Zum Thema » Was ist... Towerfall Ascension? Video: Daniel und Christian spielen Towerfall »TowerFall Ascension ist ein Bogenschieß-Plattformer und sollte im besten Falle mit Freunden gespielt werden - im Schneidersitz auf dem Boden und zudem in Ohrfeigen-Reichweite.« Das rät TowerFall Ascension-Entwickler Matt Thorson auf seiner Homepage.

Also hat sich der Autor dieser Zeilen gleich zwei willige Kumpels geschnappt, auf die Couch gepflanzt und den PC mit dem Fernseher verbunden. So viel sei gesagt: Das Trio (in weiterer Folge M., P. und A. genannt) hatte einen verflixt spaßigen Nachmittag.

Aller Anfang ist leicht

13:30 Uhr: Wir starten zuerst den Versus-Modus. Der ist quasi das Herzstück von TowerFall Ascension und bietet die drei Varianten Team-Deathmatch, Last Man Standing (es zählen gewonnene Partien) sowie Headhunters (es zählt jeder Kill). Schlaumeier P. will vorab wissen, wie das Spiel funktioniert, eine ausführliche Erklärung erübrigt sich aber. TowerFall ist nämlich, wie wir in Österreich sagen, »Watscheneinfach« zu erlernen.

Als Bogenschießendes Pixel-Männchen wird man in ebenso pixelige Jump'n'Run-Arenen geworfen und muss die Konkurrenz um die Ecke bringen. Im Grunde kann man laufen, hüpfen, Pfeile schießen und einen flotten Ausweich-Dodge hinlegen. Sterben kann man entweder durch einen Pfeil, oder wenn einem der Mitspieler auf den Kopf hopst. Das war's auch schon in puncto Grundprinzip - aus dieser einfachen Prämisse holt TowerFall Ascension mit vielen kleinen Tricks und Feinheiten jedoch ungemein viel Spieltiefe raus.

TowerFall Ascension
Der Versus-Modus: Wer gerade führt, trägt ein schmuckes Krönchen am Kopf.

13:31 Uhr: P. lernt auf die harte Tour, dass sein Pixel-Schütze nur wenige Pfeile im Köcher hat und man damit erstens gut zielen und zweitens schlau haushalten sollte. Nachdem er drei Geschosse im Dauerfeuer über A. hinweg pfeffert, nagelt ihn dieser mit einem einzigen platzierten Schuss an die Wand. Es folgt ein nicht ganz jugendfreies Beschreibung des eben Erlebten und die Erkenntnis, dass ein Frontalangriff vielleicht nicht die schlaueste Herangehensweise ist.

TowerFall Ascension wirkt zwar chaotisch, sollte aber wohlüberlegt und clever gespielt werden. Wer siegen will, muss tricksen und täuschen, um den perfekten Schuss oder den perfekten Kopfsprung zu landen.

Die Komik der Tragik

13:40 Uhr: P. bemerkt, dass man Pfeile per Ausweichdodge sogar aus der Luft pflücken und so postwendend an den Absender zurückschicken kann - fies, elegant und sehr effektiv. M. bekommt eine Lektion in Sachen Schwerkraft für Anfänger. Als er einen Pfeil schnurgerade nach oben schießt, kommt dieser klarerweise wieder zurück und erwischt den dämlich glotzenden M. Unter schallendem Gelächter darf er sich diesen schmählichen Tod gleich nochmal ansehen - nach jeder Runde gibt es nämlich ein kurzes Replay der letzten paar Sekunden im Match.

A. bekommt hingegen zu spüren, dass alles was links, rechts, oben oder unten aus den Arenen rausfliegt, auf der anderen Seite wieder reinkommt. Also auch der Pfeil der ihm in den Rücken flattert. Die Worte, mit er sich bei dem pfiffigen M. dafür bedankt, sind nicht nett.

TowerFall Ascension : Aus den vielen Mutatoren können wir uns maßgeschneiderte Matches einstellen und als Voreinstellung abspeichern. Aus den vielen Mutatoren können wir uns maßgeschneiderte Matches einstellen und als Voreinstellung abspeichern.

13:45 Uhr: Um Schatztruhen entspinnen sich immer wieder harte Fights, denn darin finden sich wertvolle Power-Ups, wie zum Beispiel ein praktischer Schild oder nützliche Flügel) und diverse Spezialpfeile. Da wäre zum Beispiel den Bohrer-Pfeil, den P. dem werten A. dann gleich von unten durch eine Plattform in den Allerwertesten bohrt. Oder Bombenpfeile, die gleich ein ganzes Areal plätten - leider auch den Schützen selbst, wie M. sogleich herausfindet, als er nach einem Sprung genau dort landet, wo er vor einer Sekunde noch den explosiven Pfeil in den verdutzten P. versenkt hat.

Schmähungen, Schimpfwörter und schallendes Gelächter signalisieren selbst unseren Nachbarn, dass wir gerade eine gute Zeit haben.

Sinn und Unsinn nach Belieben

15:15 Uhr: Einhellige Begeisterung über die zahlreichen Mutatoren! Damit kann man die Partien teils gravierend verändern. Mehr Schatztruhen, Spezialpfeile als Startequipment für alle, aber auch lustiger Nonsene wie große Köpfe oder explodierende Spielerleichen peppen die Matches auf. Unvergessen etwa eine Partie, in denen das Trio so genannte Spielzeugpfeile ausprobiert, die zwar keinen Schaden machen, aber ein niedliches Quietschgeräusch.

Damit wird TowerFall Ascension beispielsweise zur Stampforgie, die ein bisschen wie eine kompetitive Variante von Super Mario wirkt. Dank dutzender Auswahlmöglichkeiten lassen sich unzählige Kombinationen basteln und praktischerweise auch als Voreinstellung abspeichern.

16:30 Uhr: Auch nach drei Stunden und dutzenden Matches ist der Versus-Mode eine Mordsgaudi. Es sind vor allem die unzähligen Kleinigkeiten und Details, die jede Partie angenehm abwechslungsreich machen. Jedes noch so klitzekleine Spielelement kann der Auslöser für wahnwitzige Situationen sein. Sei es wenn A. ein Power-Up aufsammelt, das die Zeit verlangsamt, wenn P. geschickt bröckelige Wände sprengt um ein freies Schussfeld zu haben oder wenn M. sich mal in einer Ecke duckt und so beinahe unsichtbar wird - auch nach zig Partien gibt es clevere Kniffe zu entdecken.

Gleichzeitig bleibt TowerFall Ascension dank präziser Steuerung (aus Praxiserfahrung bestenfalls per Gamepad) und kinderleichter Spielmechanik fair und nachvollziehbar. Was großartig ist, denn dank der besagten Replays kann man ungläubigen Mitspielern praktischerweise sofort die eigene Überlegenheit unter die Nase reiben.