Neverwinter - Free2Play

Online-Rollenspiel  |  Release: 30. April 2013  |   Publisher: Perfect World
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Neverwinter im Test

Gebührenfreie Dungeons und Drachen

Cryptics Free2Play-MMO Neverwinter schickt Abenteurer auf einen actionlastigen Trip durch Faerûn, der auch gratis richtig Spaß macht, aber letztlich (noch?) nicht das Zeug zum echten Hit hat - wie unser Test zeigt.

Von Sascha Penzhorn |

Datum: 30.05.2013


Zum Thema » Neverwinter - Artworks Galerie mit Konzeptzeichnungen » Neverwinter - PVP So spielt sich der PVP-Modus » Free2Play-Rollenspiele Top 10 der besten Gratis-RPGs Auf reiche Beute hoffend machen wir uns im finstersten Winkel von Neverwinters Kanalisation an einer Schatztruhe zu schaffen. Plötzlich springt die Kiste auf, doch statt Gold und Edelsteinen blitzen uns rasiermesserscharfe Zähne entgegen, und einen Sekundenbruchteil später stürmt die ganze verdammte Truhe auf uns zu! Oder vielmehr das als Schatzkiste getarnte Monster. Mit schnellem Druck auf die Shift-Taste wehren wir den Bösewicht in letzter Sekunde ab, per rechter Maustaste folgt ein saftiger Schildhieb, den Rest erledigen wir per linker Maustaste mit unserer Hauptwaffe, will heißen: dem Schwert.

Es sind solche Momente, in denen uns Neverwinter so richtig fesselt. Fallen und Monster mit Dungeons & Dragons-Flair (D&D) und ein Kampfsystem, das schnelle Reflexe belohnt und ganz einfach mehr Spaß macht, als dem Avatar bei automatischen Attacken lediglich zuzuschauen und ab und zu einen Hotkey zu drücken. Mit den fordernden taktischen Kämpfen eines Baldur's Gate oder Neverwinter Nights hat dies letztlich nichts zu tun, vielmehr geht's stark in Richtung Guild Wars 2 und Tera.

Open Beta
Bitte beachten Sie: Unser Test basiert auf der offenen Beta von Neverwinter, in der Spieler allerdings – wie im Free2Play-Bereich üblich – bereits Geld ausgeben können. Wir haben uns deshalb entschlossen, dem Spiel bereits jetzt eine Wertung zu geben. Nach dem offiziellen Start werden wir uns Neverwinter selbstverständlich abermals anschauen, schließlich versprechen die Entwickler unter anderem noch auf Deutsch vertonte Dialoge, eine zusätzliche Klasse und ein ausgebautes Talentsystem.

Wo Licht ist, ist auch in Neverwinter Schatten. Denn weit weniger zeitgemäß als das Kampfsystem präsentiert sich die Charakterentwicklung. Die Talentbäume gewähren uns kaum Spielraum für Individualisierung und die derzeit fünf spielbaren Charakterklassen haben jeweils fest vorgeschriebene Rollen, von denen sie keinen Jota abweichen können. Ein Kleriker zum Beispiel, egal ob eher offensiv oder defensiv geskillt, bleibt letztlich immer ein Heiler, der beschützende Kämpfer ist immer ein Tank und so fort. Alleskönner, die je nach Talentverteilung auf Schaden, Heilung oder zum Tank spezialisiert werden können, gibt es in Neverwinter nicht. Da ist die Pen & Paper-Vorlage deutlich flexibler und wurde in Dungeons & Dragons Online vom Entwickler Turbine auch schon mal interessanter, weil flexibler umgesetzt.

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Neverwinter

Auch der Aufbau der Spielwelt erinnert eher an »D&D Light«. Die namensgebende Stadt Neverwinter und deren direkte Umgebung ist in viele kleine, instanzierte Abenteuerzonen aufgeteilt, die Spieler linear abarbeiten. Angesichts des Settings haben wir darauf gehofft, wenigstens einen Teil der Schwertküste als frei begehbare Spielwelt zu erforschen. Stattdessen teleportieren wir uns über eine Landkarte von einer recht überschaubaren Zone zur nächsten, das schadet der Rollenspiel-Atmosphäre ziemlich stark.

Dungeons für alle

Immerhin sind die Areale selbst sehr abwechslungsreich gestaltet. In einem Stadtviertel randalieren die Orks, auf dem Friedhof steigen die Toten aus den Gräbern und vor den Toren der Stadt entführen Dunkelelfen sämtliche Bauern. Eine durchgehende Hintergrundgeschichte führt uns linear vom Tutorial bis ins Endgame und erklärt, warum in Neverwinter das Chaos regiert. Erzählt wird die Handlung überwiegend in NPC-Monologen und gelegentlichen Zwischensequenzen.

Zwar absolvieren wir im Rahmen der Story in jedem Gebiet auch die obligatorischen Kill- und Sammel-Quests, aber jede Zone ist außerdem mit Dungeons gespickt, die es richtig in sich haben. Ausgelöste Fallen lassen Kreissägen aus dem Boden schnellen, beschießen unvorsichtige Abenteurer mit Pfeilen oder spießen sie mit hölzernen Pfählen auf. Wer all den Gefahren trotzt, hat eine Menge zu entdecken. Besonders aufmerksame Spieler stoßen auf Geheimgänge, Öffnungsmechanismen, die durch verborgene Hebel ausgelöst werden oder Wände, die aus purer Illusionsmagie bestehen und ungeahnte Schätze verbergen.

Zwischensequenzen treiben die Story voran und präsentieren extra heftige Bossmonster. Mit dem englischen Client gibt es außerdem stimmige Sprachausgabe, was für noch mehr Atmosphäre sorgt. In der deutschen Version indes herrscht nach dem Tutorial nur noch Grabesstille. Zwar sind die Story-Dungeons mit jeder Klasse auch solo zu schaffen, doch alle Quests lassen sich auch teilen. Und gemeinsam mit Freunden machen die Abenteuer gleich nochmal so viel Spaß. Wer es knackiger mag, meldet sich mit einer Gruppe für ein sogenanntes Gefecht an, in dem es gilt, schnell einige Gegnerwellen umzuhauen, was selten länger als 15 Minuten dauert.

Neverwinter : Als bisher letzte und schwierigste Endgame-Instanz bietet Castle Never die fettesten Bosse und die mächtigste Beute im Spiel. Als bisher letzte und schwierigste Endgame-Instanz bietet Castle Never die fettesten Bosse und die mächtigste Beute im Spiel.

Die größte Herausforderung liegt in den Gruppen-Instanzen für fünf Spieler. Etwa mit Level 16 betreten wagemutige Helden den ersten Mehrspieler-Dungeon und nutzen dafür ein komfortables Tool zur Gruppensuche, wie es sich beispielsweise auch in World of Warcraft schon lange etabliert hat. Das fängt ganz harmlos und auch für unerfahrene Spieler einfach genug an. Auf Maximalstufe 60 warten die bisher insgesamt zwölf Dungeons dann im bockschweren »epischen« Modus auf besonders tollkühne Recken und locken mit fetten Belohnungen und Sammelmarken für die beste Ausrüstung im Spiel.

Neverwinter : Im von einem Fan gebauten Dungeon The Stockade, bekannt aus WoW, bekämpfen wir »Hoggar«. Im von einem Fan gebauten Dungeon The Stockade, bekannt aus WoW, bekämpfen wir »Hoggar«. In den Marken liegt allerdings auch die grundlegende Motivation, sich diesen Instanzen überhaupt zu stellen. Denn so abwechslungsreich die Kerker und deren Bewohner in ihrer Optik auch gestaltet sind - mal kämpfen wir in einer Festung gegen Werwölfe, dann auf morschen Hängebrücken gegen untote Piraten und sogar ein paar Drachen - so langweilig und immer gleich ist deren Ablauf. Immer wieder schlägt man sich mit viel zu großen, zähen Trashgruppen herum, um schließlich einem der jeweils drei Bosse pro Dungeon entgegen zu treten.

Die Bosskämpfe sind an Einfallslosigkeit kaum zu übertreffen. Nach und nach beschwört der Endgegner immer mehr Handlanger, bis die Gruppe ihn entweder vernichtet hat oder von den immer neuen Monsterhorden schließlich überrannt wird. Allein die Spezialangriffe, Lebenspunkte und Menge der beschworenen Monster variieren je nach Dungeon etwas, sonst läuft alles immer gleich ab.

Premium-Beute gegen Echtgeld

Sämtlicher Ausrüstung, die ein besiegter Endgegner hinterlässt, kann übrigens im Auktionshaus an andere Spieler verhökert werden. Selbst die epischen Endgame-Set-Rüstungen, die man im Tausch für Dungeon-Marken erhält, sind nicht etwa beim Aufheben an den jeweiligen Charakter gebunden, sondern können frei weiterverkauft werden. Gelegenheitsspieler und Gruppenmuffel freut dies natürlich, weil so wirklich jeder Spieler mit dem nötigen Kleingeld an die beste Ausrüstung kommen kann.

Die Währung für das Auktionshaus, Astrale Diamanten, kann man ganz legal mit echtem Geld kaufen. Pay2Win? Absolut! Vor allem schmälert dies aber das Erfolgserlebnis, wenn man einen mächtigen Drachen erschlägt und sich so mühevoll ein episches Schwert erarbeitet, für das weniger talentierte aber reichere Spieler einfach 20 Euro hinblättern, kann das ganz schön bitter sein. Andererseits lassen sich durch handelbare Endgame-Ausrüstung prima Goodies aus dem ansonsten ausgesprochen teuren Echtgeld-Shop finanzieren. Astrale Diamanten können wir nämlich in Shop-Währung umtauschen und so mit etwas Geduld auch ohne echtes Geld auszugeben an ein episches Reittier (rund 35 Euro) oder Extras wie eine Talent-Neuverteilung (rund 6 Euro) gelangen.

Neverwinter : In der Protector’s Enclave kaufen wir lebenswichtige Heiltränke für zukünftige Abenteuer und stellen unseren Charakter zur Schau. In der Protector’s Enclave kaufen wir lebenswichtige Heiltränke für zukünftige Abenteuer und stellen unseren Charakter zur Schau.

etztere gibt es übrigens nur im Shop - wer Punkte falsch verteilt und keine Diamanten farmt oder gegen echtes Geld kauft, hat Pech gehabt. Zumindest an ein Reittier kommt auch, wer keine harten Euros ausgeben möchte. Ein Pferd gibt es ab Level 20 für gerade mal fünf Goldstücke, auch wenn so ein Gold-Klepper nicht ganz so schick aussieht wie ein gepanzerter Reitwolf. Und Gold kauft man nicht gegen Euros, sondern nimmt es erschlagenen Monstern einfach ab. Na wenigstens das!

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Avatar KingLamer
KingLamer
#1 | 30. Mai 2013, 09:49
80 ist mal recht solide. dass es mit dem P&P-regeln wenig am hut haben würde, war klar. man sollte sich einfach auf ein MMORPG einstellen, ohne zu viel an die vorlage zu denken. das gilt auch für TESO oder für jedes andere MMORPG.

bei mir steht der test noch aus, aber 'anspielen' werde ich es sicher.
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Avatar Bunkerknacker
Bunkerknacker
#2 | 30. Mai 2013, 10:00
Dieser Kommentar wurde ausgeblendet, da er nicht den Kommentar-Richtlinien entspricht.
Avatar Pandrum88
Pandrum88
#3 | 30. Mai 2013, 10:13
Zum ersten mal seit langem hat Questen mal wieder richtig viel Spaß gemacht in einem MMO. Auch wenn die Quests 0815 "töte dies", "sammle das" sind ... in Kombination mit dem tollen Kampfsystem macht das wirklich viel Spaß.
Bis zu dem Punkt wo man 60 wird und man realisiert, dass es absolut kein Endgame in Neverwinter gibt. Man kann ein paar 5er Dungeons im "epischen" Modus machen, welche man schon beim hochleveln besucht hat. Hier sei gesagt, dass es schlicht keine Bossmechaniken gibt. Alle Kämpfe laufen gleich ab: Raus aus den Roten Zonen, massig Adds spawnen. Und es gibt zwei kleine PvP Arenen ( welche man schon ab lvl 10 gespielt hat ) die absolut unbalanced sind, und zwar so arg unbalanced, dass hier wirklich kein Spielspaß aufkommt.
Tjo das wars dann leider auch mit dem "Endgame" von Neverwinter :(

ABER das leveln macht Spaß - deswegen ganz klare Empfehlung hier an "Casual-Spieler" die einfach mal an Feierabenden einen Helden hochspielen möchten. Eine Wertung von 80 für ein MMO ohne Langzeitmotivation finde ich persönlich dann aber doch etwas hochgegriffen.
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Avatar Kosmodrom
Kosmodrom
#4 | 30. Mai 2013, 10:16
"Die namensgebende Stadt Neverwinter und deren direkte Umgebung ist in viele kleine, instanzierte Abenteuerzonen aufgeteilt, die Spieler linear abarbeiten."


Nicht mehr weiter gelesen. Ab hier völlig uninteressant.
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Avatar Einkaufswagen
Einkaufswagen
#5 | 30. Mai 2013, 10:24
Tja, wo man in StarTrek Online noch mit der Instanzierung leben kann, verhagelt diese in Neverwinter gehörig den Spielspaß - war aber abzusehen, ist immerhin die selbe Engine - das NW also nicht der ultimative Überhit werden würde, war zumindest allen STO´lern schon lange klar ;)

Freut mich trotzdem, das es für eine 80 Wertung gereicht hat :)
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Avatar Psykomanta
Psykomanta
#6 | 30. Mai 2013, 10:51
Vielleicht sollte man im Test erwähnen, dass es sich beim jetzigen Spiel noch um die "open beta" handelt und entsprechend auch eingeschränkter Content vorhanden ist? ;)

Ich habe Spass an dem Spiel und kann die Kritiken zwar zum Grossteil nachvollziehen, aber gerade das mit den Instanzen finde ich eher ein Feature als ein Problem: Denn die Alternative wäre einfach endloses umhergelaufe, was auf die Dauer auch nicht gerade spassig ist.

Level 60 ist noch ein paar Spielabende entfernt, aber für ein F2P Spiel sicherlich einen Download wert für alle Fantasy-Fans - denn wie bereits erwähnt: das Leveln macht gerade mit Freunden sehr viel Spass!
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Avatar krabbelkoenig
krabbelkoenig
#7 | 30. Mai 2013, 11:04
Zitat von Psykomanta:
Vielleicht sollte man im Test erwähnen, dass es sich beim jetzigen Spiel noch um die "open beta" handelt und entsprechend auch eingeschränkter Content vorhanden ist? ;)

Open Beta ist ja jetzt mittlerweile der Standardbegriff für mangelnde Releaseversionen. Sobal es keine Charackter Resets/Wipes (mal abgesehen von ihrem selbst verschuldetene Auktioshausproblem) mehr gibt und der Entwickler Geld für das Spiel nimmt darf er sich auch nicht mehr hinter der "Open Beta" Ausrede verstecken.


Zitat von TheBrainbug:
Ein 2-Seiten-Test für ein MMORPG? Das erscheint mir nicht ausreichend.


Für Neverwinter reicht das völlig aus. Man könnte zwar noch mal zwei Seiten für die tausend verschiedenenen Währungssysteme schreiben die nur dazu dienen den Spieler zu verwirren, aber in den zwei Seiten steht alles was man wissen muss. Die Wertung passt auch so. Solide, aber nichts wo man groß was verpasst wenn mans nicht anfasst. Wobei ich einige Kategorien nicht ganz nachvollziehen kann. Kampfsystem 10/10... im Vergleich zu WoW vielleicht aber irgendwann wird das Neverweinter Kampfsystem extrem öde da es immer nach dem gleichen Schema abläuft und man immer die gleichen Knöpfe drückt. Das ist im Vergleich auch nicht viel anders. Auch dort muss man zumindest bei Bossen und speziellen Gegnern auweichen.

Wie sies allerdings geschafft haben das grundlegende Spielsystem von STO an einigen Stellen zu verschlimmbessern ist mir persönlich ein Rätsel. Und STO hat ja immer noch mehr als nur ein paar Ecken und Kanten.
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Avatar InsaneTheories
InsaneTheories
#8 | 30. Mai 2013, 11:13
Zitat von :
Gebührenfreie Dungeons und Drachen


Wenn schon, dann bitte auch "Dungeons" übersetzen...
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Avatar Coolstyle
Coolstyle
#9 | 30. Mai 2013, 11:19
Wieder son Zeitfresser... no thx.
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Avatar Senekha
Senekha
#10 | 30. Mai 2013, 11:26
Zitat von rob81:
Ich warte immer noch auf ein MMO mit Single Player Qualität.


Dann sieh dir SWTOR an, evtl. isses ja das Richtige für dich.
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Details zu Neverwinter

Plattform: PC (Xbox One)
Genre Rollenspiel
Untergenre: Online-Rollenspiel
Release D: 30. April 2013
Publisher: Perfect World
Entwickler: Cryptic Studios
Webseite: http://www.neverwinter.de
USK: Freigegeben ab 12 Jahren
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
Platz 218 von 5752 in: PC-Spiele
Platz 22 von 261 in: PC-Spiele | Rollenspiel | Online-Rollenspiel
 
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