Hinweis: In unserem Episoden-Check analysieren wir bei Spielen im Episodenformat (The Walking Dead, The Wolf Among Us, etc.) die jeweils aktuelle Folge. Wir fassen zusammen, was in der Episode geschieht, was besonders spannend oder spielerisch erwähnenswert ist und wie wir die Folge im Vergleich zu anderen Episoden sehen.

Dieser Artikel richtet sich deshalb gezielt an Leser, die die jeweilige Folge, in diesem Fall The Walking Dead - Season 2: In Harm's Way, schon gespielt haben (ähnlich wie in vergleichbaren Review-Artikeln zu TV-Serienepisoden). Achtung! Spoiler lassen sich nicht vermeiden. Lesen Sie also nicht weiter, wenn Sie The Walking Dead S02E03 noch nicht gespielt haben.

Worum geht's in Episode 3: In Harm's Way?

Zum Thema » Walking Dead: All That Remains Test: Neuer Held, alte Regeln » Walking Dead: Season One Test der ersten Staffel Nach dem dramatischen Showdown am Ende von Episode 2 landen Clementine und ihre Gefährten im Gefangenenlager einer feindlichen Überlebenden-Gemeinde.

Dort regiert Bösewicht William Carver mit eiserner Faust und schon bald müssen sich unsere Helden fragen, ob sie dem Tyrannen gehorchen und dafür Sicherheit und Verpflegung genießen - oder mit einem gewaltsamen Umsturz für ihre Freiheit kämpfen.

Das gefällt uns an Episode 3: In Harm's Way

Schon in den ersten Minuten von Episode 3 wird deutlich: Von der einst so unschuldigen Clementine aus Staffel 1 ist zur Halbzeit von Staffel 2 nicht mehr viel übrig. Nicht nur die toll geschriebenen Dialoge, sondern auch die großartige Arbeit von Clem-Sprecherin Melissa Hutchison vermitteln uns, dass die gnadenlose Zombie-Welt aus dem ängstlichen Mädchen eine abgebrühte Überlebenskünstlerin gemacht hat.

The Walking Dead: In Harm’s Way
William Carver ist der Oberschurke in Staffel 2 und terrorisiert auch in Episode 3 wieder Clem und ihre Begleiter.

An Szenen, in denen Clem stark sein muss, mangelt es auch Episode 3 nicht. Wieder schafft es Telltale, vermeintlich ungefährliche Situationen binnen Sekunden vom harmlosen Plausch zur absoluten Katastrophe eskalieren zu lassen. Das gelingt den Entwicklern vor allem auch durch den geschickt eingestreuten Humor, der nie übertrieben oder deplatziert wirkt, sondern die Charakterzeichnung stärkt und uns binnen weniger Sätze wildfremde Charaktere sympathisch macht.

Ebenfalls gelungen ist die bedrohliche Atmosphäre in der Siedlung, in der Carver ständig seine fanatischen Anhänger über Lautsprecherdurchsagen mit metaphysischer Propaganda beschallt und damit beim Spieler Erinnerungen an das reale Sekten-Drama von »Jonestown« weckt.

Auch der Kniff, unsere Spielfiguren aus dem DLC »400 Days« zu Untergebenen Carvers und damit zu Clems Feinden zu machen, sorgt für Spannung. Denn wie loyal die Ex-Helden dem Despoten gegenüber stehen, lässt sich gerade zu Beginn der Episode nur sehr schwer einschätzen. Hinzu kommt, dass auch innerhalb von Clems Gruppe Harmonie und Vertrauen rar gesät sind.