Spintires : Der Entwickler von Spintires: Offroad-Truck-Simulator soll sein eigenes Spiel sabotiert haben, um dem Publisher eins auszuwischen. Beide Seiten dementieren das. Der Entwickler von Spintires: Offroad-Truck-Simulator soll sein eigenes Spiel sabotiert haben, um dem Publisher eins auszuwischen. Beide Seiten dementieren das.

Zum Thema Spintires ab 9,96 € bei Amazon.de Spintires: Offroad-Truck-Simulator für 17,99 € bei GamesPlanet.com 2. Update vom 3. März 2016: Zwischenzeitlich haben Oovee und Pavel Zagrebelnyj jeweils offizielle Stellungnahmen zu den Vorkommnissen der vergangenen Tage veröffentlicht. Demzufolge handelt es sich bei den Fehlern im Spiel nicht um absichtlich platzierte »Zeitbomben«, sondern tatsächlich nur um fehlerhafte Codezeilen.

Grund ist angeblich eine Kopierschutzmaßnahme, die bei einer Selbstüberwachung auf zeitliche Parameter zurückgreift, die mittlerweile veraltet sind. Laut Zagrebelnyj wurde das Problem intern bereits behoben und sollte in den kommenden Tagen durch einen Patch endgültig der Vergangenheit angehören.

Dennoch kritisiert Zagrebelnyj erneut die mangelnde Kommunikation zwischen ihm und Oovee. Erst dadurch habe der Fehler überhaupt entstehen können, so der Programmierer. Zudem wirft der Spintires-Erfinder seinen Geschäftspartnern einmal mehr vor, ihm noch vertraglich zugesichertes Geld zu schulden. Der Publisher möchte sich dazu weiterhin nicht äußern.

Update vom 3. März 2016: Mittlerweile hat der Publisher Oovee das Spiel Spintires bei Steam aus dem Verkauf genommen. Zwar existiert die entsprechende Produktseite auch weiterhin, doch es ist aktuell nicht mehr möglich, den Offroad-Truck-Simulator zu erwerben. Ob es sich um eine dauerhafte Entfernung handelt oder nur ein kurzzeitiger Aussetzer ist, konnte bisher nicht geklärt werden.

Originalmeldung: Spintires: Offroad-Truck-Simulator ist ein recht ungewöhnliches Spiel über kraftstrotzende Off-Road-Fahrzeuge, jede Menge Matsch und riesige Stollenreifen - aber auch ein durchaus erfolgreiches: 750.000 Besitzer zählt der Indie-Titel mittlerweile auf der digitalen Vertriebs- und Gamingplattform Steam. Alleine in den vergangenen zwei Wochen wurde die Simulation von mehr als 100.000 Nutzern gespielt.

Doch diese Statistiken könnten nun einen empfindlichen Dämpfer erhalten. Aktuell mehren sich nämlich die Berichte über plötzlich auftauchende Fehler und Programmabstürze. Das Merkwürdige daran: Die Probleme treten völlig unvermittelt und ohne die Installation eines Patches oder Add-ons auf.

Streit zwischen Entwickler und Publisher

Der Grund dafür ist mit etwas Nachforschen jedoch schnell gefunden: Ein Streit zwischen dem Entwickler Pavel Zagrebelnyj und dem Publisher Oovee. Handfeste Beweise und Fakten liegen zwar nicht vor, allerdings scheint es bei den Meinungsverschiedenheiten der beiden involvierten Parteien wohl insbesondere ums Geld zu gehen. Zagrebelnyj ist jedenfalls offenkundig der Meinung, Oovee schulde ihm »tonnenweise Geld«. Das beschuldigte Unternehmen wiederum entgegnet, der Entwickler sei seinem Vertrag entsprechend bezahlt worden und deshalb halte man jeden weiteren Kommentar für überflüssig.

Zusätzlich Brisanz erhält die Geschichte durch den recht opulenten Lebensstil der Mitarbeiter von Oovee. Dessen Mitgründer Zane Saxton legte sich nach dem Erfolg von Spintires erst einmal einen 174.000 Euro teuren Mercedes G63 AMG zu. Eine Anschaffung, die möglicherweise das Misstrauen von Zagrebelnyj geweckt hat - und Begehrlichkeiten, die vielleicht über das ursprüngliche Vertragsverhältnis hinausgehen.

Quellcode-Sabotage

Wer hier letztlich recht hat, lässt sich derzeit Abseits dieser Indizien nicht abschließend klären. Details zu den Vertragsdetails und den finanziellen Verhältnissen bei Oovee sind aktuell nicht bekannt. Die Folgen der Auseinandersetzung bekommen nun jedoch die Spieler zu spüren: Zagrebelnyj hat im Quellcode von Spintires: Offroad-Truck-Simulator einige »Zeitbomben« versteckt, die das Spiel nach und nach unbrauchbar machen. Offensichtlich möchte er dem Publisher auf diesem Wege eins auswischen - und vergisst dabei all die zahlenden Kunden, die er mit dieser Aktion ebenfalls verprellt.

Community entwirft Workaround

Immerhin: Die Community des Spiels hat sich mittlerweile wohl selbst behelfen können und einen inoffiziellen Patch veröffentlicht, der Spintires: Offroad-Truck-Simulator wieder fehlerfrei spielbar macht. Eine weitere Möglichkeit beinhaltet eine Umgehung der Code-Zeitbomben durch eine Manipulation der Datums-Einstellungen der CPU.

Wie es nun mit Zagrebelnyj und Oovee weitergeht, bleibt abzuwarten. Da das Vertrauensverhältnis aber ziemlich zerrüttet sein dürfte, wird es wohl keine weitere Zusammenarbeit geben.