Spec Ops: The Line - PC

3rd-Person-Shooter  |  Release: 29. Juni 2012  |   Publisher: Take 2 Interactive
Seite 1 2   Fazit Wertung

Spec Ops: The Line im Test

Die durch die Hölle gehen

Der deutsche Entwickler Yager erlöst uns endlich vom Supersoldaten. Wie? Das verraten wir im Test des Actionspiels Spec Ops: The Line. Vorab aber schon mal ein großes Danke an Yager!

Von Petra Schmitz |

Datum: 26.06.2012


Zum Thema » Technik-Check Grafikvergleich & Anforderungen » Die ersten 10 Minuten So beginnt Spec Ops: The Line » Spec Ops: The Line - Test-Video Kommentierte Spielszenen & Fazit » Spec Ops: The Line - Video Launch-Trailer ansehen Auch wenn im Hintergrund Lugo und Adams um die Wette brüllen, ist es ein stiller und fast schon intimer Moment zwischen uns und Walker im Actionspiel Spec Ops: The Line . Die Kamera zeigt uns das Gesicht des Soldaten in Großaufnahme, wir nehmen nur seine Augen wahr und fühlen -- Entsetzen. Wir können nicht fassen, was soeben passiert ist. Können nicht fassen, woran er und wir die Schuld tragen. Wir wissen, dass es sich hier »nur« um ein Spiel handelt. Und dass wir letztlich nur das getan haben, was die Entwickler für uns vorgesehen haben. Das schützt uns vor dem Schlimmsten. Walker, Lugo und Adams hingegen …

Was sich der Entwickler Yager an dieser Stelle in Spec Ops: The Line traut, ist beispiellos. Wir haben so etwas bisher noch in keinem anderen Spiel erlebt. Oder sollten wir besser sagen, dass wir so etwas bisher in noch keinem anderen Spiel haben ertragen müssen? Und auch wenn wir leiden, so sind wir doch dankbar dafür. Dankbar, dass Spec Ops nicht wieder einer dieser Shooter ist, der die Welt in Schwarz und Weiß aufteilt und uns die simpelste aller Lösungen vorsetzt: Der Held (und damit das Gute) triumphiert in spektakulärer Weise über alle noch so großen Widerstände, während die Geschichte um ihn rum mit irrwitzigen Rachekonstellationen ethisch-moralische Kollateralschäden verhindert. Das Böse ist eben immer so böse, dass alles erlaubt scheint.

Steam-Pflicht
Spec Ops: The Line muss einmalig über Valves Online-Plattform Steam aktiviert werden. Danach können Sie das Spiel auf beliebig vielen Rechnern über ihr Steam-Konto installieren. Ein Weiterverkauf ist nicht mehr möglich.

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Helden-Demontage

Spec Ops: The Line lockt zwar zunächst ebenfalls mit einfachen Mustern, aber nur, um die schnell über den Haufen zu werfen. Oft genug lässt uns das Spiel hilflos zurück, ohne Hinweis auf einen Ausweg, ohne Hinweis darauf, wie sich der Karren wieder aus dem Dreck ziehen ließe. Wir können das hier nur andeuten, aber nicht im Detail schildern, ohne ein Verbrechen am spielerischen Erleben eines jeden Einzelnen zu begehen. Sprich: Wir wollen nicht spoilern.

Spec Ops: The Line
Bereits am Boden liegende Gegner können wir exekutieren. Mal schlägt Walker den Feind tot, mal verpasst er ihm einen finalen Schuss.

Aber so viel dann doch: Spec Ops demontiert all das, was wir sonst von Titeln mit Soldaten drin gewohnt sind. Heldenklischees werden trotz der im Grunde recht gewöhnlichen Spielmechanik peu à peu zerbröselt. Wir glauben sogar, dass sich Yager einen Spaß daraus gemacht hat, etwa in der Mitte des Spiels einen Charakter zu etablieren, der verdächtig an den Superheroen Captain Price aus Modern Warfare gemahnt, nur um ihn dann fast schon genüsslich zu zerstören.

Allerdings bleibt auch ein Spec Ops bei all diesen Bemühungen, besonders im Vergleich zu entsprechenden Büchern oder Filmen, letztlich reichlich plakativ und am Ende fügen sich auch nicht alle Fäden so nahtlos zusammen, wie man es uns vorgaukeln möchte. Aber in letzter Instanz handelt es sich hier ja auch noch immer um ein interaktives Actionspiel, das sich nicht wie ein Roman auf zig Seiten Psychogramm-ähnlicher Charakterbetrachtungen bedienen kann. Wir sind nun mal Monster, die nach Unterhaltung gieren. Und die bekommen wir in Spec Ops auch, nur eben nicht so, wie wir es gewohnt sind.

Apocalypse Now

Warum Spec Ops: The Line anders als andere Soldaten-Actionspiele ist, lässt sich leicht mit der Vorlage erklären, die der Berliner Entwickler Yager in der Story verwoben hat. Yager hat sich den Filmklassiker Apocalypse Now geschnappt, die für Spec Ops angepasste Handlung allerdings in ein fiktives und zugegebenermaßen arg hingebogenes Gegenwartsszenario verschoben, das zunächst mal gar nichts mit Krieg zu tun hat: Die Protzstadt Dubai wird durch Sandstürme von apokalyptischen Ausmaßen zerstört und vom Rest der Welt abgeschottet. Fast möchte man an den Zorn Gottes glauben, der diesen Dekadenzpickel vom Antlitz der Welt schmirgeln will.

Spec Ops: The Line : Walker ist kein strahlender Held, wie wir ihn sonst aus anderen Shootern kennen. Hier bedroht er das Leben eines Soldaten, der sich dem Kommando Konrads entzogen hat. Walker ist kein strahlender Held, wie wir ihn sonst aus anderen Shootern kennen. Hier bedroht er das Leben eines Soldaten, der sich dem Kommando Konrads entzogen hat.

Ein gewisser Colonel Konrad, in Afghanistan frisch zum Helden gekürt, meldet sich zusammen mit seinem Bataillon freiwillig für den humanitären Einsatz: Krisengebiet sichern, Zivilbevölkerung vor Plünderern schützen, all das. Doch der Kontakt zu Konrad reißt ab, wochenlang kein Lebenszeichen aus Dubai. Man wähnt alle längst tot, bis plötzliche eine einzelne Funknachricht durch die Sandwand dringt und die US-Army dazu veranlasst, einen Aufklärungstrupp nach Dubai zu schicken.

Nur drei Männer sind’s, um weitere Verluste möglichst klein zu halten: Captain Walker und seine beiden Untergebenen Lugo und Adams. Was wie ein typischer Buddy-Abenteuerfilm mit lockeren Sprüchen beginnt, deformiert schnell zu etwas, das man sonst nur von ambitionierten Filmen à la Der schmale Grat oder eben Apocalypse Now erwartet. Walker und Co kommen recht schnell dahinter, dass der als Held gefeierte Konrad mit seinen Männern vieles getan hat, aber sicherlich nicht das, was eigentlich vorgesehen war, nämlich die Zivilbevölkerung zu beschützen und auf eine Evakuierung vorzubereiten.

Spec Ops: The Line : Auf einem Hochhaus hat sich ein DJ häuslich eingerichtet. Lugo will die Funkanlage des Mannes nutzen, um die Bevölkerung auf eine Evakuierung vorzubereiten. Auf einem Hochhaus hat sich ein DJ häuslich eingerichtet. Lugo will die Funkanlage des Mannes nutzen, um die Bevölkerung auf eine Evakuierung vorzubereiten.

Ganz nach dem Vorbild eines Colonel Kurtz aus Apocalypse Now hat sich Konrad in Dubai sein eigenes kleines Terrorreich errichtet, in dem jedoch in Wahrheit Wahnsinn und Tod regieren. Walker, Lugo und Adams machen sich auf, um Konrad das Handwerk zu legen und kommen dabei Wahnsinn und Tod gefährlich nah. Die Männer verändern sich spürbar mit dem voranschreitenden Geschehen. Sie stellen Fragen nach dem Warum, erhalten aber keine Antworten. Aggressionen bauen sich auf.

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Avatar jokergermany-de-vu
jokergermany-de-vu
#1 | 26. Jun 2012, 14:11
Und nun bitte ein Yager 2 ^^
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Avatar RWitschi
RWitschi
#2 | 26. Jun 2012, 14:11
Länger als Call of Duty, schöner als Call of Duty, bessere Story als Call of Duty und trotzdem eine schlechtere Wertung als Call of Duty?

Dabei könnte man meinen, das Spiel hätte mehr verdient, so wie es Petra "lobt".

Ach herrjeh...

Edit: Lieber erst nachgucken statt das Gedächtnis zu benutzen *hust*
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Avatar DerDoktory
DerDoktory
#3 | 26. Jun 2012, 14:11
Wow, hätte nicht gedacht dass das Spiel so gut sein wird. Weiß aber noch nicht ob ich es mir hole, besonders da die Demo bei mir selbst auf mittleren Einstellungen geruckelt hat, dabei kann ich BF3 auf hohen EInstellungen flüssig spielen. Dabei reizt mich das Spiel schon...
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Avatar reini007
reini007
#4 | 26. Jun 2012, 14:13
Zitat von RWitschi:
Länger als Call of Duty, schöner als Call of Duty, bessere Story als Call of Duty und trotzdem eine schlechtere Wertung als Call of Duty?

Dabei könnte man meinen, das Spiel hätte mehr verdient, so wie es Petra "lobt".

Ach herrjeh...


Modern Warfare 3 hat für den Solomodus 82 Punkte gekriegt. Inwiefern ist das mehr als 85?
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Avatar BlackTiger_4
BlackTiger_4
#5 | 26. Jun 2012, 14:16
Bei mir will das Testvideo nicht funktionieren... Bin ich der einzige?
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Avatar Kuwabara
Kuwabara
#6 | 26. Jun 2012, 14:16
Hört sich nicht schlecht an aber bitte nicht immer wieder diese neuzeit-kriegs-shooter

langsam reicht es doch mal....
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Avatar WhiteyWhiteman
WhiteyWhiteman
#7 | 26. Jun 2012, 14:18
Deutsche Studios müssen unterstützt werden. Vielleicht ein Mittel um mehr Niveau in das Genre zu bringen?
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Avatar memphis81
memphis81
#8 | 26. Jun 2012, 14:20
Werde mir die Englische Version zulegen.
Bessere Sprecher + Besserer Preis =)
Ach ja: Bitte den Link zum Test-Video fixen!

Siehe LINK:
amazon.co.uk/Spec-Ops-Line-Including-Fubar /dp/B007VLYNFO/ref=sr_1_sc_3?ie=UTF8&qid=13407 13118&sr=8-3-spell
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Avatar FKFlo
FKFlo
#9 | 26. Jun 2012, 14:21
(Solo-)Spielzeit: 8 Stunden. Dachte ich mir irgendwie schon.. :(
Da mich der Multiplayer von Spec Ops leider überhaupt nicht anspricht wird's somit maximal für 10-20 Euro bei Steam mitgenommen, wie gerne ich die Entwickler auch unterstützen würde, aber mehr sind mir 8 Stunden Spielzeit nicht wert.
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Avatar BoonControl
BoonControl
#10 | 26. Jun 2012, 14:22
Bitte den Link für das Testvideo fixen, danke!

By the way - ich finde es überraschend das das Spiel hier nicht fertig gemacht wird (auch wegen Konsolenport, 0% Innovation etc.

Weiter so GS-Community :)
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Details zu Spec Ops: The Line

Plattform: PC (PS3, Xbox 360)
Genre Action
Untergenre: 3rd-Person-Shooter
Release D: 29. Juni 2012
Publisher: Take 2 Interactive
Entwickler: YAGER Development
Webseite: http://www.specopstheline.com
USK: Keine Jugendfreigabe
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