Der Preis von Call of the Beastmen für Total War: Warhammer ist eine klare Ansage: Mit 17,49 Euro ist der Ruf der Tiermenschen der teuerste Total-War-DLC aller Zeiten. Entsprechend viel soll drinstecken.

Die Tiermenschen stürmen als völlig neue Fraktion mit gänzlich eigenen Spielmechaniken und Einheiten aufs Feld. Sie unterscheiden sich damit deutlich stärker von den Völkern des Hauptspiels als zwei Parteien in Rome oder Shogun. Obendrauf bringen sie eine völlig neue Kampagne, »Auge um Auge«, mit. Wir haben uns mit den wilden Bestien auf den Kriegspfad begeben und geprüft, ob der DLC hält, was sein Preis verspricht.

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Die Tiermenschen auf der Kampagnenkarte

Total War: Warhammer – Ruf der Tiermenschen : Die Tiermenschen ziehen plündernd über die Karte und hinterlassen nichts als Ruinen und Chaos-Korruption. Die Tiermenschen ziehen plündernd über die Karte und hinterlassen nichts als Ruinen und Chaos-Korruption. Wir dürfen die Tiermenschen sowohl in der klassischen großen Kampagne als auch im DLC-Bonusfeldzug in die Schlacht führen. Schön dabei: Wer den DLC nicht kauft, kriegt mit den gehuften Plünderern als KI-Gegner trotzdem ein wenig Extrawürze für seine Kampagne.

Die Tiermenschen beten die gleichen Götter an wie die Chaoskrieger und haben mit ihnen einiges gemein. Sie marodieren ebenfalls als Hordenfraktion über die Karte, haben mit Diplomatie wenig am Hut und zertrampeln Städte lieber unter ihren Hufen, als selbst welche hochzuziehen. Knifflig nur: Jede geplünderte Siedlung wird automatisch zerstört, wir können sie nicht wie beim Chaos stehen lassen, um später nochmal vorbeizuschauen.

Für ein stetiges Einkommen müssen wir also ständig in Bewegung bleiben, während wir eine Schneise verbrannter Erde hinter uns zurücklassen. Dieser ständige Druck ist gewöhnungsbedürftig - und liegt zugegeben zum Teil auch einfach daran, dass die KI es oft nicht auf die Reihe kriegt, die Ruinen wieder zu besiedeln, selbst wenn das schlau wäre - aber er kann auch sehr spannend sein.

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Zumal die Tiermenschen einige Tricks auf Lager haben, um die clevere Planung zu erleichtern. Nach einem erfolgreichen Raubzug können wir die Bestienpfade nutzen, um problemlos Hindernisse wie Berge oder Wälder zu umgehen und im Unterholz zu verschwinden. Schlagen unsere Horden nämlich ihr Lager auf, werden sie unsichtbar und der Feind kann sich dumm und dämlich suchen. Das hebt die trickreichen Tiermenschen angenehm von den Chaoshorden ab.

Total War: Warhammer - Ruf der Tiermenschen
Die Tiermenschen setzen auf schnelle und aggressive, aber eher schwach gepanzerte Einheiten wie Minotauren.

Allerdings sind nicht alle ihre Mechaniken einzigartig: Die erwähnten Bestienpfade funktionieren exakt wie die Tunnel der Orks und Zwerge, und ganz genau wie die Orks hetzen auch die Tiermenschen zusätzliche KI-Armeen auf ihre Feinde, sobald sie genügend Siege errungen haben. Klar, das passt zu ihnen, aber man hätte die beiden Mechaniken trotzdem stärker voneinander differenzieren können.

Sehr gut hat uns dafür der Chaosmond Morrslieb gefallen, der sich in regelmäßigen Abständen am Firmament erhebt und uns die Wahl zwischen vier enorm mächtigen Boni verleiht. Die sind so praktisch, dass wir jedes Mal drüber grübeln müssen: Wollen wir alle unsere Truppen vollständig heilen? Oder doch lieber kurzzeitig fast kostenlos neue Einheiten rekrutieren?

Total War: Warhammer – Ruf der Tiermenschen : In regelmäßigen Abständen verdrängt der Chaosmond Morrslieb die Sonne und bietet uns einen von vier enorm mächtigen Boni. In regelmäßigen Abständen verdrängt der Chaosmond Morrslieb die Sonne und bietet uns einen von vier enorm mächtigen Boni.

Jede Entscheidung hat auch ihre Nachteile, was sie umso interessanter macht. Während wir etwa zum Dumpingpreis rekrutieren, sollten wir uns nicht von Feinden erwischen lassen, derweil kämpfen unsere Jungs nämlich deutlich schlechter.