The Witcher - PC

Rollenspiel  |  Release: 23. Oktober 2007  |   Publisher: Atari
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Special: Making of The Witcher | Seite 2

Brillanz zwischen Bugs und Busen

Verworren?

Die Welt des Hexers Geralt, den man im Spiel steuert, ist keine Erfindung des Entwicklerteams. Ausgedacht hat sie sich Andrzej Sapkowski (63), Polens bekanntester Fantasy-Autor. Anfang der 1990er-Jahre schrieb er die ersten Witcher-Bücher, deren erwachsene, düster-vielschichtige Erzählweise ihn über die Landesgrenzen hinaus bekannt machte.

CD Projekt erwarb von Sapkowski die Lizenz für eine Computerspiel-Umsetzung der Witcher-Welt. An einer Mitwirkung hatte der Autor kein Interesse, wohl auch deshalb, weil er davor mit einer missratenen Verfilmung schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Dennoch verfolgte Sapkowski die Entwicklung, fasste Zutrauen, half schließlich bei der Ausgestaltung der Karte für die Spielwelt und beriet das Team bei Fragen zu den Büchern.

Innerhalb eines durch die Lizenz definierten, in vieler Hinsicht festgelegten Szenarios zu arbeiten empfand der Chef-Designer Madej nicht als Einschränkung, im Gegenteil: »Ich kann Lizenzen nur empfehlen! Nicht nur, dass sie einem eine Menge Hintergrunddesign abnehmen, sie helfen auch ungemein bei der Kommunikation im Studio.« Denn jeder Mitarbeiter hatte von Vornherein Zugriff auf alle Bücher und Geschichten; so fiel es dem Team wesentlich einfacher, eine gemeinsame Vision der Spielwelt zu finden und zu erhalten. »Meine Meinung zu Kreativität ist diese: Je eingeschränkter du bist, desto stärker wirst du dazu gezwungen, kreativ zu denken«, sagt Madej.

Making of The Witcher : Die Sex-Sammelkarten

Der Hexer Geralt ist ein potenter Casanova: Mit 22 Frauen kann der talentierte Fechter im Laufe seines Abenteuers ins Bett steigen. Jede Eroberung belohnt das Spiel mit einer schlüpfrigen Zeichnung der Verführten, der Stil erinnert an Sammelkarten. Der hier abgebildete Entwurf hat es nicht in die Verkaufsversion geschafft, wurden aber im April 2008 für das kostenlose Erweiterungs-Modul »Der Preis der Neutralität« verwendet.

CD Projekt musste sich wegen des Sammelkarten-Prinzips den Vorwurf des Sexismus machen lassen: Das Spiel degradiere Frauen zu austauschbaren Objekten. »Mit dem gleichen Recht könnte man die James-Bond-Filme kritisieren«, verteidigt der Lead Designer Michal Madej das Konzept. »Geralt ist nun Mal genau diese Art von Held. Nicht nur ein legendärer Monsterjäger, sondern auch ein legendärer Liebhaber.« Die Sammelkarten seien »geschmackvoll«, meint Madej, und letztendlich bleibe es doch die Entscheidung des Spielers, ob er auf Schürzenjagd gehe oder nicht: »Wer diese Freiheit missbraucht, der sollte sich schämen.«

Vertan?

In The Witcher haben Schlüsselentscheidungen des Spielers Folgen, die sich erst viel später in der Handlung zeigen, teils mit dramatischen Auswirkungen. Die Inspiration für dieses Konzept dürfte das Entwicklerteam nicht lang gesucht haben. Denn die Konsequenzen falscher Entscheidungen bekam es am eigenen Leib zu spüren.

Making of The Witcher : Rund um den kantigen Hexer Geralt entspinnt das Rollenspiel The Witcher eine düstere Geschichte, in der moralische Entscheidungen eine Rolle spielen. Rund um den kantigen Hexer Geralt entspinnt das Rollenspiel The Witcher eine düstere Geschichte, in der moralische Entscheidungen eine Rolle spielen.

»Wir wussten von Anfang an, dass sich jede einzelne Idee nach zwei Jahren entweder als richtig oder als falsch erweisen und dann möglicherweise gewaltige Probleme und Kosten aufwerfen würde«, beschreibt Michal Madej. So kam es auch. Das Kampfsystem, an dem CD Projekt über ein Jahr lang gearbeitet hatte, stellte sich als untauglich heraus; es basierte auf einem Symbolbalken, mit dem Spieler eigene Schlagkombinationen zusammenfügen konnten. »Das war sehr komplex und vollkommen unnötig«, urteilt Madej rückblickend. Die Kämpfe wurden auf das Drei-Stile-Konzept umgestellt, das im fertigen Spiel landete.

Auf die gleiche Weise verabschiedete sich CD Projekt Red während der Entwicklung vom Alchemiesystem, das sich als zu ambitioniert herausstellte. Es wurde stark entschlackt und vereinfacht. Das Team musste zudem Technologie austauschen und mehrmals Grafiken von Grund auf neu entwerfen. »Vielleicht sind wir etwas naiv an das Projekt herangegangen«, sinniert Michal Madej. »Oder besser gesagt: zu optimistisch.« Beim Projektbeginn hatte CD Projekt 2005 als Veröffentlichungsjahr angepeilt. Davon war bald keine Rede mehr.

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Avatar NekatorFail
NekatorFail
#1 | 25. Mai 2011, 17:42
Dieser Kommentar wurde ausgeblendet, da er nicht den Kommentar-Richtlinien entspricht.
Avatar MansionManiac
MansionManiac
#2 | 25. Mai 2011, 17:43
Ein sehr schöner und durchaus interessanter Rückblick auf das erste Witcher-Spiel. Auf jeden Fall lesenswert :)
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Avatar Falkenfluegel
Falkenfluegel
#3 | 25. Mai 2011, 17:48
Sehr interessanter Artikel. Witziger weise spiele ich gerade den ersten Teil, bevor ich mich dann auf Teil 2 stürze.

Gerade das Kampfsystem finde ich bei Teil 1 aber mehr als dürftig. Jetzt wird mir klar warum ... es wurde mittendrin ausgetauscht und man hatte keine Zeit mehr.

Ganz ehrlich: selbst die Enhanced Version finde ich technisch nicht gerade berauschend. Ich glaube in der Urversion hätte ich nach ner Stunde frustriert aufgegeben.
Die Stärken des Spieles entwickeln sich erst nach gut 10 Stunden Spielzeit.
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Avatar Waldgeist
Waldgeist
#4 | 25. Mai 2011, 18:07
The Witcher 1 war schon ein brilliantes Spiel und The Witcher 2 zeigt, dass auch aus Europa Spiele kommen, die es von der Produktionsqualität mit den großen Titeln aus den USA aufnehmen können, aber noch viel mehr... The Witcher 2 beweist, dass man nicht Bioware sein muss, um die Welt im Rollenspielsturm zu erobern.

Ich hoffe darauf, dass sich CDProjekt als zweites, europäisches Bioware etabliert und der Spielewelt weitere, komplexe, glaubwürdige (etwas das ich bei Bioware sehr vermisse... alles zu sehr D&D) Rollenspiele beschert.
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Avatar Jaray
Jaray
#5 | 25. Mai 2011, 18:43
Zitat von Waldgeist:

Ich hoffe darauf, dass sich CDProjekt als zweites, europäisches Bioware etabliert und der Spielewelt weitere, komplexe, glaubwürdige (etwas das ich bei Bioware sehr vermisse... alles zu sehr D&D) Rollenspiele beschert.


Kann dir nur zustimmen, außer dass ich sie kein zweites Bioware nennen möchte, da sie ihre "Unabhängigkeit" hoffentlich bewahren. Bei Bioware sprechen viele ja auch gleich von EA.

Werde mir Witcher 2 wohl kommenden Monat kaufen, spiele derzeit noch was anderes und finde es störend zwei Spiele parallel zu spielen oder auf heißen Kohlen zu sitzen, wenn ich beim Spielen auf die Witcher-Box schauen würde.

Wie genau meinst du eigentlich die Anmerkung, dass dir die Spiele von Bioware zu D&D-lastig sind? Wegen der D&D Regeln, den Welten oder meinst du etwas anderes?
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Avatar hexer hext
hexer hext
#6 | 25. Mai 2011, 18:48
Ich liebe den ersten Teil. Den zweiten auch aber der erste hatte dieses etwas :)
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Avatar Alex.94
Alex.94
#7 | 25. Mai 2011, 18:57
Das mit den 600.000 verkauften Einheiten ist nicht mehr ganz aktuell. Es wurden inzwischen schon über 1 Millionen Stück verkauft :)
Was auch voll und ganz verdient ist, The Witcher ist ein tolles Rollenspiel!
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Avatar mr.ioes
mr.ioes
#8 | 25. Mai 2011, 19:02
Projektumfang 25 GByte? Ich glaube nicht, Tim!
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Avatar patze86
patze86
#9 | 25. Mai 2011, 19:59
witcher 2 ist zwar ein top-spiel aber verbuggt ist das doch genauso.
dlc-probleme, abstürze, performencelegs.....
und gerade entdeckt:

kaufe ich das schema: solides kaedwenisches schwert und lasse mir DIESES dann herstellen, landet in meinem inventar aber nur ein normales viel schlechteres kurzschwert -.- und die materialien sind futsch!

verbugte, aber dafür gute games produizieren die jungs also immer noch. ärgerlich ist es trotzdem!
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Avatar Kingravel
Kingravel
#10 | 25. Mai 2011, 20:58
An sich ein guter und informativer Artikel.
Aber: Mich irritiert auch immer mehr, die seltsame Wandlung, die der Spieljournalismus bei der GS (online)durchläuft... Irgendwie stimmt das Verhältnis nicht: Plumpe Busenaufhänger noch und nöcher, dabei aber den Brachial-Frivolismus einer (früheren) PCA meidend. Kommt mir wirklich vor, wie wenn ein verschmitzer Vierzehnjähriger sich verstohlen hinter die Tastatur klemmt, um einen lustigen Titel zu fabrizieren, während dann der Redakteur kommt, um den Anspruch auf journalistische Qualität zu verteidigen.
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Details zu The Witcher

Plattform: PC
Genre Rollenspiel
Untergenre: -
Release D: 23. Oktober 2007
Publisher: Atari
Entwickler: CD Projekt Red
Webseite: http://www.thewitcher.com
USK: Keine Jugendfreigabe
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
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