Skyrim : Das Rollenspiel Skyrim hat laut Meinung der Richterin im Prozess gegen Christoph W. das Verhalten des Angeklagten nicht entscheidend beeinflusst. Das Rollenspiel Skyrim hat laut Meinung der Richterin im Prozess gegen Christoph W. das Verhalten des Angeklagten nicht entscheidend beeinflusst. Ein Jahr nach der Tat, bei der der 22-jährige Christoph W. seine Schwiegereltern im bayerischen Notzing ermordete, wurde heute der Prozess beendet. Im Verlauf der Verhandlungen stellte sich heraus, dass der junge Mann gerne Spiele wie Call of Duty oder Skyrim spielte.

Da sich im Tathergang gewisse Ähnlichkeiten zu Bethesdas Rollenspiel ergaben - Christoph W. mordete mit Axt und Messer - plädierte der Verteidiger darauf, dass der Täter letzten Endes, neben seiner heftigen Persönlichkeitsstörung, durch das »Drachentöterspiel« Skyrim beeinflusst worden sei. Verschiedene Presseorgane wie die Isar-Donau-Wald-Redaktion oder das Wochenblatt stellten diesen Zusammenhang recht reißerisch dar.

Die Richterin Gisela Eppert und andere Prozessbeteiligte nahmen sich die Zeit, die genannten Spiele in Augenschein zu nehmen. Die Mutter des Angeklagten erklärte sich bereit, die Spielkonsole (in anderen Meldungen ist von einem PC und einer Festplatte die Rede) ihres Sohnes zur Verfügung zu stellen.

Bei dem Spieltermin konnte Richterin Eppert zwar nicht nachvollziehen, warum es nötig sein soll, die Monster und Gegner zu töten, auf die der Spieler in Skyrim trifft - allerdings, so überzeugten sich die Prozessbeteiligten, sei Skyrim – was das Gewaltpotenzial betreffe – noch relativ harmlos und deshalb ab 16 Jahren freigegeben.

Das Urteil wurde am 13. März 2013 verkündet, der Angeklagte wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Das Gericht stellte außerdem die besondere Schuld des Täters fest, was eine vorzeitige Freilassung nach 15 Jahren ausschließt.

Die Richterin ließ sich von den Versuchen der Verteidigung, den Angeklagten als nicht schuldfähig darzustellen, nicht beeinflussen, wie br.de berichtet:

»Gegen eine Beeinträchtigung der Steuerungsfähigkeit spreche zum Beispiel der Tatablauf über mehrere Stunden oder der Versuch, die Tat im Anschluss zu vertuschen. Auch von Gewalt-Videospielen wie Skyrim, das der Angeklagte spielt, sei er nicht entscheidend beeinflusst worden.«