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Zweifellos gilt das vor allem für die Online-Rollenspieler unter uns, investieren sie doch Hunderte, gar Tausende Stunden in ein einziges Spiel. Noch Anfang des Millenniums von so manchem Spieler als Spinner belächelt, wuchs das MMO-Genre rasch zum Massenphänomen - und in dem Maße, in dem das Internet vom Trend zur Selbstverständlichkeit wurde, trafen Online-Rollenspiele direkt ins Herz unserer Popkultur.

Für diesen schönen Schlamassel ist im Grunde ein einziges Spiel verantwortlich. Das. Spiel. World of Warcraft. Ein Name wie Donnerhall. Von Millionen geliebt, vom Rest meist kritisch beäugt oder gar voreilig totgesagt - mehrfach, aber stets zu Unrecht. Doch angesichts der seit 2011 fallenden Abonnentenzahlen von zwölf auf nun bis unter sieben Millionen wetzen die Untergangspropheten mit wachsender Begeisterung ihre Messer.

World of Warcraft: Warlords of Draenor
So idyllisch sieht Nagrand am Morgen aus. Im Vergleich zur Scherbenwelt-Version haben sich Texturen, Details und Beleuchtung erheblich verbessert.

Die gute alte Zeit

Mit der nunmehr fünften Erweiterung Warlords of Draenor feiert WoW in sein zehnjähriges Jubiläum hinein. Das neueste Addon soll vor allem möglichst viele WoW-Veteranen wieder locken und die »gute alte Zeit« zurückbringen.

Das betrifft sowohl die große Community, für die damals noch alles in Azeroth neu und aufregend war, als auch die Warcraft-Welt, in der legendäre Krieger wie Grom Höllschrei einst die Geschichte bestimmten. Solche historischen Figuren trifft man in Draenor, der neuen Spielwelt von WoW, übrigens an jeder Ecke - ein Traum für jeden Warcraft-Fan.

Warlords of Draenor ist das erste Addon ohne neue Rassen oder Klassen. Dennoch reizt es viele Spieler allein durch das Wiedersehen mit bekannten Charakteren aus der Warcraft-Überlieferung mehr als die letzte Erweiterung. Mists of Pandaria verbesserte das Spiel objektiv gesehen durch zahlreiche sinnvolle Neuerungen, doch mit dem fernöstlich angehauchten Pandaren-Setting wurde längst nicht jeder WoW-Spieler warm.

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Horde gegen Horde

World of Warcraft faszinierte in der Vergangenheit vor allem durch sein stimmiges Universum. Die atmosphärische Welt mit epischen Geschichten, aufopferungsvollen Helden und erbarmungslosen Bösewichten - das alles wirkte schon anno 2004 wie aus einem Guss. Und in genau diese Kerbe schlägt Warlords of Draenor; nach der Neuausrichtung in Pandaria geht's jetzt wieder zurück zu den Wurzeln. Und diese Reise wird ganz schön kompliziert, zumindest was die Story betrifft.

World of Warcraft: Warlords of Draenor : Erzmagier Khadgar ist der vielleicht mächtigste Zauberer von Azeroth und übernimmt eine Hauptrolle in Warlords of Draenor. Interessante Randnotiz: Auch im bald erscheinenden Warcraft-Film nimmt Khadgar eine zentrale Position ein. Erzmagier Khadgar ist der vielleicht mächtigste Zauberer von Azeroth und übernimmt eine Hauptrolle in Warlords of Draenor. Interessante Randnotiz: Auch im bald erscheinenden Warcraft-Film nimmt Khadgar eine zentrale Position ein.

Rewind: Nachdem also der rücksichtslose Orc-Kriegshäuptling Garrosh in Pandaria das Herz eines »Alten Gottes« ausgrub, erlangte er gar schreckliche Macht und verfiel endgültig dem Wahnsinn. Erst ein Bündnis aus Allianz und Horde bezwang ihn in der Schlacht um Orgrimmar, doch vor seiner Verurteilung gelang Garrosh die Flucht mit der Hilfe eines bronzenen Drachen.

Letzterer ermöglichte ihm sogar den Sprung in die Vergangenheit, und so reiste Garrosh zum Planeten Draenor - in eine Zeit, in der sein Volk unmittelbar vor der Versklavung durch die Dämonen stand. In der ursprünglichen Heimat der Orcs traf Garrosh nun auf seinen Vater Grom. Gemeinsam mit den übrigen Kriegsherren bildeten sie die »Eiserne Horde«, schlugen die Dämonen zurück und starteten letztlich die Invasion auf das heutige Azeroth.

Die uns bekannte Horde um Thrall und Vol'jin sowie die Allianz unter König Varian Wrynn stellten sich der Eisernen Horde am »Dunklen Portal« und starten in der neuen Erweiterung nun den Gegenangriff auf Draenor. In dieser alternativen Zeitlinie zersplittert der Planet übrigens nicht zu der aus The Burning Crusade bekannten Scherbenwelt. Dennoch erinnern einige Gebiete angenehm an die Abenteuer der Vergangenheit, beziehungsweise der Zukunft.

Goldene Ära

Trotz dieser komplizierten Zeitreise-Geschichte reagierte die WoW-Gemeinschaft überaus euphorisch auf die Ankündigung von Warlords of Draenor, orientiert es sich nach Mists of Pandaria doch wieder mehr an den klassischen Warcraft-Gefilden. Obwohl Blizzard sein MMO in jedem neuen Addon mit weiteren Inhalten und Mechaniken bereicherte, wünschten sich viele Spieler dennoch das ursprüngliche World of Warcraft sowie die Zeit von The Burning Crusade zurück.

Die Sehnsucht nach dieser »goldenen Ära« mag auch aus den romantischen, teilweise idealisierten Erinnerungen vieler Fans resultieren. Allerdings wandelte sich WoW im Laufe der Jahre vom neuartigen Online-Rollenspiel mit diversen Anfangshürden und großen Herausforderungen zum bekannten, einsteigerfreundlichen MMO für jedermann. So nachvollziehbar diese Entwicklung auch sein mag, einem Großteil der alteingesessenen Community schmeckte das ganz und gar nicht.

Warlords of Draenor will in Sachen Spielgefühl wieder zurück zu den Ursprüngen, mit anspruchsvollen Instanzen für Veteranen - und gleichzeitig viel Komfort für Neueinsteiger. WoW soll sich wieder so aufregend und unverfälscht wie »damals« anfühlen. Das Draenor der Vergangenheit eignet sich perfekt dafür, schließlich sind die Orc-Kriegsherren der alten Horde extrem tief in der Warcraft-Geschichte verankert - Persönlichkeiten wie Ner'zhul, Durotan oder Gul'dan kennt man als Spieler bisher nur aus den ersten drei Warcraft-Strategiespielen.