Zum Thema Overwatch ab 8,78 € bei Amazon.de Was hat Blizzard sich da nur eingebrockt? Overwatch soll das nächste große Ding der Kalifornier werden, doch bis dahin ist der Weg mehr als steinig. Erstmals in der Firmengeschichte entsteht ein Shooter, genauer ein Multiplayer-Shooter aus den Überresten des MMOs Titan. Und dann ist es auch noch die erste neue Marke seit 17 Jahren, ein unbekanntes Territorium außerhalb der extrem beliebten Universen Starcraft, Warcraft und Diablo. Kann das gut gehen?

Nach den ersten Spielstunden können wir uns kaum vom Titel trennen, wollen weder das Büro verlassen, noch eine Pause für diesen Artikel einlegen. Schielen wir in der Mittagspause auf den Bildschirm des Kollegen neben uns, dann läuft nur ein Spiel: Overwatch. Dabei gibt es noch gar keine Karotte vor der Nase, die uns antreibt. Die erste Betaversion kommt ohne Freischaltungen oder ein Erfahrungssystem aus, es gibt keinen Fortschritt. Nur Partie um Partie pures Gameplay.

Es ist ein gutes Zeichen, dass Overwatch bereits jetzt solch einen starken Sog ausübt, ohne mit psychologischen Tricks wie Loot oder Level-ups motivieren zu müssen. Ist Blizzards nächster Megahit also tatsächlich ein Multiplayer-Shooter ohne Diablo, Zeratul oder Thrall?

Was ist Overwatch?

In unserem Special zur Invasion der MOBA-Shooter hatten wir Overwatch als solches Spiel bezeichnet - was steckt denn nun dahinter? MOBA-Shooter sind Spiele zwischen Team Fortress 2 und League of Legends: ein neues Untergenre, das klassisches Team-Shooter-Gameplay mit Elementen aus MOBAs kombiniert.

Bild 1 von 240
« zurück | weiter »
Overwatch
Der Ninja Genji kann feindliche Angriffe reflektieren. Das klappt sogar mit einigen ultimativen Fähigkeiten - das richtige Timing vorausgesetzt.

Das Verhältnis ist bei Overwatch deutlich in Richtung Team Fortress 2 verschoben, statt Klassen gibt es aber 18 Helden mit eigenen, vorgegebenen Fähigkeiten. Die Talente sind für eine gewisse Nische bei der Spielweise gedacht und können nicht verändert werden. Ein Scharfschütze lässt sich also nicht (wie beispielsweise in Battlefield 4) einfach mal durch eine Neubewaffnung in einen Frontkämpfer verwandeln.

Wir suchen uns daher den präferierten und je nach Situation besten Helden aus und spielen 6vs6-Partien auf der für uns passenden Position. Die Auswahl dürfen wir nach jedem Tod treffen und ist abhängig von Karte, Gegenspielern und spielbaren Modi. Da wäre zum Beispiel der Rush-Modus, in dem zwei Zonen nacheinander eingenommen werden müssen. Oder wir spielen klassisches Team Fortress 2: Auf einigen Maps müssen wir ein Objekt in die Zielzone eskortieren. Solange wir neben der Fracht stehen, bewegt sich diese langsam vorwärts.

Das war's, mehr als die zwei Modi auf sechs Karten bietet die Beta noch nicht. In jedem Falle gibt es also ein Angreifer- und ein Verteidiger-Team, symmetrisches Gameplay hat Blizzard wohl (noch) nicht geplant. Der Langzeitmotivation willen hoffen wir aber, dass da noch mehr auf uns zukommt.

Overwatch : Das Overwatch-Universum kurz erklärt:
Mit Overwatch hat Blizzard auch ein neues Spiele-Universum erfunden. Die Story in aller Kürze: Der dritte Weltkrieg findet zwischen den Menschen und den erschaffenen Omnic-Robots statt, der Konflikt wird die »Omnic Krise« genannt. Um den Konflikt zu beenden, wird die internationale Truppe Overwatch gegründet. Die siegt schließlich und wird für lange Jahre als Anti-Terror- und Friedenstruppe eingesetzt.

Zum Zeitpunkt des Spiels ist die Einsatztruppe bereits ein Teil der Vergangenheit, Overwatch wurde nach vielen Jahren und Korruptionsskandalen aufgelöst. Die Helden des Shooters haben in irgendeiner Form eine Vergangenheit mit Overwatch, sei es als Mitglied oder als terroristischer Feind. Die Hintergrundgeschichte jedes einzelnen Charakters hat aber keinen Einfluss auf das Gameplay, Terroristen Widowmaker und Reaper können ohne Probleme mit Overwatch-Rekruitin Pharah oder Ex-Mitglied Winston zusammenspielen. Bei Bastion handelt es sich sogar um einen Roboter aus der Omnic Krise, dem Letzten seiner Art.

Wie gut ist es?

Die Beta von Overwatch ist bereits in einem Zustand, der bei anderen Firmen bereits gut genug für den Release wäre. Bugs beschränken sich auf kleinere Glitches und ähnliches. Abstürze (oder auch nur Performance-Probleme), gröbere Bugs oder fehlende Effekte und Texturen haben wir hingegen noch nicht erlebt.

Blizzard ist zwar für seine sehr fortgeschrittenen Betas bekannt, bei Overwatch ist der Entwicklungsstand aber beispiellos. Besonders bei den Helden merken wir, dass diese nicht im luftleeren Raum entstanden, sondern aufeinander abgestimmt sind. Und sich trotzdem völlig unterschiedlich spielen.

Sombra - Offensiv
Maschinenpistole: Sombras vollautomatische Maschinenpistole hat eine leichte Streuung.

Hacken: Sombra hackt Gegner, damit diese kurzzeitig keine Fähigkeiten einsetzen können. Sie kann auch Erste-Hilfe-Pakete hacken, um sie für Gegner nutzlos zu machen.

Thermooptische Camouflage: Sombra wird für kurze Zeit unsichtbar. Gleichzeitig erhält sie für diesen Zeitraum einen beträchtlichen Geschwindigkeitsschub. Wenn sie angreift, offensive Fähigkeiten einsetzt oder Schaden nimmt, wird die Tarnung aufgehoben.

Teleportation: Sombra stellt einen Teleportationsempfänger auf. Sie kann sich unverzüglich zum Standort dieses Empfängers zurückteleportieren, solange er aktiv ist (auch in der Luft möglich).

EMP: Sombra setzt in einem großen Radius einen elektromagnetischen Impuls frei, wodurch feindliche Barrieren und Schilde zerstört werden. Außerdem werden alle Feinde im Wirkungsbereich gehackt.

Reaper, die Personifikation des Todes selbst, feuert etwa im Nahkampf mit zwei Schrotflinten. Auf der Entfernung lässt sich mit der Doppelbewaffnung aber kein Treffer landen. Um den Nachteil auszugleichen heilt Reaper durch jeden Abschuss, das Spiel auf Risiko kann sich also absolut rechnen. Seine Heldenfähigkeit, die mit Aktionen wie Treffern aufgeladen wird, ist eine Rundum-Attacke, die alle Feinde in der Umgebung ausschaltet und regelmäßig für Highlight-Videomaterial sorgt.

Ganz anders ist da die flitzschnelle Dame Tracer, die wie Reaper zur Offensiv-Kategorie gehört. Sie teleportiert sich über kurze Strecken in alle Richtungen und ist damit nur schwer zu treffen. Dazu kommt die Fähigkeit, die Zeit zurück zu drehen: Tracer teleportiert sich an den Ort, an dem sie zuvor stand und hat ebenso das Leben und die Munition von zuvor. Wer das flotte Mädel auf zehn Lebenspunkte herunterschießt und sie in einer Wolke verschwinden sieht, der muss damit rechnen, dass sie gleich um die Ecke mit voller Munition und Leben zurückkommt. Und das ist noch nicht einmal ihre Heldenfähigkeit. Das wäre die Pulsbombe, die wie Semtex aus Call of Duty an Gegnern und Objekten haften bleibt und viel Schaden verursacht.