab eines Dark Souls anlegt.

Die düstere Fantasy-Geschichte rund um Ex-Knacki Harkyn erreicht nämlich weder den brutalen Schwierigkeitsgrad noch den spielerischen Umfang der Souls-Reihe. Wer sich also auf eine ähnlich fordernde Spielerfahrung eingestellt hat, den wird die rund 15-stündige Einzelspieler-Kampagne eher enttäuschen. Das soll aber nicht heißen, dass Lords of the Fallen kein spannendes Erlebnis ist und gar keine Parallelen zu Dark Souls beinhaltet.

Ganz im Gegenteil: Spielmechanisch bietet es ein ähnlich funktionierendes, komplexes Kampfsystem, bei dem es je nach Spielstil mehr auf Geschicklichkeit, cleveres Ausweichen und perfektes Timing ankommt als auf Statuswerte oder Fähigkeitspunkte. Jede Waffe verfügt über ihre eigenen Manöver, und die meisten Zaubersprüche, an denen wir uns bisher versucht haben, lassen sich intuitiv zum eigenen Vorteil nutzen.

Lords of the Fallen
In den gelegentlichen Gesprächen stehen mehrere Dialogoption zur Auswahl. Der Hauptcharakter bleibt trotzdem blass wie Papier.

Allerdings ist die Balance zwischen den Spielstilen zumindest nach unserem ersten Eindruck noch recht unausgeglichen und auch innerhalb der Klassen gibt es Probleme: Mit leichten Rüstungen und schnellen Waffen fühlen wir uns dank extrem wuchtiger Hinterrücks-Angriffe bereits im frühen Spiel weit stärker als mit Zweihandschwert und dicker Rüstung. Setzen wir hingegen auf die beiden übrigen Spielstile - Kleriker und Krieger - gibt's spätestens nach dem dritten von vier erlernbaren Zaubern kaum noch einen Gegner, der uns Probleme machen kann.

Lords of the Fallen : Das Gewicht unserer Rüstung bestimmt unsere Wendigkeit - und damit unseren Spielstil. Das Gewicht unserer Rüstung bestimmt unsere Wendigkeit - und damit unseren Spielstil. Die zahlreichen Rüstungen, das action-lastige Kampfsystem, die verschiedenen Gegnertypen - all das ist eine mehr als solide Basis für eine fesselnde Spielerfahrung, aber am Feintuning sollte Deck 13 definitiv noch schrauben, wenn sie die hohen Wertungsregionen erreichen wollen. Was sich hingegen nicht mehr ändern wird, ist die über weite Strecken lahme Story, die löchrig wie ein Schweizer Käse ist. So hat man sich offenbar bemüht, die subtile Erzählweise der Souls-Spiele aufzugreifen, die gezielt mit Leerstellen arbeitet, um die Neugierde und Kreativität der Spieler zu fördern.

Bei Lords of the Fallen funktioniert das aber nicht; dazu wird dieser Erzählstil zu inkonsequent verfolgt. Einerseits gibt es ein straffes dramaturgisches Gerüst - einen Hauptcharakter mit krimineller Vergangenheit, diverse Nebenfiguren, zahlreiche Zwischensequenzen und eine sehr konkrete Bedrohung durch mordende Dämonen aus einer anderen Dimension, andererseits gibt uns das Spiel aber kaum Hinweise über die Motivationen der Figuren. Es ist, als hätten die Entwickler genau die Dialoge und Zwischensequenzen vergessen, die uns dem Geschehen und den Charakteren näherbringen würden.

Lords of the Fallen : Harkyn mag eine schicksalsreiche Vergangenheit haben, das spielt allerdings für die Handlung kaum eine Rolle. Harkyn mag eine schicksalsreiche Vergangenheit haben, das spielt allerdings für die Handlung kaum eine Rolle.

So sind am Ende die optionalen Audio-Logs spannender als die eigentliche Story. Herausragend ist hingegen das tolle Art-Design in Kombination mit der erstklassigen Spielgrafik - das düstere, verschneite Kloster mit seinen bizarren Monstern und rauen Anti-Helden entwickelt ab der ersten Minute einen markanten und fesselnden Stil und spätestens in der Heimatwelt der Dämonen wird es ähnlich düster wie in Dark Souls.

Ob man Spaß mit Lords of the Fallen hat, ist letztlich wohl eine Frage des Spielertyps: Wer ein spielmechanisches Epos wie Dark Souls mit unverkennbarer Atmosphäre und einer komplexen Geschichte sucht, der sucht besser woanders. Freunde kurzweiliger Action-Rollenspiele dürften hingegen am flotten Kampfsystem, der tollen Optik und dem üppigen Pool an Waffen und Rüstungen ihre Freude haben - sofern Deck 13 noch an der Balance feilt.