Shadowrun Returns - PC

Rollenspiel  |  Release: 25. Juli 2013  |   Publisher: -
Seite 1 2   Fazit Wertung

Shadowrun Returns im Test

Dieser Starter kickt uns nicht

Shadowrun Returns erzählt eine tolle Geschichte und kommt dem Cyberpunk-Charme der Vorlage sehr nahe, offenbart im Test aber schwache Rundenkämpfe und ein Speichersystem aus der Hölle.

Von Jochen Gebauer |

Datum: 25.07.2013


Zum Thema » Shadowrun Online Die Free2Play-Konkurrenz » Shadowrun Returns - Video Trailer zur Matrix-Umgebung » Shadowrun Returns - Video Entwickler geben Editor-Guide Es wäre unfair, Shadowrun Returns mit modernen Rollenspielen zu vergleichen. Denn das von Fans über Kickstarter finanzierte Zwei-Millionen-Dollar-Projekt will gar kein Dragon Age oder The Witcher 2 sein, sondern ein klassisches Oldschool-Vergnügen mit isometrischer Grafik, taktischen Rundenkämpfen und textlastigen Dialogen. Ein Fallout oder Baldur's Gate eben, kein Mass Effect . Das Problem an der Sache: Shadowrun Returns wäre auch vor zehn Jahren kein besonders gutes Rollenspiel gewesen.

An der Story liegt das freilich nicht, denn die ist großartig. Was mit einer Nachricht aus dem Grab beginnt, entwickelt sich im weiteren Spielverlauf zu einer spannenden Serienkiller-Geschichte und endet schließlich in einer herrlich hanebüchenen Verschwörung - passt perfekt in die Cyberpunk-Stimmung der Pen&Paper-Vorlage, auch wenn manche Wendungen mit dem Zaunpfahl telegraphiert werden.

Die englischen Dialoge sind übrigens ausgezeichnet geschrieben (eine deutsche Übersetzung ist zwar geplant, soll aber noch einige Monate dauern) und fangen das Shadowrun-Flair mit typischen Slang-Ausdrücken wie »drek« wunderbar ein. Wer von Shadowrun Returns also in erster Linie eine gute Geschichte mit interessanten Figuren erwartet, der wird nicht enttäuscht.

Shadowrun Returns
Die Dialoge sind toll geschrieben, auch die hübschen Portraits gefallen uns sehr gut.

Steam-Pflicht
Shadowrun Returns ist momentan ausschließlich über Steam erhältlich. Der Preis liegt bei 19 Euro. Nach der einmaligen Online-Aktivierung lässt sich das Spiel auch offline starten, aber nicht weiterverkaufen. Unterstützer des Kickstarter-Projektes erhalten neben der Steam-Version auch eine DRM-freie Kopie.

Hermetisch abgeriegelte Spielwelt

Wer allerdings ein gutes Rollenspiel im Stile der Klassiker aus den 90ern erwartet, den dürfte schon die strenge Linearität ernüchtern. Das virtuelle Seattle findet auf hermetisch abgeriegelten Karten statt, eine echte Spielwelt existiert nicht, wir dürfen zu den meisten besuchten Orten auch nie mehr zurückkehren. Selbst unsere Basis in Form einer Kneipe lässt sich nicht frei bereisen; wollen wir etwa neue Waffen kaufen, dann müssen wir warten, bis uns das Spiel dort wieder hinführt.

Hinzu kommt, dass die vergleichsweise kleinen Karten trotz ihres stimmigen Iso-Looks ungewöhnlich steril wirken, denn abseits der vorgegebenen Quest-Ziele gibt es fast nichts zu entdecken. Die wenigen, oberflächlichen Nebenaufträge erledigen wir beinahe automatisch, und wenn wir zufällig mal über eine Granate oder ein bisschen Klimpergeld in einer Schublade stolpern, dann bleibt das schon deshalb in Erinnerung, weil es so selten passiert. Das Gefühl, tatsächlich eine fremde, spannende Welt zu erforschen, will sich trotz der dichten Atmosphäre nie so recht einstellen.

Shadowrun Returns : Die vergleichsweise kleinen Karten wirken oft steril, es gibt abseits des aktuellen Ziels nur wenig zu entdecken. Die vergleichsweise kleinen Karten wirken oft steril, es gibt abseits des aktuellen Ziels nur wenig zu entdecken.

Dumm wie Bürsten

Die wirklich gravierenden spielmechanischen Probleme von Shadowrun Returns beginnen aber bei den Kämpfen. Prinzipiell ist das rundenbasierte System clever gedacht: Wir haben pro Runde zwei Aktionspunkte, können also mit dem einen laufen und mit dem anderen schießen. Oder umgekehrt. Oder wir laufen doppelt so weit. Oder schießen zweimal. Das erinnert in Grundzügen an XCOM und funktioniert eigentlich prima - wenn die Gegner nicht dumm wie Bürsten wären und das Leveldesign taktische Finesse erlauben würde.

Shadowrun Returns : Typisch: Gerade haben uns ein paar Gegner überrascht, laufen aber nicht in Deckung, sondern genau vor unsere Flinten. Typisch: Gerade haben uns ein paar Gegner überrascht, laufen aber nicht in Deckung, sondern genau vor unsere Flinten. Fangen wir mit den Gegnern an: Die rennen in unserer Testversion mit akuter Vorliebe schnurstracks in den Kugelhagel, nutzen die vorhandene Deckung nur unter Protest und kommen sich auch gar nicht blöd dabei vor, mit Schrotflinten aus optimistischer (sprich: aussichtsloser) Entfernung an uns vorbeizuschießen. Anspruchsvoll ist das Ergebnis bloß auf den höchsten Schwierigkeitsgraden - und dann auch nur deshalb, weil die Gegner unfaire Vorteile genießen.

Womit wir beim Leveldesign wären: Vielfach schließen sowohl die unglücklich platzierten Deckungsmöglichkeiten als auch die Position der Gegner eine taktische Vorgehensweise abseits von »wir verschanzen uns hier und ballern sie der Reihe nach um« aus. Flankieren oder gar in die Zange nehmen ist dann einfach nicht drin - und auch gar nicht nötig, weil die Kerle ohnehin wie von der Tarantel gestochen auf uns zustürmen.

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Avatar Gregor van Stroyny
Gregor van Stroyny
#1 | 25. Jul 2013, 17:14
Oh, oh... Der Kickstarter schlägt zurück. Keine guten News. Schade.
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Avatar globscho
globscho
#2 | 25. Jul 2013, 17:18
Okay,ich bestelle nie wieder ein Spiel vor :D
So langsam erkenne ich ein Muster:
Omerta - bääääh
Impire - bääääh
A:CM - mehr als nur bääääh

Ich hab da echt kein Händchen für.
Jetzt setze ich meine letzte Hoffnung in Rome 2, dass ich auch schon vorbestellt habe. Kein gutes Zeichen :D
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Avatar MoDi
MoDi
#3 | 25. Jul 2013, 17:20
RPS und Eurogamer sagen da ganz was anderes, hm.
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Avatar Mike H.
Mike H.
#4 | 25. Jul 2013, 17:24
Zitat von MoDi:
RPS und Eurogamer sagen da ganz was anderes, hm.

Und nicht nur die! Bislang gibts von englischsprachigen Seiten überhaupt nur positive Bewertungen (4.5/5 von Hardcoregamer!)
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Avatar Krisocka
Krisocka
#5 | 25. Jul 2013, 17:25
Eigentlich hatte ich mich drauf gefreut, Rundenstrategie und RPG in einem meiner liebsten Universen.
Aber da sich die internationalen Reviews anscheinend nicht einig sind werde ich erst einmal warten was man in den nächsten Wochen über das Spiel hört, in ein paar LPs reinschauen und dann entscheiden.
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Avatar Srefanius
Srefanius
#6 | 25. Jul 2013, 17:26
Kommt halt drauf an was man will. Wer seinen Fokus auf Dialoge und Atmosphäre legt, wird wohl nicht unbedingt enttäuscht werden. Die Kämpfe funktionieren eigentlich auch, aber sie sind halt nix, weshalb man das Spiel spielen würde. Das einzig wirklich ärgerliche ist das Speichersystem und die Bugs, die es zur Zeit noch gibt.
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Avatar MoDi
MoDi
#7 | 25. Jul 2013, 17:29
Zitat von Mike H.:

Und nicht nur die! Bislang gibts von englischsprachigen Seiten überhaupt nur positive Bewertungen (4.5/5 von Hardcoregamer!)


Dürfte wohl der umgekehrte Risen-Effekt sein (dt. Wertungen > internationale Wertungen), und vll. mit unterschiedlichen Geschmäckern der Reviewer zusammenhängen. Was ich bisher vom Spiel gesehen habe (Dialoge! Text! Text! Text!) fand ich schwer beeindruckend.

Edit:
http://www.metacritic.com/game/pc/shadowru n-returns
GS bei WEITEM die niedrigste Wertung bisher.
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Avatar smooth1980
smooth1980
#8 | 25. Jul 2013, 17:36
Zitat von globscho:
Okay,ich bestelle nie wieder ein Spiel vor :D
So langsam erkenne ich ein Muster:
Omerta - bääääh
Impire - bääääh
A:CM - mehr als nur bääääh

Ich hab da echt kein Händchen für.
Jetzt setze ich meine letzte Hoffnung in Rome 2, dass ich auch schon vorbestellt habe. Kein gutes Zeichen :D


Man bestellt sowieso keine Spiele vor.Immer erst Tests Reviews und Usermeinungen abwarten.Mit der Strategie fahre Ich die letzten Jahre sehr gut.Hat mir so manche Gurke erspart.Verstehe das Vorbestellen sowieso nicht ganz. Habt ihr etwa alle Angst das nach Release nix mehr im Regal bleibt vom Wunschspiel ?
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Avatar Agent.Smith
Agent.Smith
#9 | 25. Jul 2013, 17:40
Ich habe das Gefühl, das Spiel wird an den Ansprüchen eines Vollpreis-RPGs gemessen (Sprachausgabe, Technik, Umfang). Da sind die Erwartungen eventuell zu hoch. Es ist letztendlich "nur" ein 20€ Downnloadspiel.

Und zm Punkt "kaum Wiederspielwert" ... sollte das Spiel nicht einen Editor haben mit dem die Community eigene Quests und Kampagnen erstellen kann?
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Avatar 3isenwerker
3isenwerker
#10 | 25. Jul 2013, 17:46
Zitat von Agent.Smith:

... sollte das Spiel nicht einen Editor haben mit dem die COmmunity eigene Quests und Kampagnen erstellen kann?


Hat es auch.
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Details zu Shadowrun Returns

Plattform: PC (iOS, Android)
Genre Rollenspiel
Untergenre: -
Release D: 25. Juli 2013
Publisher: -
Entwickler: Harebrained Schemes
Webseite: http://www.shadowrun.com/
USK: Freigegeben ab 12 Jahren
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
Platz 379 von 5488 in: PC-Spiele
Platz 114 von 1248 in: PC-Spiele | Rollenspiel
 
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