Die Erwartungen waren hoch, die Realität ernüchternd: Statt dem erwarteten Highlight entpuppte sich Patrizier 4 , der neueste Spross der beliebten Patrizier-Reihe, letztes Jahr als weitgehend innovationsfreier 3D-Aufguss des einstigen WiSim-Patriarchen. Nennenswerte Neuheiten gab’s gegenüber dem zehn Jahre alten Vorgänger Patrizier 2 eigentlich nicht, und das, obwohl durchaus Bedarf an spielerischen Erweiterungen bestanden hätte.

Patrizier 4: Aufstieg einer Dynastie : Insgesamt gibt es acht neue Städte, die nur über den Landweg erreicht werden können. Zwei davon haben wir bereits aufgedeckt. Dumm nur: Kein einziger dieser Wege führt zu unserem Kontor nach Lübeck. Insgesamt gibt es acht neue Städte, die nur über den Landweg erreicht werden können. Zwei davon haben wir bereits aufgedeckt. Dumm nur: Kein einziger dieser Wege führt zu unserem Kontor nach Lübeck.

Zum Thema » Patrizier 4 im Test Unser Review zum Hauptprogramm ab 26,99 € bei Amazon.de Seit Jahren wünschten sich die Fans Landhandel in der bislang allein auf Seefahrt beschränkten Wirtschaftssimulation. Und seit Teil 1, dem mittlerweile 19 Jahren alten Urvater, besteht der Ruf nach einem echten Mehrspieler-Modus. Das Addon Aufstieg einer Dynastie für Patrizier 4 soll beides nun nachliefern.

Grundlagen für Patrizier

Doch zuvor erst mal ein Blick zurück. Die Älteren werden sich vielleicht noch an das Spielprinzip erinnern, für die Spätgeborenen sei es hier noch einmal in aller Kürze zusammengefasst: In Patrizier 4 geht es darum, im Handelsraum der Hanse zwischen Nord- und Ostsee mit Waren zu schachern. Die werden mit Schiffen zwischen diversen Hafenstädten hin- und hertransportiert.

Im späteren Spielverlauf lassen sich auch etliche Güter selbst produzieren, parallel dazu gilt es, im Rang und Ansehen der Hanse aufzusteigen und letztlich als Eldermann (so eine Art Vorstandsvorsitzender) dem Ganzen den eigenen Stempel aufzudrücken. Hauptmotivation dabei war und ist nach wie vor das Handelssystem, wobei Preis und Nachfrage in Patrizier 4 durch den Spieler nachhaltig beeinflusst werden.

Landhandel nur für Geduldige

So weit, so gut. Nach der Installation des Addons Aufstieg einer Dynastie sind die Neuerungen erst auf den zweiten Blick zu erkennen. Denn sowohl das Kampagnenspiel als auch die freie Partie von Patrizier 4 beginnen wie gewohnt: mit einem kleinen Schiff, etwas Geld und ansonsten nicht mehr als dem Glauben an die eigenen Fähigkeiten.

Und das ändert sich lange Zeit lang auch nicht, denn die acht neuen Städte, die sich auf der altbekannten Karte vom Hansegebiet verbergen, können erst freigeschaltet werden, wenn der Spieler den Rang des Ratsherrn erreicht hat. Das dauert durchaus einige Stunden intensiven Spiels. Alte Spielstände aus dem Hauptprogramm funktionieren nicht mehr.

Patrizier 4 Aufstieg einer Dynastie

Erst ab dem Ratsherrn-Status darf man Kontakt zum Landesherrn des eigenen Küstenstädtchens aufnehmen, und erst dann bietet der Gute dem Spieler nach einiger Zeit einen von mehreren Landwegen samt Kartenposition einer weiteren Stadt an. Welche das ist, weiß man vorher nicht. Es kann also glatt passieren, dass man als in Lübeck ansässiger Händler eine Route von Hamburg nach Minden oder von Rostock nach Berlin freigeschaltet bekommt, mit der man in dem Moment gar nichts anfangen kann.

Warum der Landhandel nicht von vornherein genutzt werden kann, oder zumindest vorher verraten wird, welche Route freigeschaltet wird, wissen allein die Entwickler. Ein Patch könnte hier manchen Frust verhindern.