Risen - PC

Rollenspiel  |  Release: 02. Oktober 2009  |   Publisher: Deep Silver
Seite 1 2 3 4 5   Fazit Wertung

Risen im Test

Ein altmodisches, aber sehr gutes Rollenspiel

Risen ist genau das PC-Rollenspiel, mit dem man rechnen durfte: sehr altmodisch, sehr deutsch, sehr gut. Die Gothic-Macher Piranha Bytes besinnen sich auf alte Tugenden und präsentieren mit Risen, einen würdigen Nachfolger zur beliebtesten deutschen Rollenspiel-Serie.

Von Christian Schmidt |

Datum: 02.10.2009


Seit jeher baut Piranha Bytes seine Spielwelten mit Sorgfalt von Hand, und welche Meisterschaft das Team mittlerweile darin entwickelt hat, lässt sich an Risen ablesen. Aus dem übergroßen Gothic 3 mit seiner mitunter öden Weite hat Piranha die Lehre gezogen, die Welt lieber wieder auf die (immer noch großen!) Maße von Gothic 2 zu reduzieren, auf Schnee und Wüste zu verzichten und die bergig-grüne Vulkaninsel in Risen dafür so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten.

So modellieren die Weltenbauer für Risen eine verschachtelte Landschaft, in der Sümpfe, Wälder, Steppen und Bergland, Tropenstrände und Flussauen so fließend ineinander übergehen, dass man um jede Ecke auf neue Überraschungen stößt. Vom Rand eines Stausees schweift der Blick über einen Sumpfkessel. An der Küste führt ein Klippenpfad in einen Palmenwald, durch den sich ein gleißender Bach in Richtung Meer schlängelt. Von einer Hochsteppe aus öffnet sich ein Tal, in dem eine Hängebrücke in die Gischt eines Wasserfalls getaucht ist. In der Ferne ragen die Zinnen einer Turmruine auf. Nicht weit entfernt verengt sich der Fels und mündet in eine gähnende Öffnung, eine Treppe führt hinab in die Finsternis.

Dem Strand vorgelagert liegen Inseln, irgendwie muss man da hinkommen. Jeder sichtbare Ort, jede Ruine in der Ferne existiert in Risen wirklich, alles lässt sich erreichen, wenn auch der Weg dorthin nicht immer offensichtlich ist. Alles geht nahtlos ineinander über, die Landschaft in die Stadt und die Stadt in die Häuser, ohne dass je ein Ladebalken erscheinen würde. Gegen die Offenheit von Risen wirkt Drakensang beengt, gegen seine fließenden Übergänge wirkt The Witcher zerstückelt, gegen seine vielfältige Schönheit wirken Oblivion steril und Fallout 3 generisch.

Risen : Eine Stärke von Risen sind die sehr stimmungsvollen, abwechslungsreichen Landschaften. Eine Stärke von Risen sind die sehr stimmungsvollen, abwechslungsreichen Landschaften.

Selten hatte man in einem Rollenspiel – ach was, überhaupt in einem Spiel! – so das Gefühl, in einer durchgehenden, natürlichen, greifbaren Welt zu stehen. Man muss schon ein Naturmuffel sein, um in Risen nicht ab und zu innezuhalten und einfach nur die Aussicht zu genießen.

Wo ist Xardas?

Risen : In Risen zoomt beim Bogenschießen die Ansicht näher ans Ziel heran – in diesem Fall an einen Echsenkrieger, der dem Inquisitor Mendoza auf die Pelle rückt. In Risen zoomt beim Bogenschießen die Ansicht näher ans Ziel heran – in diesem Fall an einen Echsenkrieger, der dem Inquisitor Mendoza auf die Pelle rückt. Der Mann, der zu Spielbeginn von Risen auf einer unbekannten Insel angeschwemmt wird, trägt keinen Namen. In der Folge wird er eine große, raue Fantasy-Welt erforschen, sich einer von drei Fraktionen anschließen, eine Hafenstadt besuchen und einen geheimnisvollen Magier suchen, für den er daraufhin arbeitet, ohne recht zu wissen, warum.

Wer mit der Gothic-Serie vertraut ist, kennt dies alles. Aus Xardas ist lediglich der Inquisitor Mendoza und aus Khorinis schlicht die Hafenstadt geworden; auch das neue Land, das genauso gut Myrtana sein könnte, bleibt diesmal namenlos. Angenehm an dieser Ähnlichkeit ist nicht nur die Vertrautheit, die sich bei Serien-Kennern sofort einstellt und die Einstiegsschwelle erheblich senkt. Vor allem ist alles, was in Gothic gut war, auch bei Risen gut. Und, das darf man vorwegnehmen: Auch manches von dem, was an Piranha Bytes früheren Spielen kantig und unausgegoren war, funktioniert in Risen nun prächtig, allem voran das Kampfsystem. Der Kern der Faszination war aber schon immer die Spielwelt. Die gelingt Piranha Bytes wieder hervorragend.

Schätze & Geheimnisse

Risen : Gemeinsam mit unserem Begleiter Rupert kämpfen wir uns in Risen durch eine Ruine voller Gnome. Gemeinsam mit unserem Begleiter Rupert kämpfen wir uns in Risen durch eine Ruine voller Gnome. Die gelungene Gestaltung der Spielwelt in Risen ist nicht nur optischer Zuckerguss, sondern dient einer großen, freiwilligen Schnitzeljagd. Natürlich führen den namenlosen Helden Aufgaben in alle Teile der Insel, und viele Orte dienen als Schauplätze der Handlung. Aber selbst wer ohne Ziel durch die Gegend schlendert, macht an allen Ecken und Enden Entdeckungen.

Das beginnt bei den überall verstreuten Pflanzen, die sich aufsammeln und weiterverarbeiten lassen, und geht weiter über versteckte Schatztruhen, alte Gräber, in Felsecken gekauerte Skelette, überfallene Wagen, Überreste von Schlachten, Goldadern im Gestein, verwitterte Ruinen, angeschwemmtes Strand- gut bis hin zu kleineren Höhlen und Kerkern.

Risen weckt und belohnt Erkundungsdrang. Versteht sich, dass wertvolle Beutestücke oft in gefährlichen Gegenden zu finden sind, dass in Gräbern Skelette zum Leben erwachen, seltene Pflanzen ausgerechnet in Wolfswäldern oder auf Weideflächen von Donnerechsen stehen oder diebische Gnome ihre gehorteten Schätze unter Protestgeheul verteidigen.

Die Tierwelt dient gleichzeitig als Regulativ, denn einerseits ist die gesamte Welt (bis auf einige Quest-Orte) von Anfang an frei zugänglich, andererseits machen beißwütige Bestien unerfahrenen Abenteurern schnell klar: In diese Gegend solltest du dich erst wagen, wenn du stärker geworden bist, stärker als ich.

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Avatar Necrolan
Necrolan
#1 | 02. Okt 2009, 10:55
Das Spiel ist echt gut gelungen und versöhnt mich gerade zu.
Was mir aber auffällt, da ich Gothic3 gerade auch spiele ist, es gibt kein unterschied. Aber das ist nicht so schlimm. Was das Spiel braucht ist aber einen Performancepatch, denn manchmal sackt ohne Grund die Framerate in den Keller und das immer wieder an den gleichen stellen. Man sieht es auch bei euch im Video ganz gut und die Musik, Geräusche hören plötzlich auf und fangen wieder an als ob der Track immer wieder vom Anfang abläuft.
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Avatar Dutilleux
Dutilleux
#2 | 02. Okt 2009, 10:56
Tja, wer hätte das gedacht! *g*

Den Testeindruck kann ich nur bestätigen, seitdem ich gestern mitm Spielen angefangen habe. Risen ist mit Leib und Seele Gothic - und diesmal endlich ohne technische Hindernisse. Wunderbar! :D

Jetzt kann EA Drasgon Age von mir aus gerne nochmal 1-2 Wochen verschieben, dann brauch ich bei Risen nicht zu hetzen und kann ungezwungener auf der Insel herumstreifen. ;)
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Avatar Dutilleux
Dutilleux
#3 | 02. Okt 2009, 10:59
Achso, noch ein Nachtrag: Bittebitte, liebe DeepSilver-Menschen, nehmt diese beschissenen Nightwish-Musikauszüge aus eurer Werbung (u.a. auf GS.de)! Nix gegen gepflegten Symphonic Metal, aber Mr. Rosenkranz von den Piranhas hat einen superben Soundtrack geschaffen, den man ebenso gut in die Werbung packen kann.

Genau wie weiland Dragon Age mit Manson-Gefluche. Leute...^^
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Avatar d-Raven-b
d-Raven-b
#4 | 02. Okt 2009, 11:02
Ist gekauft..
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Avatar Ellinar
Ellinar
#5 | 02. Okt 2009, 11:04
Wow was für ein Test!! Unglaublich umfangreich und mit Liebe zum Detail. Ich danke euch GameStar, jetzt freue ich mich noch mehr auf Risen, denn ich habe Gothic geliebt und dann wird mir Risen bestimmt gefallen :) Hier haben wohl Redakteure getestet die die Gothic Reihe gespielt und geliebt haben, genau wie ich. Hervorragend :D

P.S.: Der Test ist um Welten besser als bei der direkten Konkurrenz! Danke!!!
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Avatar schwanzNico
schwanzNico
#6 | 02. Okt 2009, 11:07
Na dann können sich ja alle feiern. Wie nach dem Wertungskonferenz Video eine 87 rauskommt ist mir trotzdem ein Rätsel. So waren doch fast alle eher mäßig überzeugt. Das ist dann also ein Toptitel? Ich dachte eigentlich eher so zwischen 70 und 80...
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Avatar Xiv
Xiv
#7 | 02. Okt 2009, 11:18
Nachdem im Test schon der Satz "banale 08/15 Story mit extrem unbefriedigendem Ende" fiel und nach Petras Fazit zu urteilen, haben sich meine Befürchtungen angesichts des Spiels anscheinend bestätigt.
In Zeiten von Spielen wie The Witcher, das zeigte wie eine gut erzählte Geschichte, eine lebendige Spielwelt und Einbindung des Spielers in die Welt aussehen können, braucht es schon mehr als eine schöne Spielwelt und die Sympathie für zwei Vorgängerspiele um mich vor den Bildschirm zu locken.
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Avatar MaNToRoK
MaNToRoK
#8 | 02. Okt 2009, 11:19
Zitat von Necrolan:
Das Spiel ist echt gut gelungen und versöhnt mich gerade zu.Was mir aber auffällt, da ich Gothic3 gerade auch spiele ist, es gibt kein unterschied. Aber das ist nicht so schlimm. Was das Spiel braucht ist aber einen Performancepatch, denn manchmal sackt ohne Grund die Framerate in den Keller und das immer wieder an den gleichen stellen. Man sieht es auch bei euch im Video ganz gut und die Musik, Geräusche hören plötzlich auf und fangen wieder an als ob der Track immer wieder vom Anfang abläuft.


Gibt 4 Möglichkeiten, wie man die Performance verbessern kann. Bei mir hat es das Spiel aus einer Ruckelorgie bei eigentlich mehr als genügender Hardware zu einem wunderbar flüssigen Spiel gemacht.

Eins vorweg: fast alles funktioniert nur bei NVIDIA-Karten, also wenn du ATI hast, kann ich nix für dich tun
1) Depth of Field deaktivieren
2) Im Treiber maximum an prerendered Frames auf 0 stellen
3) PhysX im Treiber ausschalten
4) Auf Treiber 178.24 zurückgehen.

Zum Spiel: Ich finds einfach nur top. Gothic 3 habe ich sowas von gehasst - nach den ersten 5 Minuten, dem elendigen rumgeruckel und den schrecklichen Animationen habe ich es nie wieder angefasst. Hier bin ich vollauf zufrieden. Wobei ich eventuell eine etwas größere Welt gewünscht hätte.
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Avatar Antimuffin
Antimuffin
#9 | 02. Okt 2009, 11:20
loool

Grafik 7/10

aber das 3 jahre alte gothic 3 hat immer noch 9/10

Ist die Engine wirklich SO veraltet????!!
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Avatar Odradek
Odradek
#10 | 02. Okt 2009, 11:41
Mal eine dumme Frage, hätten die rechte-inhaber von gothic eine theorethisch-juristische handhabe gegen Piranha Bytes wenn sie ein derart offensichtliches plagiat produzieren? Oder ist das alles noch künstlerische freiheit?
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Details zu Risen

Plattform: PC (Xbox 360)
Genre Rollenspiel
Untergenre: -
Release D: 02. Oktober 2009
Publisher: Deep Silver
Entwickler: Piranha Bytes GmbH
Webseite: http://rpb.deepsilver.com/
USK: Freigegeben ab 12 Jahren
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
Platz 199 von 5752 in: PC-Spiele
Platz 55 von 1337 in: PC-Spiele | Rollenspiel
 
Lesertests: 17 Einträge
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