Auf Microsofts E3-Pressekonferenz wurde Sea of Thieves zweifellos am launigsten präsentiert: Ein Video zeigte Szenen, in denen sich Spieler aus Rares treuer Community mehr oder weniger erfolgreich in einer farbenfrohen Inselwelt als Piraten betätigten und dabei augenscheinlich jede Menge Spaß hatten.

Laut einiger Rare-Mitarbeiter, mit denen wir auf der E3 2016 ein ausführliches Gespräch führen konnten, war das Video erst vor drei Wochen entstanden - man hatte die Fans ins Studio eingeladen, an den gerade fertig gestellten E3-Demo-Code gesetzt und sie einfach mal drauflos machen lassen. Ungefähr so, wie nun die Besucher der Messe.

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  • Jeweils Fünfergruppen müssen sich am Xbox-Stand auf der E3 zusammenraufen, um gemeinsam und halbwegs planvoll ein Piratenschiff durch wunderschön animierte Wellenberge zu manövrieren. Im finalen Spiel hängt die Größe der Crew von der Größe des Schiffes ab - vier bis fünf Leute empfinden die Entwickler aber als ideale Zahl.

  • Kommunikation ist enorm wichtig bei Sea of Thieves, denn so ein Piratenschiff ist eine Schicksalsgemeinschaft, in der jeder mit anpacken muss, weil es furchtbar viel zu tun gibt: Mit der Winde den Anker hochholen, Segel setzen, am Ruder stehen, Kanonen bedienen, Lecks zunageln. Es darf aber auch Grog getrunken und Musik gemacht werden, was die E3-Besucher recht ausgiebig tun.

  • Sea of Thieves wird den Spielern eine weite offene Welt bieten, mit vielen unerforschten Inseln und jeder Menge Wasser dazwischen. Als klassisches MMO wollen die Entwickler das Spiel aber nicht sehen, sie nennen es ein Shared World Game«.

  • Neben der Kommunikation zwischen den Mannschafts-Mitgliedern liegt ein großes Augenmerk auf der Interaktion mit anderen Schiffen und Crews. Sieht einer der Piraten vom Krähennest aus ein Segel am Horizont, stellt sich die Frage: Was führt die zugehörige Spieler-Crew wohl im Schilde? Wollen sie einen in eine tödliche Seeschlacht verwickeln? Oder sind sie mit anderen Dingen beschäftigt? Einer Schatzsuche vielleicht oder dem Kampf gegen riesige Tentakelmonster.

  • Apropos Tentakelmonster: Das Setting von Sea of Thieves erinnert an die Fluch-der-Karibik-Filme. Die Präsentation ist recht comichaft und unernst, es gibt viele fantastische Komponenten wie Meeresungeheuer oder Skelett-Piraten.

  • Neben dem Crew-Erlebnis steht die Freiheit des Spielers im Vordergrund. Er bekommt eine offene Welt und kann dort machen, was er will. Auf Quests und Schatzsuchen gehen, bestimmte Ziele verfolgen, oder einfach nur auf gut Glück durch die Gegend schippern. Daraus sollen sich dann denkwürdige Situationen und Geschichten entwickeln, die mit einer wachsenden Piraten-Community geteilt werden.

  • Viele Fragen bleiben offen auf der E3, vielleicht auch, weil man bei Rare die richtigen Antworten noch gar nicht gefunden hat: Wie verläuft das Matchmaking, welche Größe hat die Welt, startet man als Individuum mit eigenen Zielen ins Spiel oder geht es wirklich nur um das Gemeinschaftserlebnis?

  • Klar ist aber, dass es irgendeine Form von Wirtschaft in Sea of Thieves geben muss, Anreize für das Erledigen von Quests, Möglichkeiten, sich größere Schiffe und bessere Ausrüstung zu beschaffen. Da das Schiff untergehen und der Pirat sterben kann, wird es irgendeine Möglichkeit geben, wieder in die Welt zurückzukehren: Laut den Entwicklern bekommt man sein Schiff zwar wieder, wird allerdings bestraft, z.B. durch den Verlust eines Schatzes, den man geladen hatte.

Sea of Thieves - Gamescom-Screenshots