The Banner Saga : Der Spielentwickler Stoic sieht sich derzeit mit einem Markenrechtsstreit um The Banner Saga konfrontiert. Auslöser sind Ansprüche von Candy-Crush-Saga-Entwickler King.com. Der Spielentwickler Stoic sieht sich derzeit mit einem Markenrechtsstreit um The Banner Saga konfrontiert. Auslöser sind Ansprüche von Candy-Crush-Saga-Entwickler King.com. Update (23. Januar 2014): Auch vom durch die King.com-Beschwerde betroffenen Entwicklstudio Stoic liegt nun eine erste Stellungnahme vor. Und allem Anschein nach zieht die ganze Geschichte für das Unternehmen ernsthafte Konsequenzen nach sich - beugen möchte man sich den Markenrechtsansprüchen nämlich offensichtlich nicht.

Wie Stoic-Mitgründer Alex Thomas gegenüber polygon.com erklärt, werde man ganz sicher kein weiteres Spiel über eine Wikinger-Sage machen, ohne das Wort Sage im Titel nutzen zu dürfen. Außerdem schätze man es ganz und gar nicht, wenn man ein solches Vorhaben durch jemand anderen verboten bekomme.

»King.com behauptet, dass sie nicht versuchen, uns davon abzuhalten, den Namen The Banner Saga zu nutzen, aber an ihrem rechtlichen Einspruch gegen unseren Markenschutzantrag lassen sie dennoch bestehen.«

Stoic hat den Ausführungen von Thomas zufolge bereits einen Markenschutz für The Banner Saga beantragt, bevor King.com einen entsprechenden Antrag für das Wort »Saga« gestellt habe. Daraufhin habe der Candy-Crush-Entwickler den Stoic-Antrag blockiert, so dass sein Unternehmen sich die Rechte am Namen des eigenen Spiels nicht habe sichern können.

»Im Grunde genommen ist es uns nicht erlaubt, den Namen ›The Banner Saga‹ für unser Spiel über ein Wikinger-Epos zu besitzen, weil King.com behauptet, dass sie die Rechte am Begriff ›Saga‹ beantragt haben, der ja wiederum nichts anderes als ›Wikinger-Epos‹ bedeutet.«

Für Stoic bedeutet die unklare Markenrechtslage also, die Arbeiten an einem eigentlich geplanten Nachfolger zu The Banner Saga vorerst auf Eis zu legen.

Update (22. Januar 2014): Mittlerweile hat sich King.com in einem offiziellen Statement gegenüber der englischsprachigen Webseite kotaku.com zu Wort gemeldet und versucht, das Vorgehen gegen Stoic und dessen Titel The Banner Saga zu erklären.

In der veröffentlichten Stellungnahme heißt es, dass man keinerlei Sorgen habe, dass Banner Saga auf den Marken oder den Inhalten von King.com aufbauen könnte. Trotzdem müsse man, ebenso wie jedes andere umsichtige Unternehmen auch, alle geeigneten Maßnahmen ergreifen, um die eigenen Marken zu schützen, und zwar sowohl jetzt als auch in Zukunft.

Weiter heißt es:

»In diesem Falle bedeutet das, unsere Möglichkeiten zur Durchsetzung unserer Rechte in Fällen, in denen andere Entwickler versuchen, die Saga-Marke in einer Art und Weise zu nutzen, die unsere Markenrechte verletzt, beizubehalten. Hätten wir den Markenrechtsantrag für Banner Saga nicht angefochten, wäre es für echte Copy-Cats deutlich einfacher zu argumentieren, dass ihre Nutzung des Begriffes ›Saga‹ legitim sei.«

Für King.com sei es zudem äußerst wichtig, die Saga-Marke zu schützen, schließlich befänden sich neben Candy Crush Saga auch noch Bubble Witch Saga, Pet Rescue Saga und Farm Heroes Sag im eigenen Spiele-Portfolio, die zudem alle bereits mit ernstzunehmenden Klon-Versuchen zu kämpfen gehabt hätten.

Originalmeldung: King.com, der Hersteller des Social- und Mobile-Games Candy Crush Saga, sorgt derzeit mit einem offensiven Markenschutz-Vorgehen für reichlich Irritationen innerhalb der Branche. Nachdem sich das Unternehmen erst kürzlich beim US Patent and Trademark Office die Rechte an der Verwendung des Wortes »Candy« sichern ließ, geht es nun gegen diverse Mitbewerber vor, die den Begriff im Titel ihrer Spiele verwendet haben.

Dabei verhält man sich allerdings noch recht selektiv: Betroffen ist unter anderem wohl ein Spiel namens »All Candy Casino Slots – Jewel Craze Connect: Big Blast Mania Land«, wie forbes.com berichtet. Noch kurz vor der Markenschutz-Offensive hatte ein King.com-Sprecher gegenüber gamezobo.com die anfänglichen Wogen zu glätten versucht, indem er ankündigte, nicht gegen sämtliche Verwendungen des nun - übrigens auch in Europa - geschützten Begriffes vorgehen zu wollen:

»Wir haben uns das Wort ›Candy‹ in Europa gesetzlich schützen lassen, weil unsere Markenrechte ständig verletzt werden und wir unsere Rechte durchsetzen müssen, um unsere Spieler vor etwaigen Konfusionen zu bewahren. Wir werden nicht gegen sämtliche Verwendungen des Wortes ›Candy‹ vorgehen - einige sind legitim und selbstverständlich werden wir App-Entwickler, die den Begriff korrekterweise verwenden, nicht dazu auffordern, dies zu unterlassen.«

So ganz weit her scheint es mit der Ankündigung eines eher verhaltenen Vorgehens bei der Unterbindung von angeblichen Markenrechtsverletzungen dann bei King.com aber doch nicht zu sein. Wie nun nämlich bekannt wurde, geht das Unternehmen mittlerweile in einer Beschwerde beim US Patent and Trademark Office gegen das Entwicklerstudio Stoic vor.

Grund ist allem Anschein nach dessen Spiel The Banner Saga - das allerdings weder den Begriff »Candy« im Namen trägt noch sonst auch nur irgendwie im Entferntesten etwas mit dem Spielprinzip von Candy Crush Saga zu tun hat. Stein des Anstoßes ist hier dem Beschwerde-Text zufolge offensichtlich lediglich die Verwendung des Begriffes »Saga«, was der Argumentation von King.com zufolge zu Verwirrungen bei den Kunden führen könnte:

»Die Marke The Banner Saga ist in verwirrender und irreführender Art und Weise der zuvor vom Antragsteller genutzten Saga-Marken ähnlich«, heißt es unter anderem.

Aufgrund dessen könne es bei potentiellen Kunden zu Konfusionen und irrtümlichen Käufen des »falschen« Spiels kommen, was sich nachteilig auf die Geschäfte des Antragstellers auswirken würde, so der Beschwerdetext weiter.

Bei The Banner Saga handelt es sich übrigens um ein rundenbasiertes Taktik-Strategie-Spiel mit Rollenspiel-Elementen und einer komplexeren Hintergrundgeschichte, das für Mac und PC erhältlich ist. Candy Crush Saga hingegen versteht sich als Casual-Puzzle-Game für soziale Netzwerke und mobile Endgeräte, bei dem es um um die korrekte Anordnung von Süßigkeiten geht.

Allerdings muss man King.com, bei allem Unverständnis über dessen aktuell aggressives Vorgehen, an dieser Stelle auch zugute halten, dass das US-Patentrecht Markenrechtsinhabern vorschreibt, potentielle Markenrechts-Verletzungen sofort anzuzeigen, da die Rechte ansonsten bei Untätigkeit verfallen. Einen ähnlichen Fall gab es unter anderem bereits zwischen Bethesda Softworks und Mojang, die sich um die Namensgebung des Online-Sammelkartenspiels Scrolls stritten.

The Banner Saga : Angst vor Verwechslungen: King.com glaubt, dass potentielle Kunden das Taktik-Strategie-Rollenspiel The Banner Saga mit...

The Banner Saga
Angst vor Verwechslungen: King.com glaubt, dass potentielle Kunden das Taktik-Strategie-Rollenspiel The Banner Saga mit...