Zum Thema » Civilization - Die Serie Themen-Galerie zur Reihe » Civilization 5 - Test Kontrollbesuch zur Civilization 5 Collection Civilization: Beyond Earth ab 2,99 € bei Amazon.de Sid Meier's Civilization: Beyond Earth für 31,99 € bei GamesPlanet.com US-Grenzbeamte begrüßen ausländische Besucher gerne mal mit der Herzlichkeit eines französischen Oberkellners: »Wer sind Sie, was wollen Sie hier, würden Sie bitte da drüben sterben gehen, damit ich Feierabend machen kann?« Doch als wir diesmal unserem grummeligen Gegenüber beim Einreiseverhör den Grund unserer Reise mitteilen, blüht der junge Mann auf wie Duke Nukem im Stripclub: »Civilization? Mensch, das fünfte habe ich echt lange gespielt! Da gibt's ein neues? Cool, viel Spaß!« Danke, werden wir haben!

Wir sind nämlich soeben in Washington gelandet, um im nahegelegenen Sparks (klingt wie ein Disney-Wunderhund, ist aber ein beschaulicher Vorort) den Entwickler Firaxis zu besuchen und Civilization: Beyond Earth zu spielen. Und Civilization, das kennt eben irgendwie jeder; als eine der letzten großen PC-Serien bleibt es selbst im konsolenaffinen Amerika ein klangvoller Name, ein - in unserem Fall wortwörtlich - grenzübergreifendes Aushängeschild für unsere Lieblings-Spieleplattform.

Zugleich widerlegt Civilization das Vorurteil, dass US-Grenzwächter eher zur Shooter-Zielgruppe gehören (»Zollformular falsch ausgefüllt? Friss Blei!«), aber das nur nebenbei. Für Firaxis jedenfalls bedeutet der große Name auch großen Druck, ein schlechtes Civilization kann und darf es nicht geben. Entsprechend gespannt reisen wir an, schließlich wagen die Entwickler durchaus Unerwartetes. Die Serie, die sich seit jeher um die Erdgeschichte dreht, verlässt nämlich - die Erde.

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Civilization: Beyond Earth
Für unseren Stoßtrupp haben wir hier Harmonie-Aliens und Vorherrschafts-Roboter gebaut. Anfangs ist es aber wenig sinnvoll, zwei Affinitäten zu mischen, weil man die besten Einheiten durch Spezialisierung am schnellsten freischaltet.

Kein Alpha Centauri 2

Beyond Earth verpflanzt das Serienprinzip »Führe eine Nation durch die Jahrhunderte« auf einen fernen Planeten, den die Menschheit nach ihrem Exodus von der überbevölkerten Erde besiedelt. Klar, das gab's schon mal, nämlich 1999 in Alpha Centauri, dem Erstlingswerk von Firaxis. Seinerzeit fehlte den Entwicklern die Civilization-Lizenz, doch was sollte ein Team um den Civ-Schöpfer Sid Meier und das Civ 2-Mastermind Brian Reynolds schon anderes entwickeln als - Civ?

Also verschob man das Spielprinzip kurzerhand auf einen anderen Planeten und nannte das Ergebnis Alpha Centauri. Dessen geistiger Nachfolger Beyond Earth darf wieder Civilization heißen, Firaxis betont jedoch, dass das nicht daran liegt, dass nun wiederum die Alpha Centauri-Namensrechte weg sind, weil sie der damalige Publisher Electronic Arts nicht mehr hergibt.

Civilization: Beyond Earth : Alpha Centauri gilt als Klassiker der Globalstrategie. Alpha Centauri gilt als Klassiker der Globalstrategie.

Die Leitende Produzentin Lena Brenk winkt ab: »Das macht nichts, weil wir gar kein Alpha Centauri 2 entwickeln. Das erste Alpha Centauri war ein sehr guter Weggefährte für Civilization 2, doch seitdem hat sich die Civ-Serie weiterentwickelt. Darauf bauen wir nun auf.« Folgerichtig basiert Beyond Earth auf der Engine von Civ 5; seine Welten sind in Hexfelder unterteilt, auf die jeweils eine einzige Einheit passt. Wir finden's gut, das Kampfsystem von Civ 5 war klasse - zumindest nach den ersten KI-Patches. Lenas Argument gegen ein »echtes« Alpha Centauri 2 können wir dennoch nicht ganz nachvollziehen.

Denn Alpha Centauri war seinerzeit weit mehr als ein »Weggefährte« für Civ 2, es war ein Quantensprung, ein komplexes Meisterwerk voll ausgefeilter Spielsysteme, die kein anderes Globalstrategiespiel je wieder so gut hinbekommen hat. An dieser Stelle wollen wir uns jedoch von der Vergangenheit lösen, denn Alpha Centauri hin oder her: Beyond Earth entfaltet durchaus seine eigenen Reize.

Eine Frage des Planetentyps

Vor dem Beginn unserer Proberunden dürfen wir entscheiden, ob wir einen vorgefertigten Planeten besiedeln wollen - natürlich nicht! Jede anständige Civilization-Runde beginnt im Optionsmenü, wo wir über den Parametern unserer zufallsgenerierten Welt brüten. Kämpfen wir um Großkontinente oder Inselgruppen? Sollen die Aliens, denen die Rolle der neutralen Civ-Barbaren zufällt, auf uns losstürmen oder sich zurückhalten?

Die interessanteste Einstellung ist aber der Planetentyp, auch wenn er sich nur optisch auswirkt: »Üppige« Dschungelwelten etwa sind schön grün und somit das genaue Gegenteil von »ariden« Wüstenbrocken. Außerdem gibt's »pilzbefallene« Planeten mit ungesund-bläulichem Terrain. Diesmal entscheiden wir uns für einen ariden Planeten, weil wir auf dem Hinflug die Doku »Jodorowsky's Dune« gesehen haben (empfehlenswert!) und vom quietschbunten Dschungel Augenschmerzen kriegen.

Civilization: Beyond Earth : Üppige Planeten sind fast schon übertrieben bunt.

Die Planetentypen: Üppig
Üppige Planeten sind fast schon übertrieben bunt.

Und auch wenn sich in der 100 Runden langen Demoversion die Weltenwahl nicht groß auswirkt, dürften die Grafiksets zumindest den Wiederspielwert erhöhen. Es ist eben etwas anders, ob man wie in Civ immer wieder dieselbe Erde besiedelt oder tatsächlich einen anderen Himmelskörper mit anderen Vorzeichen. Mod-Bastler dürfen übrigens eigene Gestirne einbauen, wir freuen uns schon auf den pinken »Hello Kitty«-Planeten.

(Un)Gleichmacherei im All

Civilization: Beyond Earth : Kampfflieger der Reinheits-Fraktion attackieren eine Alien-Krake. Kampfflieger der Reinheits-Fraktion attackieren eine Alien-Krake. Doch vorerst weiter im Text und zurück zum Wiederspielwert. Den schreibt Beyond Earth groß, auch bei der Fraktionswahl. Statt wie in Civilization aus vorgefertigten Völkern zu wählen, basteln wir unsere Wunschpartei aus einem Anführer, der unsere Nationalität bestimmt, dem Beruf der Kolonisten sowie der Art und Fracht des Raumschiffs, mit dem wir landen. Mal sehen … Kombinieren wir die kampfstarken Brasilianer mit Wissenschaftler-Kolonisten (bessere Forschung) und setzen sie in ein »Landvermesser«-Raumschiff (deckt alle weltweiten Küstenlinien auf), das wir mit »Maschinerie« beladen (spendiert uns eine kostenlose Arbeiter-Einheit)?

Oder tendieren wir zur American Reclamation Corporation (bessere Spione), packen »Überlebende« in die Passagierkabine (die erste Stadt erntet mehr Nahrung), schrauben einen »Lebensform-Scanner« dran (enthüllt alle Alien-Nester) und packen ein »Labor« in den Frachtraum, das den Gratis-Fortschritt »Pionierarbeit« abwirft? Theoretisch erlauben die acht Anführer sowie je fünf Kolonisten-, Raumschiff- und Frachttypen insgesamt 1.000 Kombinationen.

Verglichen mit den sehr individuellen Völkern von Civilization 5: Brave New World sind deren Unterschiede jedoch marginal, mit Ausnahme der Nationalitätsboni wirken sich sämtliche Optionen ausschließlich auf unsere Startbedingungen aus. Spezialtruppen oder -gebäude bringen die Fraktionen keine mit, das macht sie austauschbar. Zumindest anfangs, später dürfen wir das Profil unserer Jungs und Mädels schärfen.

Einleitung
Ein einsamer Siedler in einer unbekannten, gefährlichen Welt – so beginnt nicht nur die Geschichte großer Imperien, sondern auch die Civilization-Reihe, in der wir seit 1991 Großreiche aufbauen, Technologien erforschen und am Ende sogar das Weltall besiedeln. Wir stellen die eigentliche Spieleserie und ihre bekanntesten Ableger vor.