Die Wolfenstein-Serie begleitet das Medium Computerspiele bereits seit Apple-2-Zeiten. Wirklich bekannt – und im gleichen Zuge auch berüchtigt – wurde die Reihe 1992 mit dem in Deutschland beschlagnahmten id-Software-Titel Wolfenstein 3D. Als amerikanischer Superspion B.J. Blazkowicz sollte der Spieler darin Adolf Hitler und hunderte seiner Schergen töten. Fast zehn Jahre später zog Blazkowicz in Return to Castle Wolfenstein erneut gegen die Nazis und ihre okkulten Experimente in den Kampf. Seitdem war es still um den Agenten polnischer Abstammung.
Nun bringt der Quake 4-Entwickler Raven die umstrittene Serie zurück und nennt die jüngste Episode schlicht Wolfenstein. Mit dabei: B.J. Blazkowicz, übernatürliche Grässlichkeiten und jede Menge durchgeknallter Nazis – oder besser »Wölfe«, wie die deutschen Soldaten im Spiel heißen.

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Die Story

Willkommen in Isenstadt, der fiktiven deutschen Kleinstadt, in die es B.J. Blazkowicz im Auftrag der US-Regierung verschlägt. Seine Mission: Die Wölfe veranstalten mysteriöse Experimente, B.J. soll der Sache auf den Grund gehen. Nebenbei warten Widerstandskämpfer und ein verschwörerischer Geheimbund auf Blazkowicz’ tatkräftige Unterstützung bei der Befreiung der Stadt. Was zunächst nach idealen Voraussetzungen für spannende, wendungsreiche und vor allem herrlich überzogene Geschichten klingt, entpuppt sich als einfallslose und durchweg vorhersehbare Handlungsfolge. Dramaturgie in Wolfenstein: Fehlanzeige.

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Wolfenstein

Auch die Figuren fallen blass aus. Der vermeintlich markante Held bleibt profillos und unnahbar. Die Rebellen sind uns egal, weil wir sie kaum kennenlernen. Noch schlimmer präsentieren sich die Bossgegner. Über viele stolpern wir scheinbar per Zufall. Nicht selten sehen wir sie genau ein Mal, während die Fieslinge so tun, als ob wir uns schon seit Jahren gegenseitig an die Gurgel wollen. Also werden uns ein paar Drohungen entgegen geworfen, und nach fünf Minuten ist die Begegnung samt Kampf vorbei und vergessen. Das abgedrehte Szenario böte viele Möglichkeiten, doch die Entwickler von Wolfenstein versäumen es, die Chance zu ergreifen, etwas Außergewöhnliches oder zumindest halbwegs Beeindruckendes auf den Bildschirm zu zaubern.

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