Star Citizen : Star Citizen muss sich erneut harter Kritik entgegen stellen: das Magazin The Escapist hat Aussagen von angeblich neun ehemalige Mitarbeitern in einen Report gesammelt, der kein gutes Licht auf Roberts wirft. Falls die Aussagen stimmen sollten. Star Citizen muss sich erneut harter Kritik entgegen stellen: das Magazin The Escapist hat Aussagen von angeblich neun ehemalige Mitarbeitern in einen Report gesammelt, der kein gutes Licht auf Roberts wirft. Falls die Aussagen stimmen sollten.

Das Online-Magazin The Escapist hat einen Report über Chris Roberts' Firma Cloud Imperium Games veröffentlicht. In dem sehr umfangreichen Bericht werden Zitate von angeblich neun ehemaligen sowie aktiven Mitarbeitern des Star-Citizen-Studios veröffentlicht, die über das angeblich miserable Management, unzumutbare Arbeitsumstände und die finanzielle Schieflage des Projekts klagen. Chris Roberts hat auf diese Vorwürfe umgehend reagiert und bezieht in einem Blogpost sehr ausführlich Stellung.

In einem Update hat die Autorin Lizzy Finnegan Roberts Antworten direkt in den ursprünglichen Report eingebunden, so dass dort Anklage und Verteidigung sehr übersichtlich im Kontext präsentiert werden. Da sich The Escapist komplett auf anonyme Quellen bezieht, können die Aussagen und Behauptungen der angeblichen Mitarbeiter derzeit nur als Gerüchte gesehen werden. In allen Fällen steht Aussage gegen Aussage. Natürlich dementiert Roberts alle Vorwürfe. Beweise kann der Bericht nicht aufzeigen.

Auf reddit sind kurz darauf Hinweise aufgetaucht, dass manche der anonym zitierten Quellen des Reports nicht direkt in Kontakt mit The Escapist standen, sondern fast wortwörtlich von einem Firmenbewertungs-Portal namens »Glassdoor« genommen wurden. Eine Webseite, auf der man ohne Verifzierung anonyme Bewertungen über die Arbeitsbedingungen eines Unternehmens abgeben kann. Roberts selbst kritisiert, dass der Bericht eigentlich nur die gleichen Vorwürfe erhebt, die bereits seit Wochen im Streit mit Derek Smart hervorgebracht werden und wirft der Autorin unethisches und unprofessionelles Verhalten vor.

Laut den anonymen Hinweisgebern sei es angeblich allen im Unternehmen bekannt, dass das Geld fast aufgebraucht sei. Von den 90 Millionen Dollar, die die Firma über Crowdfunding eingesammelt hat, sollen nur noch acht übrig sein. Viele Zitate und Aussagen beziehen sich darauf, das die Mitarbeiter das Gefühl hatten, mehr an Werbemitteln, Präsentationsfolien und Techdemos für Messen und Veranstaltungen gearbeitet zu haben, als am Spiel selbst. Ein Mitarbeiter wird zitiert mit den Worten:

Die haben 82 Millionen Dollar verbraucht und was kam dabei rum? Es gibt eine Demo, eine Rennspiel-Demo, einen einzelnen FPS-Level und ein kleines Gebiet zum rumlaufen. Für 82 Millionen!

Laut Escapist sei das für die meisten der anonymen Quellen der Grund für das andauernde Fundraising auf der Webseite und das inflationäre Bepreisen der rein digitalen Güter, die es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht wirklich gibt. Auch wird Roberts vorgeworfen, dass dieses Projekt mit 90 Millionen nicht zu realisieren sei. Roberts dazu:

Kein Mitarbeiter außer mir und ein paar wenigen Führungspositionen hat das Wissen und den Einblick, um überhaupt ein valides Urteil über die Kosten des gesamten Projekts abgeben zu können. Außerdem hat die Firma zusätzliche Einnahmequellen aus Marketing- und Produktpartnerschaften und nutzt bestimmte Steuervorteile und Förderungen - aber wir diskutieren diese Themen natürlich aus naheliegenden Gründen nicht öffentlich. Wir schauen immer darauf, genügend Geldreserven zur Verfügung zu haben, um die Firma umsichtig agieren zu lassen im Verhältnis zum generierten Umsatz. Man kann einiges daraus ablesen, dass wir derzeit unsere weltweite Mitarbeiterzahl erhöhen und nicht Stellen abbauen.

Ein weiterer, oft auftauchender Vorwurf im Bericht sei die fehlende Führung und Erfahrung von Roberts. Er sei zwar ein großer Visionär, aber wird in vielen Vorwürfen als beratungsresistent, arrogant und jähzörnig dargestellt. Besonders hart gehen die Quellen mit seiner Frau Sandi Gardiner ins Gericht. Ihr wird rassistische Einstellungspolitik und diskriminierender Umgang mit Mitarbeitern nachgesagt. Zitat einer anonymen Quelle, die freiwillig gekündigt hatte:

Ich hielt das nicht mehr länger aus. Das war mit Abstand das giftigste Arbeitsumfeld, in dem ich je gearbeitet habe. Niemand hatte wirklich eine klare Richtung vorgegeben und hatte eine Vorstellung davon, wie sie Ihren Job gut machen sollen. Und wirklich alles wurde ständig hinterfragt - die normale Reaktion auf alles war erstmal beschuldigen, schreien und Emails in Großbuchstaben voller Schimpfwörter.

Chris Roberts antwortete darauf:

Alle Themen unserer Personal- und die HR-Abteilung betreffend, sind aus offensichtlichen Gründen absolut intern und wir werden dies aus Prinzip nicht kommentieren. Wie so oft gibt es aber selbstverständlich immer zwei Seiten der Geschichte.

Während die neun anonymen Quellen nicht daran glauben, dass Roberts sein Spiel jemals wirklich fertig bekommen wird, bzw. nur einen Bruchteil der Vision, ist Chris Roberts verständlicherweise weiterhin von seinem Projekt überzeugt. Er schließt seine Reaktion auf die Vorwürfe mit den Worten:

Ich orientiere mich lieber an meinen 261 aktuellen Mitarbeitern, ihrer Hingabe und Leidenschaft für das Projekt als an den Beschwerden einiger missmutiger Ex-Mitarbeiter. Wir haben andauernd Backer/Unterstützer, die uns im Büro besuchen und die gehen alle mit dem selben Gefühl nach Hause, dass das gesamte Team absolut entschlossen ist, das beste Spiel zu machen, das möglich ist.

Star Citizen - Screenshots zum Star Marine Modul